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Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Esther StoschAm Neuen Börneplatz in Frankfurt sind rund 12.000 Steine mit Namen in die Friedhofsmauer eingelassenen, auf denen die Namen deportierter und ermordeter Juden stehen.Am Neuen Börneplatz in Frankfurt sind rund 12.000 Steine mit Namen in die Friedhofsmauer eingelassenen, auf denen die Namen deportierter und ermordeter Juden stehen.

Der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27. Januar gehört seit 2018 zu den offiziellen Gedenktagen der Evangelischen Kirchen in Deutschland.  An diesem Tag wird der über sechs Millionen Juden und der vielen anderen Opfer gedacht, die während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden.

Das Datum richtet sich an der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz aus. Am Morgen des 27. Januar 1945 hatten die ersten Soldaten der Roten Armee am Ende des Zweiten Weltkrieges das Vernichtungslager Auschwitz III Monowitz erreicht. Die Rotarmisten stießen auf ausgemergelte Menschen und Hunderte Leichen. Insgesamt fielen rund sechs Millionen Juden der so genannten Shoa zum Opfer – in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, aber auch in Folge der schlechten Lebensbedingungen in den Ghettos, bei Massenerschießungen und auf Todesmärschen.
Zu den Menschen die unter dem Naziregime litten, gehörten auch Sinit und Roma, Homosexuelle, Kommunisten, einige Pfarrer, Systemkritiker, geistig Behinderte und sozial „Auffällige“ sowie russische Kriegsgefangene. Sie wurden entrechtet, verfolgt und ermordet.

Bundes- und weltweiter Gedenktag

Seit dem Jahr 1996 ist der 27. Januar ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag in Deutschland, den der damalige Bundespräsident Roman Herzog eingeführt hatte. Die Initiative dafür hatte der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, ergriffen.

Um der Opfer des Holocaust zu gedenken und um weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern, hatten 2005 die Vereinten Nationen den Tag als „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt. Zuvor hatte neben Deutschland auch Groß-Britannien am 27. Januar einen Gedenktag eingeführt. In Israel wird in diesem Jahr am 24. April 2017 an die Opfer der Shoa und des jüdischen Widerstandes an dem nationalen Feiertag „Jom haScho’a“ gedacht. Der nationale Feiertag wurde in den 50er Jahren eingeführt.

Klar Position für Respekt und Wertschätzung beziehen

Auch evangelische Kirchengemeinden unterstützen die Erinnerungskultur mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen. Die hessen-nassauische Kirche hat sich  ebenso mit den Folgen des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Beispielsweise hat sie 1991 ihren Grundartikel um ein klares Bekenntnis zur bleibenden Erwählung der Juden und die besondere Verbindung des christlichen Glaubens zum Judentum erweitert. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer sowie kirchliche Mitarbeitende integrieren diese Erkenntnis in ihre tägliche Arbeit, beispielsweise bei der Formulierung von Texten für Gottesdienste bis zur Entwicklung von Materialien für den Unterricht. Weiteres Engagement ist notwendig, denn: „Es ist erschreckend, wie verbreitet antisemitisches Gedankengut bis in die Mitte der Gesellschaft hinein nach wie vor bei uns ist“, so der Eindruck von Dr. Volker Jung, dem Kirchenpräsidenten der EKHN. Er mahnt: „Es sollte selbstverständlich sein, aus christlicher und geschichtlicher Verantwortung heraus klar Position zu beziehen und sich gegen jeglichen Antisemitismus einzusetzen. Das gilt im persönlichen Gespräch genauso wie in den Foren des Internets.“

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Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig.

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