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Jung zum Vertrauensverlust der Kirchen

Kirchenpräsident: Fromme Selbstgewissheit hilft nichts

Rolf OeserVolker Jung in der Heiliggeistkirche FrankfurtVolker Jung in der Heiliggeistkirche Frankfurt

Miserable Umfragen, erschütternde Skandale, nicht enden wollende Coronapandemie: Die Kirchen sind unterwegs in schwieriger Zeit. Das sieht auch Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung so. Doch es gibt für ihn auch Lichtblicke.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich angesichts aktueller Meinungsumfragen zum Vertrauensverlust in die Kirchen erschüttert gezeigt und vor „frommer Selbstgewissheit“ gewarnt. Die Kirchen seien derzeit „unterwegs in schwieriger Zeit“, sagte Jung am Samstag (22. Januar) bei einem Gottesdienst zum Auftakt der evangelischen Stadtsynode von Frankfurt und Offenbach. Die großen christlichen Kirchen in Deutschland verlören einer aktuellen Umfrage zufolge massiv an Vertrauen, so der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Aufgeraute und verwundete Seelen 

Nur ein Drittel der Menschen vertraue demnach noch der evangelischen Kirche. Bei der katholischen Kirche seien es mit  zwölf Prozent noch weniger. Hinzu kämen die jüngsten Berichte über den Umgang von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. „Das hat viele Menschen erschüttert. Mich auch. Dies erschüttert das Vertrauen weiter – vermutlich in beide Kirchen“, so Jung. Dies treffe zudem mitten hinein in die „schwierige gesellschaftliche Situation“ der anhaltenden Corona-Pandemie. Jung: „Viele Seelen sind aufgeraut, manche verwundet.“

Absage an fromme Selbssicherheit  

Wichtig sei zunächst eine „Absage an jede fromme Selbstsicherheit – von einzelnen und auch von Institutionen“, wie sie beispielsweise die biblische Erzählung vom Hauptmann von Kapernaum (Matthäus 8,5-13) nahelege. Sie sei „geradezu eine Drohung für alle, die meinen: Wir haben doch den richtigen Glauben und die anderen nicht – in allen Religionen und Kulturen.“ Es sei zugleich eine „frohe Botschaft“ für alle, die sich nach Orientierung sehnten und sich in Glaubensfragen unsicher fühlten.

Sehnsucht nach Glauben nachgehen

Diesem Glauben nachzugehen sei Auftrag der Kirche. Glaube sei Sehnsucht, Vertrauen und die Sorge um andere. Jung: „Es braucht Menschen, die Sehnsucht haben. Sehnsucht nach Gottes Nähe, nach seinem Wort und seiner Kraft. Sehnsucht nach einer Kraftquelle, die größer ist als wir selbst und alles, was wir Menschen sich ausdenken. Sehnsucht nach Balsam für die aufgerauten und verwundeten Seelen. Sehnsucht nach Nähe und Liebe, die gesund macht und zurechtbringt. Das braucht es für die Kinder und junge Menschen, die verunsichert sind. Das braucht es für alte Menschen, die einsam sind. Das braucht es für Kranke, die sich um ihr Leben sorgen. Für die wollen wir da sein mit unserer Sehnsucht.“

Gut:
Das heißt für mich -
frei und befreit von allem,
was ich aus Angst und Ärger tief
in mir vergraben habe.

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