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Glaubensschätze am Himmelfahrtstag heben

Bild: R. HaeringHimmel"Von dem Allmächtigen seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab." (1Mo 49,25 )

Große und kleine Lebensabschnitte wie der Start in den Tag,  der Einzug in die erste eigene Wohnung, aber auch der Tod eines Menschen haben etwas Gemeinsames - wenn auch in ganz unterschiedlicher Intensität: Zum einen steht ein Abschied im Mittelpunkt, zum anderen richtet sich der Blick auf  neue Herausforderungen, die vor einem liegen und die man zu bewältigen hat.

Abschied verarbeiten

Eine solche Situation veranschaulicht der Himmelsfahrtstag: „Für die Jünger Jesu war  er   erst einmal  ein trauriges Ereignis. Sie mussten sich von Jesus, wie er ihnen vertraut war, verabschieden“, erklärt Dr. Klaus-Volker Schütz, der Propst für Rheinhessen und das Nassauer Land.  Der Himmelfahrtstag sagt: Jesus ist endgültig bei Gott angekommen. Die Apostelgeschichte der Bibel erzählt, dass Jesus gen Himmel fuhr. 

Verantwortlich für neue Aufgaben

„Kurz vorher hat Jesus seine Jünger allerdings mit einer neuen Aufgabe beauftragt: Sie sollten bezeugen, was sie mit ihm erlebt und von ihm gelernt haben“, betont Propst Schütz. Der Blick zurück -  und der Blick nach vorn gehören dazu.  

Konkrete Vorstellung über das Wesen Gottes im Himmel

Der Mainzer Theologe hat erfahren: „Diese Beauftragung an die Jünger hat eine Kraft, die jeden einzelnen Tag neu bereichern kann.“ Der Propst veranschaulicht: „Mit seinem Leben hat Jesus gezeigt, wie Gott ist. Und er hat uns vorgelebt, wie auch wir eine tiefere Dimension in unserem Leben entdecken können.“ 

Davon erzählen die Evangelien der Bibel:

  • Indem wir uns, Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst,
  • indem wir unsere Feinde lieben,
  • indem wir uns Zeit für unseren Glauben nehmen,
  • indem wir Gemeinschaft pflegen,
  • indem wir Hilfsbereitschaft entwickeln 
  • und Orte suchen, an denen wir gebraucht werden.

Pause für die himmlische Dimension

Davon und von vielen weiteren Eigenschaften Gottes sollten die Jünger anderen Menschen erzählen - und danach handeln. Das lässt sich auch heute umsetzen. „Jeder Tag bietet Chancen, den Alltag zu unterbrechen, um darin eine  tiefere Dimension zu entdecken“, ermutigt der Propst. Der Blick in den Himmel und die Weite des Lebens ließen aufatmen und wahrnehmen, dass über, im und hinter dem Alltag noch eine andere Tiefe sei.  Es existiere noch ein ganz anderer Teil der Wirklichkeit. Der evangelische Theologe geht davon aus: „Es gibt etwas, das weit über das hier Sichtbare hinausweist, etwas, das uns behütet – bis in den Tod und sogar darüber hinaus.“ Propst Schütz vertritt die Auffassung, dass der Himmel für die geistliche Dimension des Lebens stehe.

Geistliche Übung:  den Himmel im Alltag verankern

Der Propst lädt dazu ein, sich täglich eine kleine Pause für den Blick zum Himmel einzurichten. Fragen helfen dabei, die Perspektive Gottes in seinem persönlichen Alltag zu verankern. 

  • Wie möchte ich als von Gott geliebtes Geschöpf meinen Tag achtsam gestalten?
  • Mit welcher Herzens-Stimmung gehe ich an meine Aufgaben heran?
  • Auf welche Menschen kann ich heute neu oder einmal ganz anders zugehen?

Die Fragen kann jeder an seine persönliche Lebenssituation anpassen. „Der ganz normale Alltag kann damit zum Übungsfeld für den christlichen Himmelsglauben werden“, so der Impuls von Propst Schütz. Und dieser Glaube könne wiederum den Alltag prägen.

Unterstützung für die tägliche Praxis auf dem Smartphone:

 App "XRCS - EXERCISE: Gottes Gegenwart im Alltag entdecken"

Unterstützung bei großen Lebensabschnitten

Aber auch für die großen Abschnitte unseres Lebens, wie beispielsweise der Auszug der Kinder, kann der Himmelfahrtsglaube eine Orientierung bieten. Propst Schütz erklärt: „Der Glaube kann den Eltern die Zuversicht schenken, dass ihr Kind auch in schwierigen Zeiten von Gott gesehen und von ihm behütet ist.“

Hintergrund  des Himmelfahrtstages: 

Vierzig Tage nach Ostern erinnern Christinnen und Christen an die Himmelfahrt Jesu. Aus historischen Berichten ist bekannt, dass Christi Himmelfahrt bereits um das Jahr 380 gefeiert wurde. Himmelfahrt ist damit eines der ältesten Feste der Christenheit. Die Kirche feiert an diesem Tag die endgültige Aufnahme Jesu bei Gott. Auf den Konzilien späterer Jahrhunderte wurde dann formuliert: Jesus  sitzt zur Rechten Gottes und wird wiederkommen in Herrlichkeit. Der Begriff „Himmelfahrt“ ist dabei nicht wörtlich zu verstehen, sondern er entstammt der Bildersprache. Schon die hebräische Bibel hat die Beziehung von Himmel und Erde farbig ausgemalt - zum Beispiel im Bild von der Himmelsleiter, auf der die Engel auf und nieder steigen. Der symbolische Betriff bedeutet für den christlichen Glauben: Christus wohnt nicht über den sichtbaren Wolken des physischen Himmels. Sondern: Er ist bei Gott.

Die Bibel erzählt von einer Reihe anderer Himmelfahrten. Sie berichtet über Entrückungsgeschichten von Mose und Elia. Auch in den altorientalischen Religionen sind Himmelsreisen bekannt. Der Koran erwähnt eine Himmelfahrt Mohammeds. Und im 2. Korintherbrief schreibt der Apostel: „Ich weiß von einem Menschen in Christus, der … ins Paradies entrückt wurde und unsagbare Worte hörte, die kein Mensch aussprechen darf.“ 2. Korinther 12,2 – 4

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Dies Gebot haben wir von ihm,
daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4, 21

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/issalina

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