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Wie kann ich Flüchtlingen helfen?

Charlotte MattesFlüchtling notiert sich die Frankfurter Wohnviertel auf Deutsch

Nicht nur für Staat und Institutionen ist die Unterstützung und Integration von Flüchtlingen eine Herausforderung, viele Menschen wollen den Ankommenden ehrenamtlich helfen. Doch was ist überhaupt möglich und was muss dabei beachtet werden? Die folgenden Tipps bieten Anregungen, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorher informieren, was benötigt wird

Welche Einrichtung gerade welche Hilfe braucht, erfahren Sie, wenn Sie sich bei folgenden regionalen Stellen informieren. Bundesweite Informationsportale gibt es bisher nicht.

Ansprechpartner finden Sie…

  • in Ihrer Kirchengemeinde vor Ort.
  • im Diakonischen Werk oder der Caritas vor Ort.
  • bei der Stadt, in der Sie wohnen. Fragen Sie nach, an welcher Stelle sich um Migration und Asyl gekümmert wird, in vielen Städten ist das das Sozialamt oder das Ordnungsamt, aber auch die Feuerwehr und Freiwilligenagenturen können Ihnen weiterhelfen.
  • in den Flüchtlingsunterkünften vor Ort.
  • bei Wohlfahrtsverbänden, Willkommensinitiativen und –bündnissen.
  • auch die Flüchtlingsräte in jedem Bundesland und in größeren Städten kennen die Hilfsangebote und Strukturen vor Ort.
  • auch bei Hilfsorganisationen, wie Pro Asyl oder dem Deutschen Roten Kreuz.

Meistens finden Sie schnell im Internet Ansprechpartner und Initiativen. Geben Sie zum Beispiel Flüchtling, ihren Wohnort oder Stadtteil und Schlagworte wie Willkommenskultur, Spenden oder Hilfe ein.

Viele private Initiativen organisieren sich auch über die sozialen Medien. Für fast jede Stadt oder Region gibt es auf Facebook eine Gruppe, die sich das Ziel gesetzt hat, Flüchtlingen zu helfen. Gerade kurzfristige Hilfen organisieren sich über Facebook und Twitter.

Mit Geldspenden helfen

Mit Geld helfen, geht am einfachsten per Spende:

Flüchtlingen in den Krisenregionen helfen Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe.

Spendenkonto Diakonie Katastrophenhilfe
Stichwort: Flüchtlingshilfe weltweit
IBAN: DE68520604100000502502
BIC: GENODEF1EK1

Doch auch Flüchtlingsprojekte vor Ort brauchen Unterstützung. In Hessen und Nassau sammelt die Diakonie Hessen Spenden.

Diakonie Hessen
Kennwort: „Zuflucht“
IBAN: DE12 5206 0410 0004 0506 06
BIC: GENODEF1EK1

Die Diakonie Deutschland unterstützt Flüchtlingsprojekte bundesweit.

Spendenkonto Diakonie Deutschland
Stichwort: Fluechtlingshilfe
Kreditinstitut Evangelische Bank
IBAN: DE66520604100006000401
BIC: GENODEF1EK1

Immer mehr Supermärkte stellen Flüchtlingsspenden zusammen. Kunden können fertige Pakete zu reduzierten Preisen kaufen und im Anschluss gehen diese Spenden an die Flüchtlingsunterkünfte. So gelangen benötigte Spenden in die Einrichtungen.

Mit meiner Zeit helfen

Gerade traumatisierte Flüchtlinge brauchen einen festen Tagesrhythmus. In den ersten Monaten in Deutschland dürfen sie aber nicht arbeiten, daher bietet es sich an, sie zu begleiten und sie zu schönen und sinnvollen Aktivitäten anzuregen.

Je nachdem, was Sie sich zutrauen und wie viel Sie investieren möchten, können Sie Flüchtlinge in verschiedenen Bereichen unterstützen.

Begleitung bei Behördengängen oder der Wohnungssuche:

Das Asylrecht ist komplex, aber dennoch können Sie Flüchtlingen beispielsweise bei Behördengängen oder der Wohnungssuche begleiten. 

Beim Deutschlernen helfen:

Sie müssen kein Lehrer sein, um Flüchtlingen beim Deutschlernen zu helfen. Initiativen, wie Teachers on the road stellen den Kontakt her. Oft können Sie auch mit Wörterbüchern weiter helfen. Für die erste Kommunikation reichen oft Englisch oder Französisch-Kenntnisse. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, wie gut Sie die Sprache sprechen. 

Einen einzelnen Flüchtling oder eine Familie unterstützen:

In vielen Städten gibt es Patenschaften- oder Mentorenprogramme. Hier begleiten Deutsche einzelne Flüchtlinge oder Familien in ihrem Alltag.

Die Mainzer Philippusgemeinde bietet beispielsweise ein Patenschaftsprogramm für Familien an. Hier kann man sich Aktivitäten entsprechend der eigenen Interessen aussuchen: Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Deutschkurse und Behördengänge für die Eltern oder einen Fahrdienst zum Einkaufszentrum. Wer in Mainz Flüchtlingspate werden möchte, meldet sich am besten in der Philippusgemeinde in Bretzenheim oder bei dem Verein SAVE ME-Mainz.

Flüchtlingen Freizeit und Abwechslung anbieten:

Zur Begleitung gehören auch Freizeitangebote. Als Mitglied in einem Sportverein können Sie zum Beispiel erfragen, ob das Angebot für Flüchtlinge kostenlos oder kostengünstig angeboten werden kann. Das gleiche gilt für Theatergruppen oder Musikschulen.

Zum Beispiel bietet Freiwillig – Die Agentur in Frankfurt (AWO) das Projekt „Herzlich ankommen“ an. Hier gibt es Angebote in den Bereichen Kultur, Bildung und Sport. Innerhalb der Initiative können neue Projekte entstehen, je nach Begabung und Interesse der Helferinnen und Helfer. Bevor Sie helfen können, werden in einem kostenlosen Seminar Ihre persönlichen Voraussetzungen geklärt. Danach entsteht eine Art Kooperationsabkommen, um gute Zusammenarbeit abzusichern.

Aber nicht nur Vereine und organisierte Gruppen können Freizeit mitgestalten. Laden Sie beispielsweise Flüchtlinge dazu ein, die neue Stadt mit Ihnen zusammen kennenzulernen.

Frauen oder Kindern helfen:

Unicef schätzt, dass ein Viertel der Hilfesuchenden Kinder und Jugendliche sind. Gerade Minderjährige haben besondere Probleme. Manche von Ihnen sind jahrelang nicht zur Schule gegangen. Bei der Begleitung Minderjähriger sollte neben schulischen Aktivitäten die Integration in bestehende Angebote das Ziel sein.

Wenn Minderjährige in Deutschland ankommen, brauchen Sie einen Vormund. Wer ehrenamtlich die Vormundschaft übernehmen möchte, trägt eine große Verantwortung für ein möglicherweise traumatisiertes Kind. Informieren Sie sich beim Jugendamt in Ihrem Wohnort.

Frauen sind auf der Flucht besonderen Gefahren, wie sexuellen Übergriffen und Gewalt, ausgesetzt. Häufig sind unter den flüchtenden Frauen auch Schwangere, die erst in Deutschland eine gynäkologische und medizinische Versorgung erhalten. Außerdem kommen viele Frauen aus Ländern, in denen es keine Gleichberechtigung gibt. Wenn Sie sich für Frauen einsetzen wollen, können Sie beispielsweise Treffen für Frauen, Fahrradkurse oder spezielle Sprachangebote für Frauen anbieten.

Mit Fachwissen helfen:

Egal ob als Anwalt, Dolmetscher oder Arzt – gerade Fachwissen kann den Flüchtlingen weiterhelfen.

In Gießen ist zum Beispiel das Medinetz Gießen eine Anlaufstelle für Flüchtlinge. Es bietet unter anderem eine Telefonberatung für Menschen ohne Papiere, die medizinische Hilfe brauchen. Die Initiative vermittelt auch zwischen Flüchtlingen und teilnehmenden Ärzte und Apotheken.

Im Hintergrund Unterstützung anbieten:

Hemmungen bestehen oft auf beiden Seiten. Sie können aber auch im Hintergrund Flüchtlinge unterstützen. Etwa in Begegnungscafés, beim Spenden sammeln oder Hilfen organisieren. Fragen Sie nach, wie sie die Flüchtlingsarbeit unterstützen können.

Mit Sachspenden helfen

Sachspenden werden dringend benötigt, stellen die Einrichtungen aber auch vor logistische Herausforderungen. Daher gilt: Erst direkt bei den oben genannten Ansprechpartnern nachfragen, was aktuell gebraucht wird.

Das kann von Kleidung, neuer Unterwäsche über Toilettenartikel, Handy-Guthaben, Materialien zum Basteln oder Schreiben oder Decken, Möbel oder Kinderwagen gehen. Alle Spenden müssen sauber sein, vollständig und noch zu gebrauchen sein.

In vielen Städten gibt es Initiativen und Vereine, die aktualisierte Bedarfslisten führen. Ein Beispiel ist Mainkinderkram in Rüsselsheim. Dort können zu bestimmten Terminen Möbel und andere Gegenstände abgegeben werden und der Verein verteilt diese weiter. Auch Diakonie, Caritas und Kleiderkammern sind meist gute Ansprechpartner für Sachspenden.

Mit Wohnraum helfen

Ob und ab wann Flüchtlinge eine Wohnung beziehen dürfen, hängt nicht nur von ihrem rechtlichen Status ab. Darüber hinaus gibt es in den verschiedenen Bundesländern und den Kommunen unterschiedliche Bestimmungen.

Wenn es um Wohnraum für Flüchtlinge geht, ist in den meisten Fällen das Sozialamt zuständig. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob sich um ein Zimmer, eine Wohnung oder ein Haus handelt.

Wenn Sie Flüchtlinge privat aufnehmen wollen, rufen Sie bei der Stadt- oder Kreisverwaltung an und fragen, wer Ihr Ansprechpartner ist. Bevor ein Mietvertrag abgeschlossen werden kann, prüft das Amt, ob der Wohnraum geeignet ist.

Wichtig ist, dass ein eigener Mietvertrag abgeschlossen wird. Wenn Flüchtlinge noch im Asylverfahren sind oder noch keine Arbeit gefunden haben, übernimmt das Sozialamt oder das JobCenter die Miete.

Pro Asyl hat in einer Broschüre die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die bedacht werden müssen, wenn Flüchtlinge privat aufgenommen werden wollen.

Zur Broschüre (PDF)

Aber ob Flüchtlinge einziehen dürfen, ist von ihrem Asylstatus abhängig. Lassen Sie sich von den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände, dem Flüchtlingsrat, Behörden oder lokalen Initiativen beraten.

Partei ergreifen

Nicht jeder Mensch mit Vorurteilen ist gleich Rassist. Begegnen Sie Vorurteilen in Ihrem Umfeld mit Fakten. Damit Flüchtlinge nicht zum Ziel von Übergriffen und Anschlägen werden, brauchen sie Fürsprecher. Gut informiert, können Sie sich sachlich in die Debatte einbringen und negativer Stimmung entgegenstellen.

Grenzen des freiwilligen Engagements

Achten Sie auf sich. Bei der Hilfe für Flüchtlinge können Sie an Grenzen gelangen. Das können rechtliche Grenzen sein, etwa wenn es um Fragen im Asylverfahren geht oder Ihre persönlichen Grenzen. Zum einen besteht die Gefahr die eigene Kraft zu überschätzen, aber auch wenn für Flüchtlinge die Abschiebung droht, kann Sie das belasten. Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände und Freiwilligenagenturen begleiten deswegen in vielen Orten das freiwillige Engagement.

Weitere Beispiele für Initiativen und Vereine, die Flüchtlingen helfen

Bietet das Mentorenprogramm „Welcome Mainz“ an. Man füllt in einem Online-Formular aus, wann man Zeit investieren kann und was man gerne machen möchte (Tandems, Deutschunterricht, Spielgruppen, Kochabende und politische Arbeit). 

Flüchtlings-Patenprogramm für Familien, Mitarbeit möglich durch „Zeitspende“, beispielsweise einen Nachmittag Kinderbetreuung pro Woche oder Mitarbeit bei Deutschkursen. Voraussetzung ist polizeiliches Führungszeugnis. Regelmäßiger „Runder Tisch“ mit Fortbildungen in Asylrecht und Umgang mit Flüchtlingsschicksalen.

Um Flüchtlingen in Frankfurt nicht nur Unterkunft und Verpflegung, sondern auch eine Perspektive anzubieten, hat die Stadt gemeinsam mit acht Stiftungen die Initiative „Frankfurt hilft“ gegründet.

Gruppenfoto: Überreichung riesengroßer Scheck und Blumen

29.03.2019 pwb

Preis für Wiesbadener Sprachcafé-Gründerin

Zum zweiten Mal hat das Evangelische Dekanat Wiesbaden den mit 500 Euro dotierten „Wilhelm-Kahl-Preis für Mitmenschlichkeit“ verliehen. Preisträgerin ist die Wiesbadenerin Martina Lotz. Sie ist die Initiatorin des ökumenischen Sprachcafés, zu dem geflüchtete Menschen jeden Alters zusammenkommen, um Deutsch zu lernen.

27.03.2019 bj

Flucht und Trauma - Qualifizierung für Ehrenamtliche

Der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach bietet für Ehrenamtliche in der Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten kostenfreie Seminare an. In einzelnen Qualifizierungsmodulen und in einem Kompaktseminar wird hilfreiches Wissen und Methoden der Stabilisierung in der Arbeit mit psychisch belasteten und traumatisierten Geflüchteten vermittelt.
Rita Orfali in der Hocke mit einem Kind im Arm.

22.01.2019 red

Flüchtlinge helfen einander

Flüchtlinge helfen sich gegenseitig bei Umzügen oder als Dolmetscher bei Behördengängen. Sie tun das ehrenamtlich, denn Teilen und Helfen gehört zu ihrer Kultur. Da unterscheiden sich Christen nicht von Moslems.

02.01.2019 red

Frankfurter Paten-Programm Socius sucht Helfer

Im Mai startet in Frankfurt ein neuer Kurs Socius. Bei dem Programm der Evangelischen Kirche begleiten Ehrenamtliche Flüchtlinge im Alltag. Ende Januar können sich potenzielle Mentorinnen und Mentoren informieren.
Flüchtlingsunterkunft in Alsbach-Sandwiese

13.12.2018 bbiew

Der Traum von der eigenen Wohnung

Das Netzwerk Flüchtlingshilfe in Einhausen zählt rund 30 Aktive. Die Zahl ist über die Jahre stabil geblieben. Groß geblieben sind auch die Herausforderungen, wie Mitglieder der Initiative im Gespräch mit Arno Kreh, dem Dekan an der Bergstraße, erläuterten.
Gruppenfoto der Preisträger/innen

06.11.2018 pwb

Flüchtlingsprojekt „KommZivil“ erhält Weiterbildungspreis

Das Projekt „KommZivil“ zur Integration von Flüchtlingen hat Ende Oktober den Weiterbildungspreis 2018 des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur erhalten.

20.07.2018 sto

Wenn das Ehrenamt zum Beruf wird – Mutmacherin Alexandra Böckel (mit Video)

Jede freie Minute für andere spenden? Alexandra Böckel aus Gießen kennt es nicht anders – seit ihrem Studium hatte sie verschiedene Ehrenämter inne. Nun gibt sie ihr Wissen an andere weiter und macht Mut, die Welt um sich herum nicht einfach nur geschehen zu lassen, sondern sie selbst zu gestalten.

16.03.2018 mww

„Ohne Arbeit keine Integration“

„Vitamin Be“ steht für Beziehung, berufliche Perspektiven und Beschäftigung. Bei der neuen Initiative der Evangelischen Dekanate Vorderer Odenwald und Darmstadt-Stadt geht es darum, Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit das nötige Grundlagenwissen an die Hand zu geben, damit sie Geflüchtete bei der Vermittlung in Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse unterstützen können. In Groß-Umstadt soll dazu nun ein Modellprojekt entstehen.
Fortbildungsprogramm der Kirchen für Flüchtlingshelfer - Hand in Hand 5 für das 1. Halbjahr 2018

21.02.2018 nh

Fortbildungsprogramm der Kirchen für Flüchtlings- und Integrationshelfer

Das Evangelische Dekanat Kronberg und der Katholische Bezirk Main-Taunus führen ihr gemeinsames Programm zur Fortbildung von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern weiter. Die aktuelle Broschüre „Hand in Hand 5“ enthält Schulungsangebote für das erste Halbjahr 2018.

16.02.2018 bbiew

Europa mit menschlichem Antlitz

Für ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingsarbeit bieten das Zentrum Oekumene und die Diakonie Hessen im Herbst eine Begegnungsreise nach Italien an. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

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Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.

Römer 5, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_saemilee

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