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Pilgern - Beten mit den Füßen

Eine wieder entdeckte Tradition

Für den Protestantismus gilt, dass seit der Reformation das Pilgern aufgrund von Luthers Kritik am Ablass und der Heiligenverehrung verpönt war. In der evangelischen Frömmigkeit trat an diese Stelle ein Pilgertum im Geiste.

Es entwickelte sich eine innere Haltung, in der das Leben als Pilgerreise zur Ewigkeit begriffen wurde.

Manche Gesangbuchlieder spiegeln das wider, pietistische Erbauungsliteratur ist teilweise davon geprägt.



Foto: © Martin Büdenbender / pixelio.de (www.pixelio.de)

Verbindung von körperlicher Bewegung und Glauben

Heute wird Pilgern als ein ganzheitlicher Zugang zum Glauben neu wahrgenommen und gestaltet. Einen zusätzlichen Zulauf hatte diese Entwicklung dann 2006 durch das Buch „Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg“ von Hape Kerkeling erhalten.

Worin die Gründe liegen, dass auch die evangelische Kirche seit einigen Jahren das Pilgern aufnimmt, ist vielschichtig. Zum einen sind es ökumenische Kontakte, aus denen gemeinsame Pilgerwege erwachsen. Zum anderen wird die Verbindung von körperlicher Bewegung und Glauben als anregend und stärkend erlebt. Die vielen Weggeschichten der Bibel - die Exodusgeschichte, die Geschichte von Elia oder die Geschichte der Emmaus-Jünger, um nur einige zu nennen - wie auch der Nachfolgegedanke insgesamt, erfahren im Gehen eine neue Annäherung. Dabei wird auch deutlich, was das Pilgern vom Wandern unterscheidet: das Pilgern bindet sich an religiöse Tradition, an Orte und Texte, die christlich geprägt sind und macht sich damit oder dadurch auf den Weg.
So gesehen ist Pilgern: Beten mit den Füßen.


Die christliche Tradition

In vielen Religionen gibt es Pilgerwege und Pilgerziele. Dahinter steht die Sehnsucht, sich an heiligen Orten mit der Kraft des Heiligen, mit der Kraft Gottes zu verbinden. Für die christliche Entwicklung liegt die Wurzel in der jüdischen Tradition. Die Wallfahrtpsalmen, die auf den Pilgerwegen zum Tempel in Jerusalem gesungen und gebetet wurden, sind ein Beispiel dafür. Zu dem äußeren Weg gesellte sich oft ein innerer Prozess: die Suche nach Gott, die Überprüfung des eigenen Lebensweges, die Bewältigung einer Krise oder ein Herzensanliegen, dessen Erfüllung am erreichten Ziel erhofft wurde. In der christlichen Heiligenverehrung bildete sich ein Glaube daran aus, dass an den Orten, wo sie beerdigt wurden, etwas von ihrer Kraft präsent ist. So kristallisierten sich Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela in unserem Kulturkreis zu bedeutenden Pilgerzielen heraus.

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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Indars Grasbergs

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