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500 Jahre Wormser Reichstag

Luther im Sommer auf der Bühne, im Museum und als Literaturpreis

Stadt Worms / Eichfelder"Hier stehe ich!" Plakat zur Landesausstellung anlässlich 500 Jahren Wormser Reichstag 2021"Hier stehe ich!" Plakat zur Landesausstellung anlässlich 500 Jahren Wormser Reichstag 2021

Die Feiern zum 500. Jahrestag des Reichstags von Worms gehen in die nächste Runde: Die Nibelungen-Festspiele zeigen den Fall „Luther“, die Ausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“ öffnet und der Preis „Das unerschrockene Wort“ geht an weißrussische Bürgerrechtlerinnen.

Stadt Worms / BertramDie Partner der Landesausstellung "Hier stehe ich." bei der Eröffnung am 2. Juli 2021 im Museum der Stadt Worms im Andreasstift (von links nach rechts): Frank Belzer (Vorstand Stiftung „Gut für die Region“ der Sparkasse Worms-Alzey-Ried), Präses Dr. Oelschläger für die EKHN, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Staatssekretär Jürgen Hardeck, Katharina Binz (Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz und Oberbürgermeister der Stadt Worms Adolf Kessel.Die Partner der Landesausstellung "Hier stehe ich." bei der Eröffnung im Museum der Stadt Worms im Andreasstift (von links nach rechts): Frank Belzer (Vorstand Stiftung „Gut für die Region“ der Sparkasse Worms-Alzey-Ried), Präses Dr. Oelschläger für die EKHN, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Staatssekretär Jürgen Hardeck, Katharina Binz (Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz und Oberbürgermeister der Stadt Worms Adolf Kessel.

Am 18. April 1521 soll der Mönch und Reformator Martin Luther auf dem Reichstag in Worms jene berühmten Sätze gesagt haben: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“ Sein Auftritt steht bis heute als bedeutendes Beispiel für Zivilcourage und das Einstehen für die eigene Haltung. Die evangelische Kirche und die Stadt Worms erinnern – gemeinsam mit zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Akteuren – an dieses Schlüsselereignis der Weltgeschichte in diesem Jahr mit zahlreichen Aktionen. Genau 500 Jahre später, am 16. April 2021, wurden die Feierlichkeiten in der Stadt Worms mit einem digitalen Festakt, einem ZDF-Fernsehgottesdienst sowie der Multimedia-Inszenierung „Der Luther-Moment“ eröffnet.  Dabei wurde die Dreifaltigkeitskirche in der Innenstadt zur größten Leinwand Europas.

Festspiele mit Luther-Stück von Dramatiker Lukas Bärfuss

Auch die Nibelungen-Festspiele Worms widmen sich nun in diesem Jubiläumsjahr vom 16. Juli bis 1. August 2021 dem Thema Luther. Georg-Büchner-Preisträger und einer der profiliertesten deutschsprachigen Dramatiker Lukas Bärfuss hat das Stück über den Reformator geschrieben. Bärfuss gilt nicht nur in seiner Schweizer Heimat als wichtige literarische Stimme mit enormem politischem Gewicht. So spürt er auch in LUTHER nicht nur dem Menschen Martin Luther nach, sondern vor allem der öffentlichen und der politischen Figur. Wie konnte ein einfacher Augustinermönch innerhalb kürzester Zeit so viel Einfluss gewinnen, dass nicht nur Päpste und Kardinäle, sondern auch Fürsten und sogar der Kaiser seine Worte fürchteten? Was ist zwischen dem Anschlagen eines Papiers an eine Kirchentür in Wittenberg bis zum aufsehenerregenden Reichstag fünf Jahre später in Worms geschehen? Am Originalschauplatz vor dem Wormser Dom wird der Fall „Luther“ als hochspannende Staatsaffäre zwischen Machtintrige und Religionskampf erzählt. Und gezeigt, wie es Martin Luther als hochöffentliche Person gelingt, nicht nur eine Kirche bis in ihre Grundfeste zu erschüttern, sondern auch die Welt zu verändern – bis in unsere Gegenwart hinein. Für LUTHER konnten renommierte Theater- und erstklassige Filmschauspieler verpflichtet werden. Auf der Bühne stehen: Julischka Eichel, Jan Thümer, Jürgen Tarrach, Veronika Szabó, Barnabás Horkay, Johannes Klaußner, Anna Szandtner, Sunnyi Melles, Matthias Neukirch, Máté Borsi-Balogh, Barbara Colceriu, Iringó Réti, Konstantin Bühler, Ervin Pálfi, Katrija Lehmann und Flora Lili Matisz.

Landesausstellung öffnet mit „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“

Zu einem weiteren Höhepunkt des „Luther-Jahres“ gehört die Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“ im Museum der Stadt Worms im Andreasstift. Die Schau nimmt das Jubiläum der Widerrufsverweigerung Martin Luthers auf dem Wormser Reichstag zum Anlass, die Entwicklungsgeschichte der „Gewissensfreiheit und des Protests“ anhand zahlreicher Beispiele bis in unsere Gegenwart aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. Dezember 2021. Für das Rahmenprogramm der Ausstellung ist der experimentelle Dokumentarfilm „Die unerschrockenen Stimmen“ entstanden, der sich der Frage widmet, wofür Menschen heute gemeinsam einstehen und mit ihrer Stimme bürgen können. 16 ganz unterschiedliche Menschen aus den 16 Lutherstädten wurden nach Worms eingeladen, um gemeinsam 16 Aussagen zu formulieren und diese als Sprechchor vorzutragen. Der Film von Studenten der Filmakademie Ludwigsburg zeigt das Diskutieren miteinander und die Suche nach gemeinsamen Standpunkten. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend virtuell und immer unerbittlicher geführt werden, begegnen sich „Die unerschrockenen Stimmen“ mit Kompromissbereitschaft und regen so dazu an, in der Verschiedenheit das Wir zu entdecken.

Luther-Preis „Das unerschrockene Wort“ an weißrussische Bürgerrechtlerinnen

Am 20. Juli wird der Bund der 16 Lutherstädte in Deutschland den mit 10.000 Euro dotierten Luther-Preis „Das unerschrockene Wort“ 2021 an die drei weißrussischen Bürgerrechtlerinnen Weronika Zepkalo, Swetlana Tichanowskaja und Maria Kolesnikowa vergeben. Die drei Frauen stehen stellvertretend für tausende von friedlich demonstrierenden Menschen, die derzeit für politische Veränderungen in Weißrussland kämpfen. Sie stehen für eine friedliche Revolution, für Neuwahlen und für eine demokratische Zukunft ihres Landes. Mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ honorieren die Lutherstädte die Entschlossenheit, das mutige Auftreten und den friedlichen Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Aufgrund des Reichstagsjubiläums wird der Preis in diesem Jahr in Worms verliehen. Die Preisverleihung in Anwesenheit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert wird am 20. Juli ab 16 Uhr im Offenen Kanal Worms übertragen.

Weitere Veranstaltungen im Luther-Jahr 2021

Die Kulturkoordination der Stadt Worms lädt zu weiteren spannenden Veranstaltungen ein. Dazu gehören unter anderem das musikalische Projekt „Der Scheiterhaufen des Phönix“ über Giordano Bruno mit André Eisermann und dem Roberto Bonati Phönix Quintett (9. Juli, 20 Uhr) sowie der Vortrag „Belarus – aktuelle Politik in historischer Perspektive“ des Mainzer Wissenschaftlers Prof. Dr. Jan Kusber in der Wormser Stadtbibliothek (12. Juli, 19 Uhr). Im Rahmen der Dalbergakademie 2021 finden außerdem vom 4. bis 6. August sommerliche Akademievorträge statt, welche dieses Jahr anlässlich des Lutherjahres unter dem Thema „Humanismus und Reformation“ stehen. An drei Abenden mit jeweils zwei Kurzvorträgen von je 30 Minuten wollen die Stadt Worms und der Förderverein „Schloss und Park Herrnsheim“ das Thema vermitteln.

Wer Luther und das Reichstagsjubiläum in Worms erleben möchte, kann dies das ganze Jahr über auch individuell tun: Outdoor-Angebote wie die neue kostenlose App "Worms erleben" und der Themen-Tour „Luther in Worms“, die in Form einer Graphic Novel die Stadt zur Zeit des Reichstages 1521 lebendig werden lässt. Auch der Bildungs- und Erlebnisparcours vom Heylshofpark bis zur Dreifaltigkeitskirche und der Lutherrundgang in der Innenstadt laden zum Streifzug durch Luthers Worms ein. Eine Auszeit vom Alltag findet man beim spirituellen Wandern auf dem rheinhessischen Lutherweg 1521 zwischen Worms und Oppenheim entlang der Rheinterrassen. Die zahlreichen Themen- und Kostümführungen rund um Luther und die Reformation laden ein zu einer authentischen und ganz persönlichen Zeitreise in das Worms von 1521.

Anlässlich des Reichstagsjubiläums ist auch ein unterhaltsames Mini-Bilderbuch entstanden, das die Geschichte des historischen Ereignisses unterhaltsam nacherzählt. „Ich bin hindurch! – Martin Luther in Worms“ erklärt auf 24 Seiten, wie es dazu kam, dass der Wittenberger Mönch vor den Mächtigen seiner Zeit vor 500 Jahren mutig erklärte: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“. Zielgruppe sind vor allem jüngere Leserinnen und Leser. Das bunt illustrierte zehn Mal zehn Zentimeter große Heft gibt es für einen Euro in jeder Buchhandlung (ISBN-10: 3947884532).

Mit einem speziellen EKD-Themenheft begleitet die Evangelische Kirche in Deutschland das große Jubiläum. Unter dem Titel „Gewissen befreien. Haltung zeigen. Gott vertrauen.“ geht es ab sofort in einer Auflage von 40.000 Exemplaren bundesweit an evangelische Gemeinden und Einrichtungen. Auf 60 farbig illustrierten Seiten erklärt die Publikation, was sich damals auf dem Reichstag ereignete und zieht daraus Schlüsse für die Gegenwart. Abgerundet wird das Heft mit einem umfassenden Service-Teil, der praktische Impulse für Unterricht und Gemeindearbeit gibt sowie über die Veranstaltungen in Worms informiert. Es steht auch online zum Download bereit auf www.wagemutig.de.

Auch im Internet wird das Jubiläum mit zahlreichen Aktionen begleitet. So ist das Projekt „Ich, Luther“ dem Reformator auf dem Weg von Wittenberg nach Worms mit kurzen Videoclips auf den Fersen. Dabei präsentiert sich der Reformator als pfiffiger Blogger auf allen gängigen sozialen Netzwerken. Speziell für die Jugendarbeit wurde zudem „#ichbinhindurch“ entwickelt. Hier können alle ihre Momente im Leben in den sozialen Netzwerken veröffentlichen, bei denen sie den Mut hatten, für ihre eigene Überzeugung einzutreten. Die Einträge mit dem Hashtag #ichbinhindurch werden dann automatisch auf der Internetseite www.wagemutig.de gesammelt.

Eine Übersicht aller Termine im Luther-Jahr sowie weitere Informationen rund um das Reformationsjubiläum bietet die Homepage www.luther-worms.de

Internet: www.luther-worms.de

 

 

 

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Was auch geschehen mag,
welcher Virus die Welt in Schrecken versetzt
oder welche selbstverschuldeten Emissionen unsere Schöpfung
und ihr Klima in die Knie zwingen,
welche Berge im übertragenen Sinne auch umfallen,
Gott hat versprochen „meine Gnade soll niemals von dir weichen
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen.“

(Anke Leuthold zu Jesaja 54,10)

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