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Demokratie fördern

EKHN stellt hauptamtlichen Populismus-Experten ein

iStock/kutubQGezeichnete Menschen: Einer verteilt Luftballons in Form von Glühbirnen an andere Personen

Die EKHN will einen hauptamtlichen Experten einstellen, um besser auf fremden- und demokratiefeindliche Tendenzen zu reagieren. Die beim landeskirchlichen Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) in Mainz angesiedelte Projektstelle ist zunächst auf sechs Jahre befristet.

Die kirchlichen Gremien hätten dem Vorhaben zugestimmt, sagte der Leiter des Zentrums, Christian Schwindt, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Stellenausschreibung werde gerade vorbereitet.

Aus der Kirche gebe es zunehmend Anfragen zu diesem Themenfeld. Gemeinden wollten wissen, wie sie mit problematischen Äußerungen bei kirchlichen Versammlungen oder Kindergarten-Elternabenden reagieren sollten. Oft gebe es auch Fragen, ob und wie sich die evangelische Kirche beispielsweise an Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus beteiligen sollte. Das Thema sei in einigen Regionen besonders drängend, da es auf dem Kirchengebiet einzelne rechtsextreme Hochburgen wie Büdingen gebe.

Auch der künftige Umgang der Kirche mit der AfD soll ein Thema für die Projektstelle werden. Regelmäßige Treffen zwischen Kirchenleitung und Politikern wie bei den anderen im Mainzer und Wiesbadener Landtag vertretenen Parteien gibt es mit der AfD bislang nicht. Führende Vertreter der Kirche haben sich wiederholt deutlich von deren Programm distanziert, allerdings hat die Partei auch unter Kirchenmitgliedern viele Anhänger.

Wissenschaftler: Kirche soll eigene Werte definieren

„In der Kirche gibt es eine sehr große Unsicherheit”, sagte der Leiter des Demokratiezentrums Hessen, Reiner Becker, dem epd. Die Kirchen seien vielfach derjenige Ort, an dem gesellschaftliche Konflikte ausgetragen werden. „Es sollte nicht vorrangig um Abwehr gehen, sondern darum, die eigenen unumstößlichen Werte zu definieren”, erklärte der Marburger Wissenschaftler. „Dann müssten die anderen entscheiden, ob sie zu einer solchen Kirche gehören wollen.” Pauschale Empfehlungen für den Umgang mit fremdenfeindlichen oder rechtspopulistischen Tendenzen seien aber kaum hilfreich. Alles komme auf den Einzelfall an.

Das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung in Mainz berät Kirchenleitung und Gemeinden der EKHN zu gesellschaftlich wichtigen Themen, bereitet kirchliche Stellungnahmen vor und steht dazu im ständigen Austausch mit den Landesregierungen, Gewerkschaften und Umwelt- oder Wirtschaftsverbänden. Insgesamt beschäftigt das Zentrum rund 20 Mitarbeiter in fünf Referaten, darunter sind neben Theologen auch Politik- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Soziologen. 

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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Indars Grasbergs

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