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Buß- und Bettag

Quelle: GettyImages, GrindvaldsMaske ablegenManchmal braucht es Mut, um sich einzugestehen: Es läuft gerade nicht rund

Der Buß- und Bettag lädt in jedem Jahr im Spätherbst dazu ein, sich daran zu erinnern, was nicht so gut läuft. Es geht darum zu schauen: Wo stehe ich? Der Glaube, dass ich von Gott voll angenommen bin, kann die Kraft geben, über eigene, schwierige Verhaltensweisen nachzudenken. Beispielsweise: Spreche ich über andere in ihrer Abwesenheit? Ärgere ich mich über das Verhalten eines anderen auf, obwohl ich es von mir selbst kenne - und vielleicht nicht wahrhaben möchte? Der Ratvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm ermutigt: "Gottes Güte öffne auch die Augen für das, was falsch läuft im Zusammenleben."

Nachdenken über eigenes, ungünstiges Verhalten als Voraussetzung zum Wandel

Der Buß- und Bettag kann auch den Blick in die Gesellschaft weiten: Inwieweit sind wir selbst in die Unordnung dieser Welt verstrickt und an den Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft beteiligt? Die Frage, was Menschen anderen Menschen - auch ungewollt - antun können, ist zeitlos aktuell.  Das Nachdenken darüber ist die Voraussetzung, um gegebenenfalls im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Leben umzukehren.

Hinschauen braucht Mut un Kraft

Allerdings kostet das intensive In-sich-gehen viel Kraft. Auch das Nachdenken über politisch relevante Themen wie zum Beispiel die Haltung zu Migranten oder Umweltschutz verlangt vom Einzelnen einiges ab.

Beim Beten sich mit dem göttlichen Grund des eigenen Seins verbinden

Kraft für diese Reflexionen sammeln Christinnen und Christen immer wieder im Gebet. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass es entlastet, sich Gott anzuvertrauen. Wie die Bezeichnung "Buß- und Bettag" schon signalisiert, lädt dieser Tag ein, sich der eigenen Gebetspraxis zu widmen. Dabei kann es vorkommen, dass Zweifel auftauchen, die treffenden Worte fehlen, die Antwort Gottes nicht hörbar ist. Eine Prise Zuversicht und Vertrauen können trotz mancher Widerstände eine neue spirituelle Erfahrung eröffnen. Denn laut der Erklärung des Apostels Paulus ist es nicht die Anstrengung oder Fähigkeit eines Menschen, die seine Worte zum Gebet werden lassen. Es ist der Heilige Geist, der Geist Gottes:  "Der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen." (Röm 8,26) Gottes Geist ist also eine Kraft, das uns mit Gott verbindet. Dieser Geist trägt alles zu ihm hin, was wir Gott anvertrauen. Der evangelische Theologe Paul Tillich präzisiert: "Jedes Gebet - sei es in Worten oder ohne Worte - hat sein Ziel erreicht, nämlich die Wiedervereinigung mit dem göttlichen Grund unseres Seins, ist das Werk seines Geistes, der in uns und durch uns spricht."

mehr über das Beten

Buß- und Bettagsaktion 2019: "Hast du noch Träume?"

Es kann gut tun, den Stress und Probleme einen Augenblick zur Seite zu schieben - und zu träumen. Mit einem freien Kopf kann es gelingen, neue Perspektiven zu entdecken. 

Eine Aktion evangelischer Kirchen ermutigt zum entspannten Blick in den Himmel:
www.busstag.de

Hintergrund

Der Buß- und Bettag wurde 1852 auf der Eisenacher Konferenz als gemeinsamer Landesbußtag in der damaligen Preußischen Union festgelegt. Damit wurden verschiedene regionale Bußtage auf einem Datum gebündelt. Seitdem hat das Kirchenjahr drei offizielle Bußtage:

  • den Aschermittwoch, der die persönliche Buße in den Vordergrund stellt,
  • den Karfreitag, der auf den Tod von Jesus Christus verweist,
  • und den Buß- und Bettag im November, der die gemeinschaftliche Selbstbesinnung der Gesellschaft anregen soll.

Der Buß- und Bettag war bis 1995 ein gesetzlich geschützter und damit arbeitsfreier Feiertag. Dann wurde sein arbeitsfreier Status - außer in Sachsen - als finanzieller Ausgleich für die Pflegeversicherung abgeschafft. Trotzdem wird er von den Kirchen mit Gottesdiensten, Konzerten und anderen ernsten Veranstaltungen, die nun meist abends stattfinden, weiterhin gestaltet und erhalten.

© Multimediaredaktion ekhn.de

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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