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Langjährige Seelsorgerin in Beefurth

Zum Tod von Marianne Queckbörner: Erste Pfarrerin mit Leitungsverantwortung

Kai_Wong/istockphoto.comWeiße Rosen stehen ebenso für Neuanfang wie für Abschied.Weiße Rosen stehen ebenso für Neuanfang wie für Abschied.

Sie lebte Gleichberechtigung und war eine der ersten Pfarrerinnen in Hessen-Nassau mit Leitungsverantwortung: Marianne Queckbörner. Nun ist die langjährige Seelsorgerin von Beerfurth im Odenwald vestorben, die sogar einen Sitz in der EKD-Synode hatte.

privat/EKHNPfarrerin Marianne Queckbörner (1962)Pfarrerin Marianne Queckbörner (1962)

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trauert um Marianne Queckbörner. Die erste Pfarrerin mit gesamtkirchlicher Leitungsverantwortung in der hessen-nassauischen Kirche starb am 17. November im Alter von 86 Jahren in Frankfurt am Main, wie jetzt bekannt wurde. Die langjährige Seelsorgerin von Beerfurth (Odenwaldkreis) wurde 1968 als erste Pfarrerin in den Kirchensynodalvorstand der EKHN gewählt. Damit wurde sie seinerzeit qua Amt auch Mitglied in der Kirchenleitung. Zudem wurde sie 1972 als Vertreterin der EKHN in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Diese ehrenamtlichen Aufgaben füllte sie neben ihrem Pfarrberuf aus. Der Kirchensynodalvorstand leitet die Kirchensynode, die mit einem Parlament vergleichbar ist. Das maßgebende Gremium in der EKHN entscheidet beispielsweise über Gesetze und wählt die Leitungspersonen wie etwa den Kirchenpräsidenten.

Gleichberechtigung gelebt

Der Präses der hessen-nassauischen Kirchensynode, Ulrich Oelschläger, würdigte Queckbörner als Pionierin in der evangelischen Kirche. Mit ihrem Engagement sei sie in einer historisch aufgewühlten Zeit ein „wichtiges Vorbild nicht nur für alle Frauen gewesen“. Die hessen-nassauische Kirche habe der Seelsorgerin viel zu verdanken, die vor allem vielen Frauen Mut gemacht habe, „alte Rollenmuster zu überdenken, Gleichberechtigung zu leben und gesamtkirchliche Leitungsverantwortung zu übernehmen“.

Vorkämpferin in Hessen-Nassau

Die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, sieht in Queckbörner eine „Vorkämpferin für die Rechte der Frauen“. Unter anderem ihr Engagement gegen die bis 1969 auch in der EKHN für Frauen im Pfarrdienst geltende Pflicht zur Ehelosigkeit sei ein „Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung“ in der Kirche gewesen. „Ohne den Einsatz von mutigen Frauen wie Marianne Queckbörner wäre die evangelische Kirche in der heutigen Form nicht denkbar“, so Scherf.

Drei Jahrzehnte in Beerfurth

Marianne Queckbörner war von 1962 an für fast drei Jahrzehnte Pfarrerin in Beerfurth im Odenwald. Sie baute die seinerzeit neu gegründete Johannesgemeinde mit auf und prägte sie entscheidend. Sie galt zudem vor Ort als leidenschaftliche Predigerin. Bis zuletzt blieb sie mit ihrer alten Wirkungsstätte in Verbindung.

Theologiestudium nach dem Krieg

Geboren wurde Marianne Queckbörner 1932 in Frankfurt am Main. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte sie von 1951 an in Bethel, Mainz und Frankfurt evangelische Theologie. 1958 schloss sie ihr Studium ab. Ihre Ausbildung zur Pfarrerin, das Vikariat, absolvierte sie anschließend in Königstein im Taunus. 1961 schloss sie das Vikariat mit der zweiten theologischen Prüfung ab. Ein Jahr später wurde sie Pfarrerin in Beerfurth. Dort blieb sie bis zu ihrer Pensionierung 1991. In der hessen-nassauischen Kirchensynode war sie von 1968 an bis 1992 Mitglied. Dort wurde sie nicht nur in den Synodalvorstand gewählt, sondern war während ihrer Mitgliedschaft in der Kirchensynode zeitweise auch im Theologischen Ausschuss sowie im Finanzausschuss. 

Trauerfeier am Dienstag 
Queckbörner starb nach langer, schwerer Krankheit in Frankfurt. Die Trauerfeier findet am Dienstag, 27. November um 10.30 Uhr auf dem Friedhof in Frankfurt-Niederursel (Weißkirchner Weg) statt.

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Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Matthäus 25, 40

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/ekely

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