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Gleichbereichtigung

„Frauen! Hört nicht auf zu fordern.“

FernandoPodolski/istockphoto.comDemonstration im brasilianischen São Paulo für soziale Rechte

Gleiche Rechte für Männer und Frauen sind im deutschen Grundgesetz verbrieft (Artikel 3,2). Die tägliche Praxis ist davon aber noch entfernt. Betroffen sind davon viele Lebensbereiche: Angefangen bei der politischen Teilhabe bis zum gleichen Gehalt für gleiche Arbeit, sagt Mechthild Nauck vom Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in Frankfurt.

Der Internationale Frauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 08. März 2018 begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. Nach vielen Jahrzehnten des Kampfes für gleiche Rechte seien jedoch viele Lebensbereiche noch durch gravierende Unterschiede geprägt, so Mechthild Nauck vom Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in Frankfurt.

Das Arbeitsleben als klassischer Bereich der Ungleichheit

„Besonders sichtbar ist das natürlich im Arbeitsleben. Mädchen sind heutzutage oft gut ausgebildet – die Spitzenpositionen in der Wirtschaft werden aber immer noch von Männern dominiert“, sagt Nauck. Auch an den Universitäten sei das der Fall. „Viele junge Frauen haben einen akademischen Abschluss. Bei Promotionsstellen und Habilitationsstellen dünnt es aber erheblich aus – da haben Männer bessere Karten.“

Diese soziale Realität spiegele sich auch in den Lohnunterschieden wider, so Nauck. „In den unteren Lohngruppen ist diese Ungleichheit weniger erheblich. Aber sobald es um höhere Positionen geht, bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer – und zwar rund 21 Prozent“.

Teilhabe am politischen Leben für Frauen schwierig

Auch die politische Teilhabe sei für Frauen schwieriger zu realisieren als für Männer. Zwar sind im Bundestag rund 30 Prozent der Abgeordneten Frauen. Doch gerade in der kommunalen Politik sei es für Frauen nicht so einfach Fuß zu fassen, erklärt Nauck. „In Ortsbeiräten gibt es selten Mütter mit Kindern.“ Das hänge vermutlich mit den Strukturen zusammen, die es für berufstätige Männer einfacher machten, am kommunalen politischen Leben teilzunehmen.

Kirche muss sich für Bildung und Teilhabe einsetzen

Dagegen etwas zu tun, sei nicht nur Aufgabe der Frauenbewegung, sondern sie sei genuin protestantisch, sagt Nauck. Besonderer Schwerpunkt für die Kirche und speziell für das Frauenbegegnungszentrum liege dabei auf der Bildungsarbeit. „Bildung soll Menschen dazu befähigen, sich ein Urteil zu bilden. Das ist dann die erste Grundvoraussetzung, um die Welt mitzugestalten“, so Nauck. Ein kirchlicher Beitrag zur Frauenbewegung sei es also „die Dialogfähigkeit der Frauen zu fördern – und zwar im Miteinander von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund “.

Unabhängig davon sei aber jede Frau nicht nur am Weltfrauentag dazu angehalten, die Gleichberechtigung immer wieder einzufordern. „Auch wenn die Forderungen schon hundertfach formuliert wurden – das heißt noch lange nicht, dass sie tatsächlich umgesetzt wurden“, sagt Nauck.

Evangelisches Frauenbegegnungszentrum Frankfurt


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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Indars Grasbergs

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