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Oster-Meditation: Balsam für die Seele

Bildquelle: Städel Museum, Frankfurt am Main, © public domainHans Holbein d.Ä., 1501, Detail aus: Auferstehung Christi, Innenflügel des Frankfurter DominikaneraltaresHans Holbein d.Ä., 1501, Detail aus: Auferstehung Christi, Innenflügel des Frankfurter Dominikaneraltares

Wie lässt sich angesichts der traurigen und dunklen Ereignisse in dieser Welt die Hoffnung von Ostern vermitteln? Ein Detail aus der Ostergeschichte, die im Markus-Evangelium festgehalten ist, kann neue Zuversicht schenken. Das hat Pfarrerin Doris Joachim aus dem Zentrum Verkündigung der EKHN erlebt und ihre Gedanken in der folgenden Oster-Meditation veröffentlicht:  

Balsam für die Seele

Meditation zum Osterevangelium nach Markus

Was habt ihr eigentlich mit den Ölen gemacht?
Ihr drei Frauen am leeren Grab.
Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus.
Und Salome dazu.
Ihr hattet euch aufgemacht.
Ein letzter Liebesdienst.
So wie es Brauch ist.
Am frühen Morgen.
Nach dem Sabbat.Mit wohlriechenden Ölen in der Hand.
Den toten Gesalbten zu salben.
Den Freund, den Messias, von Gott gesandt.

Ihr wart unterwegs.
Mit schweren Herzen.
Mühlsteinschwer.
Der Freund war umgebracht worden.
Gefoltert, getötet.
Und schnell ins Grab gelegt.
Ein Stein davor.
Ein großer Stein.
Und dann war er weg.
Der Leichnam auch.
Stattdessen sitzt da ein Jüngling im weißen Gewand.
Ein Engel vermutlich.

Und ihr standet da.
Ihr beiden Marias und Salome dazu.
Mit den Ölen in der Hand.
Entsetzt, unter Schock.
Da half es auch nicht, als der Engel sagte:
„Entsetzt euch nicht. Jesus ist auferstanden.“
Der hat leicht Reden!

Zuerst kam das Zittern.
Und dann kam das Rennen.
Weg vom leeren Grab.
Und erst mal nichts sagen.
Wer sollte denn sowas schon glauben?
Erst später dann habt ihr Worte gefunden.
Da hat sich etwas gelöst.
Freude kam. Und Jubel dazu.
Jesus ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.

Und was habt ihr dann mit den Ölen gemacht?
Es müssen verschiedene Fläschchen gewesen sein.
Zwei oder drei mit schönen Düften.
Sie sollten dem Tod den Gestank nehmen.
Schließlich lag Jesus schon zwei Tage im Grab.
Und jetzt braucht ihr die Öle nicht mehr?
Ich frage mich das,
bin hängen geblieben an diesem Gedanken.
Auch wenn er nicht wichtig erscheint.
Auf den ersten Blick jedenfalls.

Ich stelle mir vor:
Wie ihr mich lachend anseht.
Ihr beiden Marias und Salome.
Und wie ihr mir sagt:
„Die Welt ist eine andere geworden.
Das haben wir gesehen.
Liebe siegt.
Das Leben siegt.
Ohne Gewalt.
Eine Zeitenwende ist das.
Für uns jedenfalls.
Denn das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn immer alles so bliebe, wie es ist.
Wenn Krieg und Bosheit sich frech ausbreiten.
Nein: Wir stehen auf.
Und mit uns die Hoffnung.“

„Und die Öle?“, frage ich.
„Balsam für die Seele“, sagen die Frauen.
So stell ich‘s mir vor.
„Wohlgeruch für die Lebenden.
Wir verschenken sie.
An die Mutlosen, denen die Welt aus den Fugen gerät.
An die Mutigen, die sich gegen den Gestank von Gewalt einsetzen.
An die neugeborenen Kinder in den Kriegsgebieten.
An die jungen Leute im Kampf gegen die Luftverpester.
Der Schreck war groß am leeren Grab.
Aber die Öle haben wir nicht fallen gelassen.
Auch dir schenken wir den Duft der Hoffnung,
wenn du magst.“

Ein Liebesdienst – so denke ich mir.
Ich bin bewegt und nehme an.
So sollte es Brauch werden in dieser Zeit.
Denn Christus ist auferstanden.
Und mit ihm lebt Frieden in der Welt.
Da können sich die Herren der Welt auf den Kopf stellen.
Die Liebe siegt.

 

Dazu passt das Lied „Das könnte den Herren der Welt ja so passen“ aus EG-HN 550. Text: Kurt Marti. Melodie: Peter Janssens

Doris Joachim, Referentin für Gottesdienst © Zentrum Verkündigung der EKHN

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Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

(Psalm 31,9)

Psalm 31,9

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/tolga tezcan

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