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Karfreitag

Bildquelle: Fundus, Peter BongardJesus am KreuzJesu Tod am Kreuz symbolisiert, was Menschen anderen Menschen antun können - vor 2.000 Jahren und heute

"Jesus schrie noch einmal laut und verschied." Mit diesen eindringlichen Worten wird im Matthäusevangelium der Tod Jesu am Kreuz, die Hinrichtung eines Unschuldigen, beschrieben. An dieses Ereignis erinnert der Karfreitag. Die Herkunft des Wortes "Karfreitag" verdeutlicht, worum es an diesem Tag geht: Der Begriff „Kar“ leitet sich vom althochdeutschen „kara“ ab, was mit Klage oder Trauer übersetzt werden kann. Am Karfreitag erinnern Christinnen und Christen also an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Über die dramatischen Ereignisse berichten die vier Evangelien der Bibel. 

Kreuz wurde zum christlichen Symbol

Der Karfreitag gilt als Höhepunkt der Passionszeit und zählt in der evangelischen Kirche zu den wichtigsten Feiertagen, denn der Tod Jesu hat für den christlichen Glauben eine besondere Bedeutung. Christinnen und Christen glauben daran, dass sich Gott im Leben und Sterben Jesu offenbart hat. Sie gehen davon aus, dass Gott selbst in Gestalt des unschuldig Gekreuzigten mitgelitten hat. Das Christentum hat das Kreuz als Symbol seiner Religion gewählt, das für Leid, Mitgefühl, Erlösung und Auferstehung steht. 

Diese Geschichte steckt hinter dem Karfreitag

An Karfreitag wird an die biblischen Erzählungen über die Kreuzigung Jesu durch die Römer erinnert. Zu Lebzeiten hatte Jesu kranke Menschen geheilt, wandte sich bewusst Menschen zu, die gesellschaftlich am Rand standen und predigte vom Reich Gottes. Er hat die Botschaft von der Liebe Gottes verbreitet – in Worten und Taten. Doch er wurde in Jerusalem von einem seiner Jünger an seine Widersacher verraten. Seine Gegner verhörten und verhöhnten Jesus darauf hin und fällten das Todesurteil. Der Tod am Kreuz war damals die grausameste Hinrichtungsart. Jesus wird verspottet, geschlagen und bespruckt. Außerhalb der Stadtmauern wird er in Golgata gekreuzigt. Schließlich stirbt Jesus qualvoll. 15 Uhr gilt als die Todesstunde Jesu, deshalb laden bis heute viele Kirchengemeinden zu dieser Uhrzeit zum Karfreitags-Gottesdienst ein. Die Passionsgeschichte Jesu gehört zu den wichtigsten Erzählungen des Christentums und wurde in Kunst und Musik, wie beispielsweise in den Passionsoratorien aufgegriffen.

Der Tod ist nicht das Ende

Einige Tage nach der Grablegung erleben die Anhängerinnen und Anhänger Jesu seine Auferstehung, an die an Ostern erinnert wird. Deshalb stehen Karfreitag und Ostern in engem Zusammenhang. Zusammen mit der Osterbotschaft wird der Karfreitag zur Antwort des Christentums auf das Böse in der Welt - der Tod hat nicht das letzte Wort. Die von Jesus ausgehende Bewegung sollte mit der Kreuzigung gewaltsam beendet werden. Doch genau das Gegenteil trat ein. Einige Woche nach der Kreuzigung wurde an Pfingsten das Christentum gegründet

Karfreitag heute - sich mit eigener Lieblosigkeit im Beichtgebet auseinandersetzen

Der Karfreitag lädt dazu ein, sich auch auf persönliche Weise mit der Passion auseinanderzusetzen: Warum leiden Unschuldige? Wie erkenne ich Gottes Beistand? Wie trage ich selbst zum Leiden anderer Menschen bei? Wie kann ich um Vergebung bitten? Was folgt auf den Tod?
Das Kreuz führt vor Augen, wieviel Leid es bis heute gibt und was Menschen einander antun können. Das Kreuz hält den Menschen auch heute einen Spiegel vor: einen Spiegel der Lieblosigkeit und des Grauens, in dem Menschen sich auch selbst erkennen. Das, was Menschen anderen antun. Das, was Menschen durch andere erleiden. Das Kreuz ist und bleibt eine Niederlage der Menschlichkeit.
Das Kreuz ist aber auch der Ort, an dem sich Gott mit den Menschen verbunden hat. Das Kreuz ist dabei der Ort der Klage und Verzweiflung und der Hoffnung zugleich. Es ist der Aufruf, sich der Verzweiflung zu stellen und nicht in ihr zu bleiben, damit Menschen auch in Katastrophen nicht die Hoffnung verlieren - damit der Menschlichkeit nicht mehr neue Niederlagen zugefügt werden. Damit Menschen aus der Kraft der Liebe leben, die den Tod trägt, so dass wir zum Leben finden. 
Christinnen und Christen gehen davon aus, dass Gott leidet in Gestalt des unschuldig Gekreuzigten gemeinsam mit seiner gequälten Schöpfung mitleidet. Damit zeigt Gott, dass er menschliches Leid kennt.

Die Reue über eigenes, liebloses Verhalten und die Bitte um Vergebung lässt sich in einem persönlichen Beichtgebet vor Gott bringen:

Empfehlung für ein Beichtgebet aus dem Zentrum Verkündigung der EKHN (PDF)

Auftrag am Kreuz: Seid füreinander da

Durch Jesus zeigt Gott aber auch, dass er diese seine Welt und seine Menschen nicht einfach fallen lässt. Mit seinem Leben, mit seinen Worten, mit seinem Tod und dann auch mit seiner Auferstehung verkündigt Jesus nichts anderes als die Liebe Gottes zur Welt und den Menschen. Und vom Kreuz kommt der Auftrag: Seid füreinander da. Lebt die Liebe, mit der ich euch geliebt habe. Darum wurde das Kreuz auch zum Zeichen für Mitgefühl und Erlösung.

Da Jesus nach drei Tagen auferstanden sein soll, gehen viele Gläubige davon aus, dass Jesus Gewalt, Leiden und Tod überwunden hat. Deshalb vertrauen sie darauf, dass das Leben über den Tod gesiegt hat.

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Tanzverbot an Karfreitag

An Karfreitag sind öffentliche Tanz-, Unterhaltungs- und gewerbliche Sportveranstaltungen verboten. Aus Sicht der Kirche sollte der Karfreitag als stiller Feiertag gestaltet werden. Inhaltlich setzen sich viele Christinnen und Christen an diesem Tag mit dem Tod Jesu auseinander und der Frage, was dieses Ereignis für sie heute bedeutet.
Die Feiertagsgesetze sind allerdings staatliche Gesetze, die das Ergebnis demokratischer Meinungsbildung sind. Auch die evangelische Kirche bringt ihre Stimme in diesen Prozess ein. Sie geht davon aus, dass die Feiertage auch eine kulturelle und soziale Errungenschaft sind. Dennoch führt das Tanzverbot immer wieder zu Diskussionen. Dabei zeigt die evangelische Kirche grundsätzlich großes Verständnis für freie Entscheidungen, denn die Reformation hat die Freiheit als zentrales Thema des Glaubens hervorgehoben. Deshalb kann auch die Frage gestellt werden, ob eine Gesellschaft die Freiheit habe, sich einen stillen Tag wie den Karfreitag zu gönnen, auch wenn dafür die Freiheit Einzelner kurzfristing eingeschränkt wird. 

 

© Multimediaredaktion ekhn.de, theolog. Impulse v. KP V. Jung

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