Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Karfreitag und Ostern: eine wunderbare Zu-MUT-ung?

Mehr als ein Jahr Pandemie: ein Osterfest 2020 im Lockdown; ein Sommer zwischen Bangen und Hoffen; ein Herbst der zweiten Welle; ein Weihnachtsfest mit hohen Inzidenzahlen; dann zumindest eine Zeitlang die Hoffnung auf ein Ostern 2021 unter besseren Begleitumständen. Jetzt wieder Befürchtungen, dass alles noch schlimmer wird. Gleichzeitig die Hoffnung auf die Impfungen.

Das Leben mit Corona ist anstrengend. Selbst diejenigen, die bisher vom Virus, von finanziellen Einbußen oder Einsamkeit verschont wurden, sind müde und erschöpft. Die Achterbahnfahrt zwischen Verzweiflung und Hoffnung, zwischen Todesangst und Lebensmut ist auch für robuste Seelen eine Herausforderung. Aber womöglich ist Ostern gerade in dieser schwierigen Zeit zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Impfung und 3. Welle, einfacher zu verstehen als je zuvor.

Karfreitag und Ostern: das extreme Wechselbad der Erfahrungen und Gefühle

Zuerst kommen die Trauer und Verzweiflung von Karfreitag, als Jesus ans Kreuz genagelt wird. Christus durchlebt das Schlimmste, die Ängste, den Schmerz, die größte Einsamkeit – von allen verlassen. Dann der Tod. Ein schwarzer Tag für seine Freunde und Anhänger*innen. Das Dunkel stürzt über sie herein. An Karfreitag kommt alles so nah: Hoffnungslosigkeit, Ausgeliefertsein, die vielen Ängste der Menschen und vor allem die eine große Angst – die vor dem Tod. Der Karfreitag buchstabiert die Härte des Lebens durch bis zum bittersten Ende. Menschen erleben und erleiden das auf der ganzen Welt. Bei Naturkatastrophen, in Kriegen und in dieser Corona-Epidemie, die schon mehr als 2,6 Millionen Menschenleben gekostet hat.

Doch dann kommt Ostern und zeigt: Das Dunkle behält nicht das letzte Wort. Mit diesem Jesus Christus, von dem die Bibel berichtet, dass er drei Tage nach seinem Tod am Kreuz auferstanden ist, kommt die eine große Hoffnung auf die Welt – die auf ein Leben nach dem Tod, auf ewiges Leben. Ostern leuchtet hell, Ostern feiert das Leben.

Ostern: Von der Zumutung zur Zu-MUT-ung

Die Finsternis aushalten und auf das Licht vertrauen – das verbinden Christinnen und Christen mit ihrem zentralen Glaubensfest. Leicht ist es nicht. Die Botschaft der Auferstehung ist nur schwierig zu begreifen und eine Zumutung für jedes kritische Denken. Die bisherige eigene Erfahrung sagt doch: Tod ist tot! Schon der Apostel Thomas zweifelte – man kann ihn als Repräsentanten aller Glaubenszweifler bis in die heutige Zeit verstehen. Wissenschaftlich ist die Auferstehung ist nicht zu bewiesen. Da muss sich der Verstand auf den Glauben verlassen. Muss den biblischen Erzählungen und den Erfahrungen, die Christinnen und Christen in Jahrhunderten gemacht haben, vertrauen.

Die Botschaft von Ostern steht für Trost und Mitgefühl. Viele haben immer wieder erlebt, dass dieser Jesus Christus, der selbst Leid erfahren hat, da ist, wo Not und Leid am größten sind. Dass er Menschen in Not und Leid zur Seite steht. So sind alle, die Jesus nachfolgen wollen, aufgefordert, nicht die Augen vor Not und Leid zu verschließen. Sondern ebenfalls da zu sein für andere, und sei es erstmal nur mit ihrer Hilflosigkeit und ihrem Schweigen. Gemeinsam das Leid aushalten. Und zu hoffen. Auf neues Leben.

Ostern verbreitet diese Hoffnung, denn das Grab ist leer, die Finsternis hat ein Ende. Damit macht die Osterhoffnung Mut auf mehr: Auf ein Leben in Gottes Nähe. Wo wir Trost spüren. Auf ein Leben in neuer Gemeinschaft. Auf ein Leben, das nicht mehr von Angst bedrängt wird. Auch nicht von einem Virus. Insofern ist Ostern eine wunderbare Zu-MUT-ung.

Diese Seite:Download PDFDrucken

Clemens Bittlinger

wund

wund
haben wir uns gerieben
an der pandemie
am lockdown
an der angst

wund
wurde einer geschlagen
ans kreuz dort
auf golgatha

wund
trägt er unsre Wunden,
leidet mit
weist voraus
über den tod hinaus

wund
wunder
auferstehung

 

 

Clemens Bittlinger

Selbst in der tiefsten aller Krisen
bist du, Gott, uns Menschen nah.
Selbst am Ende unsrer Tage
scheint dein Licht uns hell und klar.

Selbst im Tod schenkst du uns Leben,
schenkst uns Hoffnung, sprengst die Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen
aus den Krisen unsrer Zeit.

Glück ist Verbundenheit,
also eben nicht die unverbundene Selbststeigerung,
die alles andere benutzt zur eigenen Optimierung.

to top