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Soziale Arbeit und Heilpädagogik

Sensibel werden für die Glaubensvorstellungen psychisch Erkrankter

Foto: Stefan Hof/Diakonie HessenMareike Schmidt und Hanna TeckenbrockMareike Schmidt (links) und Hanna Teckenbrock (rechts) erhielten den Hochschulpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft und der Diakonie Hessen

In ihrer Masterarbeit hat Mareike Schmidt festgestellt, dass Fachkräfte teilweise verunsichert auf die Religiosität von psychisch erkranken Klient:innen reagieren. Deshalb hat sie Arbeitsinstrumente für die Berufspraxis entwickelt. Eine weitere Absolventin, Hanna Teckenbrock, hat in ihrer Arbeit darauf hingewiesen, wie wichtig es für Menschen mit Beeinträchtigungen ist, sie bei der Orientierung im sozialen Raum zu unterstützen. Beide Frauen haben für ihre Masterarbeiten den Hochschulpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft e.V. und der Diakonie Hessen erhalten.

Mareike Schmidt und Hanna Teckenbrock haben den Hochschulpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft e.V. und der Diakonie Hessen erhalten. Bereits 2020 war klar, dass die beiden Frauen den Preis erhalten würden, doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Verleihung in den September 2021 verschoben. Die beiden Absolventinnen der Evangelischen Hochschule Darmstadt beschäftigten sich in ihren Masterarbeiten mit Fragen der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik.

Plädoyer für das Ansprechen von Glaubenserfahrungen psychisch Erkrankter

Mareike Schmidt thematisiert die Religionssensibilität als Dimension einer ressourcenorientierten Sozialen Arbeit. Sie arbeitet seit mehreren Jahren in einem ambulanten Dienst für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Unter den Fachkräften registrierte sie eine gewisse Unsicherheit, wie diese mit der Religiosität und Glauben der Klientinnen und Klienten umgehen können. Tatsächlich kann religiöses Erleben und Erfahrungen sich in psychischer Beeinträchtigung  auswirken, aber auch einen Halt bieten. Sie plädiert daher dafür, „Glaubensvorstellungen und Sehnsüchte – so irrational sie auch sein mögen – zur Sprache zu bringen, und zwar ohne für eine bestimmte Konfession einzutreten“. Als Arbeitsinstrumente für die Berufspraxis entwickelte Mareike Schmidt einen Fragebogen, um die Sensibilität der Fachkräfte für religiöse Fragen zu schulen sowie ein Seminarkonzept. Betreuer der Arbeit von Mareike Schmidt  waren Angelika Baier-Schops und Prof. Dr. Volker Herrmann.

Menschen mit geistigen Beeinträchtigung bei der Orientierung im sozialen Raum unterstützen

Ausgehend von unterschiedlichen Raumvorstellungen arbeitet Hanna Teckenbrock die Bedeutung des sozialen Raumes im Kontext der Lebenssituation von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung heraus. Sozialraum bezeichnet  sowohl den Wohn- und Lebensraum als auch den Raum, an dem soziale Beziehungen gepflegt werden. In der Aneignung ihres Sozialraums sind Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung vielfach auf Unterstützung angewiesen. Eine Orientierung am sozialen Raum in der sogenannten Behindertenhilfe sei daher erforderlich. Hanna Teckenbrock gibt Perspektiven auf die hierzu notwendige Organisationsentwicklung und die Weiterbildung der dort tätigen Fachkräfte. Betreuer der Arbeit von Hanna Teckenbrock waren Prof. Dr. Erik Weber und Stefanie Krach.

Die nächste Gewinnerin ist bereits bekannt

Die diesjährige Gewinnerin ist übrigens bereits bekannt: Den Hochschulpreis 2021 erhält Julie Noltenius für das Thema "Umgang mit Heilungsgeschichten des Neuen Testaments im Kontext der gemeindepädagogischen Arbeit mit Kindern mit einer körperlichen Behinderung".

Die Evangelische Hochschulgesellschaft und die Diakonie Hessen, bei der Ehrung vertreten durch Stefan Hof,  vergeben jährlich einen Förderpreis für herausragende Abschlussarbeiten an Absolventinnen und Absolventen der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Sie wollen damit auf drängende gesellschaftliche Fragen und Problemfelder aufmerksam machen. Der Hochschulpreis ist mit jeweils 1000 Euro dotiert. www.eh-darmstadt.de/hochschulgesellschaft

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Beten mit Worten der Bibel:

Gott,
wir erfassen kaum, was auf Erden ist,
und begreifen nur schwer,
was wir in Händen haben.
Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht?
Und wer hat deinen Ratschluss erkannt?
Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und
deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt.
Amen

(Weisheit 9,16 ff)

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