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Kirchenpräsident mit Gastbeitrag

Jung: Mit Corona stellt Gott den Menschen Fragen

EKHN/NeetzPortrait vor abstraktem BildKirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat in einem Gastbeitrag in vielen Zeitungen des Kirchengebiets - darunter die Allgemeinen Zeitung Mainz oder der Wiesbadener Kurier - versucht, die Coronakrise theologisch zu deuten. Aber was kann sie mehr sein als eine Strafe Gottes, wie viele noch heute meinen?

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat allen Versuchen eine Absage erteilt, die Corona-Pandemie mit Hilfe von Verschwörungstheorien zu erklären oder sie als „Strafe Gottes“ zu deuten. In einem Gastbeitrag für die VRM-Mediengruppe (Mainz) schrieb er am Montag, dass wichtig sei, „nicht zu phantasieren, sondern wissenschaftlich Ursachenforschung zu betreiben und auch zu klären, wo es menschliche Fehler und menschliches Verschulden gab“. Zudem fragten viele Menschen zu Recht danach, wie die Coronakrise religiös zu deuten sei. Dabei sprach er sich deutlich gegen die traditionelle Einordnung von Seuchen als „Strafe Gottes“ aus. „Das kann und darf so heute nicht gesagt werden,“ so Jung in einem Text, der unter anderem in der Mainzer Allgemeinen Zeitung, im Wiesbadener Kurier und dem Darmstädter Echo auf Seite zwei erschien.

Gott will das Leben 

Gott stelle in der Krise dagegen Fragen an die Menschheit, erklärte der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im Rang eines Bischofs. Die biblischen Überlieferungen zeigen nach Ansicht Jungs, dass Gott nicht Leiden und Tod will, sondern Leben. Menschen seien „hineingenommen in Gottes Schöpfung“. Sie besäßen darin den besonderen Auftrag, „an der Seite Gottes und mit seiner Kraft“ dem entgegenzustellen, was Leiden und Tod bringe.

Die Erde auf Dauer erhalten  

Dies habe in der Coronakrise zunächst bedeutet, sehr konkret zu fragen, wie eine schnelle Ausbreitung des Virus verhindert werden könne. Mit Blick in die Zukunft müsse nun gefragt werden, was verändert werden muss, „damit wir diese Erde und das Leben auf ihr nicht zerstören?“ Jung: „So ist auch diese Krise ein Ruf der Umkehr zum Leben. Die Krise deckt einmal mehr wie unter einem Brennglas auf: Es ist nicht gut, wenn Menschen sich in trügerischer Selbstsicherheit gebärden, als seien sie die ‚Masters of the Universe‘. Die Krise zeigt, wie wichtig es ist, auch nach unseren Grenzen zu fragen. Und vor allem danach, wie sich diese Welt zu einer guten Welt für alle Menschen machen lässt. Gott straft mit der Krise nicht. Aber auch mit dieser Krise stellt Gott die Frage, wie wir uns und unsere Aufgabe in dieser Welt verstehen. Und die Frage, ob wir Gottes Wege zum Leben sehen und Gottes Kraft wahrnehmen.“

Hier zum Gastbeitrag von Kirchenpräsident Jung bei der Allgemeinen Zeitung 

 

 

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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / hudiemm

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