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Glaube und Umweltschutz

yangphoto/istockphoto.comSinnbild für Ökostrom: Solarstrom und WindkraftSinnbild für Ökostrom: Solarstrom und Windkraft

Neue Haltung zu sich, zum Nächsten und zur Umwelt

EKHN-Umweltpfarrer Dr. Hubert Meisinger ermutigt, sich grundlegend mit dem Selbst- und Weltbild auseinanderzusetzen, das die technisierte und industrialisierte Welt bestimme. Es gehe darum, die bestehende Wahrnehmung um Elemente zu ergänzen, die schon immer zum Menschsein dazu gehörten, aber neue Bedeutung gewinnen können. „Echter Klimaschutz ist mit einem tiefgreifenden Wandel jeder*s Einzelnen verbunden. Dazu gehört, Mauern um unsere Herzen und unseren Verstand abzubauen, um echte Selbst- und Nächstenliebe als Liebe zur gesamten Schöpfung und Achtsamkeit ihr gegenüber wieder in aller Tiefe erleben und fühlen zu können“,  so Dr. Hubert Meisinger.

Eingebunden sein in alles, was existiert

Impulse für eine neue, innere Haltung gibt auch die evangelische Theologin Dorothee Sölle, die sich Gedanken darüber gemacht hat, wie der Zustand der Welt mit unserer Glaubenshaltung zusammen hängt. Sie schrieb: „Dass eine andere spirituelle Grundlage für das Überleben der Erde und aller ihrer Bewohner notwendig ist, ahnen heute immer mehr Menschen. […] Ein mystisch-ökologisches Bewusstsein versteht sich eingebunden in alles, was existiert.“ Ein Weg ist, sich wieder mit dem zu verbinden, wie wir als menschliche Geschöpfe ursprünglich angelegt sind. Dazu gehört auch, sich als Teil von Gemeinschaft zu erleben, sich in Beziehung und Angewiesen Sein zu anderen Menschen, Lebewesen und der Umwelt zu erfahren. Impulse kann der ältere Schöpfungsbericht geben, in dem der Mensch den Garten Eden bebauen und bewahren solle – so der Auftrag Gottes (1. Mose 2,15).

Nach einem solchen persönlichen Innehalten haben Reiselustige beispielsweise erlebt, dass sie plötzlich ein Unbehagen beim Gedanken an einen Fernflug oder beim Blick auf den Skizirkus in den Alpen empfinden. Stattdessen berichten sie von stimmigeren Gefühlen, wenn sie die winzige Landschaft eines Moospolsters neben der eigenen Haustür entdecken oder in Schneeschuhen die Winterlandschaft genießen.

Kreativität ist gefragt

Ein Bewusstseinswandel unter dem Motto „Ehrfurcht vor dem Leben“ mitsamt dem ethischen Imperativ „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ wie es Albert Schweitzer formuliert hat, öffnet Raum für neue, kreative Ideen, auch Widersprüche des Lebens aufzulösen. Es sind Vorschläge gefragt, wie ein individuelles und ein gemeinsames Leben aussehen können, bei denen „weniger mehr wird“ - und über diese Ideen hinaus werden konkrete Handlungsmöglichkeiten und Initiativen wichtig. Ein schönes Beispiel ist die Initiative von evangelischen Christinnen und Christen, die das Urban-Gardening-Projekt im Offenbacher Hafengarten um einen kleinen Bibelgarten bereichern wollen. 

Für künftige Generationen: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung  der Schöpfung

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau mit zahlreichen Kirchengemeinden, Dekanaten und Initiativen ihrer Verantwortung für die Schöpfung und engagiert sich für Umwelt- und Klimagerechtigkeit, auch im Rahmen der deutschen Energiewende, die für viele andere Staaten zum Vorbild einer gerechten Entwicklung teilweise geworden ist und noch werden kann. Das ökumenisch verbindende Motto lautet: „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“. Dabei zieht sich das Prinzip der Nachhaltigkeit durch alle Konzepte und Maßnahmen, damit künftige Generationen auf einer möglichst  tragfähigen und vielfältigen Lebensgrundlage aufbauen können und jetzt schon ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in eine bereichernde Wechselbeziehung miteinander gesetzt werden – wobei dem ökologischen Ansatz ein Primat eingeräumt werden muss, da planetarische Grenzen nicht überschritten werden können – oder anders ausgedrückt: Wir können es uns nicht leisten, auf Kosten zukünftiger Generationen schon jetzt alles aufzubrauchen, was zu einem guten Leben notwendig ist.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) attestiert die Rolle der Kirchen als „Mahner, Mittler und Motor“ im gesellschaftlichen Werte- und Kulturwandel hin zur Nachhaltigkeit. Im Rahmen der 12. Synode im November 2020 der EKD wird verstärkt ambitionierter Klimaschutz für eine resiliente Gesellschaft gefordert.

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Religion ist das,
was uns unbedingt angeht.

(Paul Johannes Tillich)

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