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Kreativität und Glaube: Ostereier, Osterhasen – und ein Osterengel

Red.OsternengelDer Evangelist Matthäus berichtet über Jesu Aufersteung: "Der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. ... Der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!"

mit einer Bastel-Anleitung

Fröhlich blickende Osterhasen und bunte Eier signalisieren: Bald ist Ostern. Dann feiern Christen die Auferstehung Jesu. Wie passt beides zusammen? Auch Osterschmuck kann die hoffnungsvolle christliche Botschaft symbolisieren. Hintergründe, Anregungen und eine Bastel-Anleitung bieten Impulse für eigene Kreativität.

Verzierte Eier und Häschen lassen keinen Zweifel aufkommen: Bald ist Ostern! Doch welche Bedeutung steckt hinter der Dekoration? Zum einen ist das Ei seit altersher ein Symbol für Fruchtbarkeit und neu beginnendes Leben. Ostern fällt in die Frühlingszeit, in der neues Leben entsteht, Jungtiere geboren werden, Bäume neu ausschlagen.

Christliche Wurzeln des Ostereis

Aber es hat auch Verbindungen zur christlichen Tradition: Während der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern war es in der katholischen Kirche seit dem 7. bzw. 8. Jahrhundert n. Chr. verboten, Eier und Fleisch zu essen. Doch die Hühner legten in diesen Wochen natürlich auch weiterhin Eier. Zum Osterfest waren die gläubigen Christen damals mit einer regelrechten „Eierschwemme“ konfrontiert. Die „Eierweihe“ an Ostern war das Signal, wieder Eier genießen zu dürfen. Bevor der Priester die Eier weihte, wurden sie gefärbt und verziert. Die kirchliche „Eierweihe“ wandelte das Ei, das zuvor verboten war, in einen segenspenden Gegenstand, es wurde zum „Osterei“. Teilweise wurden die Eier auch mit Zeichen und Sinnbildern versehen, wie Szenen der biblischen Geschichten. Mit geweihten Ostereiern wurden oft Patenkindern beschenkt oder sie waren ein Geschenk unter Brautleuten. Auch für orthodoxe Christen gehört das Ei zum Osterfest, beispielsweise stehen bei griechisch-orthodoxen Christen die rotgefärbten Eier für das Blut Christi. Für manche Christen symbolisierte die Schale den Leib, das Eiweiß die Seele und das Dotter die Gottheit des Auferstandenen.

Der Osterhase – Verbreitung durch evangelischer Familien

Später lehnten jedoch die Reformatoren die Ostereierbräuche ab. Zugleich kritisierten sie das Fasten vor Ostern während der Passionszeit. Martin Luther sah im Fasten die Gefahr, dass Menschen damit nur Gott gefallen wollten. Evangelische Bürger wollten ihren Kindern offensichtlich die Freude über die Ostereier nicht vorenthalten: Zum ersten Mal berichtet der Mediziner und Botaniker Georg Franck von Franckenau im 17. Jahrhundert, dass sich der Osterhasen-Brauch in den protestantischen Gebieten des Elsass und der Pfalz sich ausbreitete. Den Kindern wurde erzählt, dass ein Hase die bunten Ostereier im Gras und hinter Sträucher versteckt habe (Quelle: Wikipedia). Damit standen die verzierten Ostereier nicht mehr in Zusammenhang mit den geweihten Eiern bei katholischen Christen. Im 18. Jahrhunderts gehörte die Ostereiersuche bereits zum Brauch in protestantischen Familien und so wurden bereits in Goethes Haus in Weimar an Ostern Eier versteckt.  

Dem Osterschmuck Sinn verleihen

Heute ist die Verbindung zwischen der ursprünglich christlichen Tradition und der Osterdekoration zum Teil verloren gegangen. An den eigentlichen Sinn von Ostern erinnern zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen. Doch auch zu Hause lässt sich anhand von aussagekräftigen Symbolen die Erinnerung an die Osterbotschaft wach halten. Dazu möchte die Multimedia-Redaktion der EKHN einen kleinen Impuls geben: In zwei Evangelien der Bibel taucht ein Engel (bzw. zwei Engel) auf, der die frohe Botschaft eines neuen Lebens verkündet. Ein gekaufter – oder gebastelter – Engel als Bote der Hoffnung kann somit durch die Feiertage begleiten. Zudem lassen sich Eier mit christlichen Symbolen verzieren. Auch das Lamm ist ein Sinnbild für Ostern, es erinnert zum einen an das letzte Passahmahl Jesu, zum anderen ist es ein Symbol für Jesus Christus selbst.
zur Bastel-Anleitung „Engel“
Bastel-Vorlage zum Ausschneiden „Engel“

Engel

Engel verkünden Geburt und Auferstehung Jesu
„Fürchtet euch nicht!“ So beruhigt am Ostermorgen ein Engel die Frauen, die zum Grab Jesu kamen (Mt 28,2). Bereits zu Jesu Geburt hatte ein Engel mit diesen Worten die Botschaft an die Hirten eingeleitet. In beiden Momenten sprengen die Nachrichten die Vorstellungskraft: Bei Jesu Geburt wird Gott Mensch, an Ostern zeigt er: Das Leben ist stärker als der Tod.

Der Oster-Engel
Matthäus ist einer der vier Evangelisten, der über das Oster-Geschehen berichtet. Er erzählt, dass drei Tage nachdem Jesus verstorben ist, ein Engel vom Himmel herab kam. Das Wesen in einem „Gewand weiß wie Schnee“ wälzte den Stein vom Grab Jesu. Der Engel erklärt die Bedeutung von Ostern den ersten Zeugen, den Frauen. Er teilt ihnen mit: „Er ist nicht hier; er ist auferstanden.“ Er ermutigt sie, die Grabstätte Jesu in Augenschein zu nehmen, um sich von der Auferstehung Jesu zu überzeugen. Der Engel rät den Frauen, in Richtung Galiläa zu gehen, um auf diesem Weg Jesus zu begegnen. Der Schmerz und die Trauer der Frauen über den Tod schlägt um in Freude, neues Leben, die Verbindung zu Gott – der Tod ist überwunden. Die Frauen folgen dem Rat. Kurz darauf begegnen sie tatsächlich Jesus – und auch er spricht die Worte: „Fürchtet euch nicht!“, nachdem er sie begrüßt hatte. Die Begegnung der Frauen und später der Jünger mit Jesus ist das Fundament, auf dem sich die christliche Gemeinschaft gründet.

Engel in der Bibel
In der Bibel ist der Engel zunächst ein Bote oder Botschafter, der die Seite Gottes repräsentiert, die sich den Menschen zuwendet. Zudem erscheinen Engel im Neuen Testament der Bibel, um Heilsereignisse zu deuten, wie beispielsweise die Geburt und Auferstehung Jesu. In der Ostergesichte der Bibel ist der Engel das erste Wesen, das die Osterbotschaft ausspricht. Eine Botschaft der Hoffnung. Denn Ostern soll zeigen: Gottes Kraft und seine Liebe sind stärker als der Tod.
Im Alten Testament werden Engel zudem als Wesen im himmlischen Hofstaat Gottes beschrieben. Auch der „Schutzengel“ hat sein Vorbild in der Bibel: Im Buch Tobit, das Protestanten allerdings zu den Apokryphen zählen, begleitet der Erzengel Raphael Tobias auf seiner gefahrvollen Reise.
Die reformatorische Theologie beinhaltet den Glauben an Engel als Mitwirkende an der Herrschaft Gottes und als Schutzengel, verehrt werden sie allerdings nicht.

Quellen:

Informationen über Oster-Bräuche und -Symole aus: Dietz-Rüdiger Moser: Bräuche und Feste durch das ganze Jahr, Freiburg im Breisgau, 2002

Original-Bastelvorlage von Anne Link: www.wunderbare-enkel.de, angepasst von Jan Heinemann und Rita Deschner

Rita Deschner

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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