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Waltraud Frodien

privat

Erste Dekanin innerhalb der EKD und in Europa

Waltraud Frodien war die erste Dekanin innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland und in Europa. 1980 gewählt, übte sie ihr Amt 18 Jahre lang in Frankfurt aus. Wie andere evangelische Theologinnen musste auch die 1936 geborene Waltraud Link  - als Frau im Berufsleben - Einschränkungen hinnehmen.

Waltraud Link studiert von 1956 bis 1962 Theologie und legt das erste kirchliche Examen in Mainz ab, das theologische Seminar in Friedberg besucht sie gemeinam mit ihrem späteren Ehemann Michael Frodien. 1962 bis 1964 wird sie Lehrvikarin in Wiesbaden, die erste Frau nach 24 männlichen Vorgängern. Grund genug für den damaligen Gemeindepfarrer, ein graphologisches Gutachten über die Befähigung der jungen Frau einzuholen. 

Heirat beendet kirchlichen Dienst

Trotz des anfänglichen Misstrauens arbeitet sie im Jugendkreis, hält Gottesdienste und ist berechtigt alle Amtshandlungen selbstständig auszuführen. Ihr Lehrpfarrer ist erstaunt, dass es von Seiten der Gemeinde keinerlei Widerstände gegen einen weiblichen Vikar gibt. Doch der berufliche Weg endet abrupt nach der Heirat. Waltraud Frodien muss den kirchlichen Dienst verlassen. Sie fällt unter das 1959 von der EKHN erlassene Pfarrerinnengesetz, das eine Ausscheidungsplicht für verheiratete Theologinnen vorsieht. Anders als ihrem Ehemann Michael Frodien bleibt ihr die Ordination ins Pfarramt verwehrt.

Von der Pfarrfrau und Vikarin zur Pfarrerin

1965 geht das Ehepaar zunächst nach Jerusalem. Michael Frodien wird Pfarrer an der Erlöserkirche, beide unterrichten in einer arabisch-evangelisch-lutherischen Schule. Nach ihrer  Rückkehr übernimmt Michael Frodien die Pfarrstelle in Kelkheim-Hornau, Waltraud Frodien wird Pfarrfrau. 1970 wechselt Michael Frodien in die Öffentlichkeitsarbeit in Frankfurt. Die vakante Pfarrstelle in Kelkheim übernimmt Waltraud Frodien als Pfarrvikarin. Denn seit 1970 dürfen nun auch verheiratete Theologinnen ins Pfarramt ordiniert werden. 1972 wird sie in die Frankfurter Emmaus-Gemeinde berufen und dort ordiniert.

Erste Frau in einem leitenden geistlichen Amt

1980 wird sie von der Dekanatssynode Frankfurt- Dornbusch zunächst zur Stellvetreterin des Dekans gewählt, im Herbst des gleichen Jahres zur ersten Dekanin innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland und in Europa. Erst sechs Jahre später wird eine zweite Frau innerhalb der EKHN Dekanin. 1995 bekleiden in 61 Dekanaten fünf Frauen diese Aufgabe, während in Frankfurt die zweite Dekanin erst 1997 gewählt wird.

Intensive Kontaktpflege und Begleitung

1980 ist das Dekanatsamt noch kein Hauptamt, regelmäßige Personalgespräche sind nicht verpflichtend. Waltraud Frodien pflegt aber gerade die Kontakte zu den Kolleginnen und Kollegen, begleitet intensiv die Wechsel der Pfarrer und Pfarrerinnen in den Gemeinden. Die Menschen liegen ihr am Herzen, in all ihrer Vielfältigkeit. Die Anwältin der Menschen wird 1989 zum zweiten Mal zur Dekanin gewählt und übt ihr Amt 18 Jahre mit viel Engagement aus.

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Wachendörfer

Sieben Jahre musste Waltraud Frodien auf ihre Ordination ins Pfarramt warten.

Die volle Gleichstellung von Pfarrerin und Pfarrerin wurde erst 1971 Wirklichkeit. Das Kirchengesetz zur Angleichung des Rechtes der Frauen im pfarramtlichen Dienst an das Recht der Pfarrer in der EKHN trat in Kraft.

Gleichstellung im geistlichen Amt -
Der Weg zur Frauenordination war lang und steinig.

Der Ergänzungsband 1 zum Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland gibt einen Überblick über die rechtlichen Meilensteine und die Verbreitung der Frauenordination in protestantischen Kirchen weltweit.

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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