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Ostern: eine Zumutung?!

Mehr als zwei Jahre Pandemie, zwei Osterfeste im Lockdown, immer wieder Wellen zwischen Bangen und Hoffen. Auch wenn aktuell die Inzidenzen noch hoch sind, so können wir dank hoher Impfquote Ostern dieses Jahr wieder feiern. Doch angesichts des Krieges in der Ukraine, angesichts ungezählter getöteter Zivilisten und Soldaten, angesichts von Millionen Menschen auf der Flucht fällt es schwer, von „feiern“ zu sprechen. Für die älteren Menschen werden Erinnerungen an dunkle Zeiten in ihrer Jugend wach. Junge Menschen, die besonders unter der Pandemie gelitten haben, sorgen sich erneut um ihre Zukunft. Hoffnung schenkt die große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft, die das ganze Land erfasst hat. Im Gebet um Frieden finden Christinnen und Christen in der ganzen Welt zusammen.

Karfreitag und Ostern – Verzweiflung und Hoffnung. Diese Tage stehen im Zeichen von Gefühlen, die momentan viele Menschen erleben.

Karfreitag und Ostern: Von der Zumutung zur Zu-MUT-ung

Zuerst kommen die Trauer und Verzweiflung von Karfreitag, als Jesus ans Kreuz genagelt wird. Christus durchlebt das Schlimmste, die Ängste, den Schmerz, die größte Einsamkeit – von allen verlassen. Dann der Tod. Ein schwarzer Tag für seine Freunde und Anhänger*innen. Das Dunkel stürzt über sie herein. An Karfreitag kommt alles so nah: Hoffnungslosigkeit, Ausgeliefertsein, die vielen Ängste der Menschen und vor allem die eine große Angst – die vor dem Tod. Der Karfreitag buchstabiert die Härte des Lebens durch bis zum bittersten Ende. Menschen erleben und erleiden das auf der ganzen Welt. Bei Naturkatastrophen, in Kriegen und in dieser Corona-Epidemie, die schon mehr als 2,6 Millionen Menschenleben gekostet hat.

Doch dann kommt Ostern und zeigt: Das Dunkle behält nicht das letzte Wort. Mit diesem Jesus Christus, von dem die Bibel berichtet, dass er drei Tage nach seinem Tod am Kreuz auferstanden ist, kommt die eine große Hoffnung auf die Welt – die auf ein Leben nach dem Tod, auf ewiges Leben. Ostern leuchtet hell, Ostern feiert das Leben.

Ostern: Hoffen auf neues Leben - und auf Frieden

Die Finsternis aushalten und auf das Licht vertrauen – das verbinden Christinnen und Christen mit ihrem zentralen Glaubensfest. Leicht ist es nicht. Die Botschaft der Auferstehung ist nur schwierig zu begreifen und eine Zumutung für jedes kritische Denken. Die bisherige eigene Erfahrung sagt doch: Tod ist tot! Schon der Apostel Thomas zweifelte – man kann ihn als Repräsentanten aller Glaubenszweifler bis in die heutige Zeit verstehen. Wissenschaftlich ist die Auferstehung ist nicht zu bewiesen. Da muss sich der Verstand auf den Glauben verlassen. Muss den biblischen Erzählungen und den Erfahrungen, die Christinnen und Christen in Jahrhunderten gemacht haben, vertrauen.

Die Botschaft von Ostern steht für Trost und Mitgefühl. Viele haben immer wieder erlebt, dass dieser Jesus Christus, der selbst Leid erfahren hat, da ist, wo Not und Leid am größten sind. Dass er Menschen in Not und Leid zur Seite steht. So sind alle, die Jesus nachfolgen wollen, aufgefordert, nicht die Augen vor Not und Leid zu verschließen. Sondern ebenfalls da zu sein für andere, und sei es erstmal nur mit ihrer Hilflosigkeit und ihrem Schweigen. Gemeinsam das Leid aushalten. Und zu hoffen. Auf neues Leben.

Ostern verbreitet diese Hoffnung, denn das Grab ist leer, die Finsternis hat ein Ende. Damit macht die Osterhoffnung Mut auf mehr: Auf ein Leben in Gottes Nähe. Wo wir Trost spüren. Auf ein Leben in neuer Gemeinschaft. Auf ein Leben, das nicht mehr von Angst bedrängt wird. Weder von einem Krieg noch von einem Virus, weder von Gewalt noch von Hunger und Not. Auch nicht von einem Virus. Insofern ist Ostern eine wunderbare Zu-MUT-ung.

Gebete zum Karfreitag

Von Clemens Bittlinger

Selbst in der tiefsten aller Krisen
bist du, Gott, uns Menschen nah.
Selbst am Ende unsrer Tage
scheint dein Licht uns hell und klar.

Selbst im Tod schenkst du uns Leben,
schenkst uns Hoffnung, sprengst die Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen
aus den Krisen unsrer Zeit.

wund

wund
haben wir uns gerieben
an der pandemie
am lockdown
an der angst

wund
wurde einer geschlagen
ans kreuz dort
auf golgatha

wund
trägt er unsre Wunden,
leidet mit
weist voraus
über den tod hinaus

wund
wunder
auferstehung

 

 

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Karfreitag

Bildquelle: Fundus, Peter BongardJesus am KreuzJesu Tod am Kreuz symbolisiert, was Menschen anderen Menschen antun können - vor 2.000 Jahren und heute

"Jesus schrie noch einmal laut und verschied." Mit diesen eindringlichen Worten wird im Matthäusevangelium der Tod Jesu am Kreuz, die Hinrichtung eines Unschuldigen, beschrieben. An dieses Ereignis erinnert der Karfreitag, und auch die Herkunft des Wortes "Karfreitag" verdeutlicht, worum es an diesem Tag geht: Am Karfreitag erinnern Christinnen und Christen an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz.

Über die dramatischen Ereignisse am Karfreitag berichten die vier Evangelien der Bibel. Mit persönlichem Beichtgebet aus dem Zentrum Verkündigung der EKHN.

Weitere Details zum Karfreitag

In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden.

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