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Die Weihnachtskrippe

E. Stosch

Den Menschen der späten Antike und des Mittelalters genügte es nicht, die Weihnachtsgeschichte zu hören. Sie wollten den Heiland mit eigenen Augen sehen und ihm möglichst nahe sein. Früheste Hinweise auf die Aufstellung einer Krippe in einer Kirche gibt es bereits aus dem antiken Armenien um das Jahr 400. In Rom wurde in einem Seitenschiff der Kirche Santa Maria Maggiore (sie wurde 420 erbaut und hieß früher „Santa Maria ad praesepe“; „praesaepe“ ist das lateinische Wort für „Krippe“) eine Kapelle für die Krippe und alle Figuren, die dazugehören, errichtet. Aus der Prozession und der Anbetung der Krippe entstanden im Mittelalter dann die Krippenspiele.  

Die lebende Krippe

Der heilige Franz von Assisi lud am 25. Dezember des Jahres 1223 die Menschen der Umgebung zur Mitternachtsmette in einen Wald bei Greccio (90 Kilometer nördlich von Rom) ein. Neben einem Altar ließ er die Szenerie von Bethlehem nachstellen: eine echte Futterkrippe mit einem aus Wachs geformten Jesuskind darin. Auch einen echten Ochsen, einen Esel und mehrere Schafe ließ er auftreten. Josef und Maria wurden zwar nicht dargestellt, doch ein paar Anhänger von Franz mimten die Hirten. Er selbst hielt die Predigt. Hunderte von Menschen standen betroffen still und erleuchteten mit ihren Lampen den nächtlichen Wald. Mit dieser Mitternachtsmesse begründete Franz von Assisi eine Tradition, die die Menschen in Greccio bis heute pflegen: Zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar wird die Weihnachtsgeschichte dargestellt. Die Partnerstadt der Gemeinde in der Provinz Rieti heißt nicht zufällig Bethlehem.

Die hölzernen Krippenfiguren werden populär

Aber nicht jede Kirchengemeinde war in der Lage, die Geburt Christi auf so lebendige Weise darzustellen, wie Franz es getan hatte. Sie behalfen sich, indem sie die lebendigen Darsteller durch geschnitzte Figuren ersetzten. Von Italien brachten die Jesuiten die Krippe über die Alpen: 1562 soll die erste in Prag aufgestellt worden sein. In manchen Städten standen die Krippen nicht nur da, um bewundert zu werden: Die Reichen brachten – wie der Legende nach die Weisen aus dem Morgenlande – ihre Opfergaben, die später unter den Bedürftigen verteilt wurden.

Doch es gab auch Bestrebungen, die Verbreitung der Krippe zu unterbinden. So wandten sich manche Herrscher während der Aufklärung (1650 bis 1800) vehement gegen den Volksbrauch, den sie als rückständig empfanden. Die österreichische Kaiserin Maria Theresia etwa verbot das Krippenwesen ganze vier Mal während ihrer Regierungszeit (1740–1780).

Die szenischen Darstellungen waren inzwischen aber bei den Familien so beliebt, dass sie anfingen, sich ihre privaten Krippen herzustellen.

Herkunft von Ochs und Esel

Nach Ochs und Esel sucht man übrigens vergeblich in der uns geläufigen Weihnachtsgeschichte. Sie tauchen aber im Pseudo-Matthäus-Evangelium aus dem 8. Jahrhundert, das zu den apokryphen Schriften zählt, auf:

Am dritten Tag nach der Geburt des Herrn verließ Maria die Höhle und ging in einen Stall. Sie legte den Knaben in eine Krippe; Ochs und Esel huldigten ihm. Da ging in Erfüllung, was der Prophet Jesaja gesagt hatte:
"Es kennt der Ochse seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn."

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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