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Frauen sind Kirche

privatNeben Diskussionen und Workshops ging es auf der Ersten Frauensynode 1992 in Österreich auch darum, Solidarität und Gemeinschaft zu erfahren.

Europäische Frauensynoden und Deutsche Frauensynode in Gelnhausen

Bestehende Kirchensynoden repräsentieren auch im 21. Jahrhundert nicht den Frauenanteil in den Kirchen. Patriarchale Strukturen sind insbesondere in den Leitungsgremien immer noch vorherrschend. Die ökumenische internationale Frauensynodenbewegung fordert daher gleichberechtigte Leitungsbeteiligung und akzentuiert kirchenpolitische Forderungen an alle Kirchenleitungen.

Seit 1980 wird  im Frauenreferat des Ökumenischen Rats der Kirchen, ÖRK in Genf,  die Bedeutung einer Frauensynode in Europa diskutiert. Die beteiligten Frauen verbinden Spiritualität, Politik und Wirtschaft und wollen sich einmischen in die Gestaltung Europas und  die Veränderung starrer kirchlicher Strukturen. Der Begriff „Synode“ wurde gewählt, um das Selbstverständnis der beteiligten Frauen als Kirche zu definieren. Sie betonen die ursprüngliche Bedeutung „miteinander auf dem Weg sein“ einer Synode und entscheiden sich gegen ein Delegationsprinzip. Bei den Versammlungen geht es um Wiederaneignung der kirchenpolitischen  und ökonomischen Macht engagierter Frauen.

Frauensynoden im Kontext weltweiter ökumenischer Frauenkirchen-Bewegung

Die Frauensynode steht im Kontext der weltweiten ökumenischen Frauenkirche-Bewegung. Sie ist gut vernetzt mit den bundesweiten Werkstätten Feministische Theologie und ist interkonfessionell. In der EKHN gibt es zudem eine gute Verbindung mit der AG Feminismus und Kirchen, der European Society of Women in Theology and Research (ESWTR), Maria von Magdala, Frauen an der Basis und Universität,  Netzwerk Frauen in der EKHN.

Erste nationale Frauensynoden, unterwegs zur Europäischen Frauensynode

Erste Frauennetzwerketreffen finden an mehreren Orten statt. 1987 in den Niederlanden und in der Schweiz. 1990 folgt ein internationales Netzwerktreffen in Bad Boll und 1992 die Erste Österreichische Frauensynode in Puchberg/Wels.

1994 findet die Erste Deutsche Frauensynode in Gelnhausen statt. 2002 war die Zweite Deutsche Frauensynode in Erfurt geplant zum Thema „Frauen wirtschaften im 21. Jahrhundert“. Die Durchführung konnte nicht finanziert und organisiert werden.

Der Weg zur Ersten Deutschen Frauensynode in Gelnhausen

„Das Ende der Bescheidenheit, Frauen machen Kirche weit“, skandieren die Frauen bei einem Treffen dreier bundesweiter Netzwerke im November 1990 in Bad Boll.  Die Mitglieder des Netzwerks Feministische Theologie/ des Frauennetzwerks Kirche-Knüpf an/ der AG Feminismus und Kirchen debattieren die Vorbereitung einer Europäischen Frauensynode.

Eingeladen sind zudem Frauen aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, England und der FrauenKirche-Bewegung von Marga Bühring , ÖRK Schweiz und Rosemary Radford-Ruether, USA. Eine internationale ökumenische FrauenKirche/WomenChurch ist ein gemeinsames Ziel. Alle schauen über den Tellerrand der trennenden Konfessionen, Denominationen, Lebensformen, Kirchenstrukturen, regionalen und nationalen Denkens.

Deutsche Frauensynode in Gelnhausen – Frauen und Macht

1994 begrüßt Marlene von Oettingen als „Schirmfrau der ersten Deutschen Frauensynode“ 140 Teilnehmerinnen im Burckhardthaus und Frauenstudienzentrum der EKD in Gelnhausen.

250  Frauen waren zu der dreitägigen bundesweiten Veranstaltung angemeldet;  aus Raumgründen konnte nur eine begrenzte Zahl teilnehmen.

Aus der EKHN  sind in der vorbereitenden Initiativgruppe Karin Böhmer, Ulrike Hoffmann, Ute Knie, Marlene von Oettingen.

„Frauen an die Macht  und ein Ende der Bescheidenheit“ formuliert Eva Rühmkorff, Ministerin a.D.  ihre Thesen des Einstiegsreferats. In vier Arbeitsgruppen fordern die Teilnehmerinnen im regionalen und internationalen Kontext:

Spirituelle Macht in der FrauenKirche. Ausbildung Feministische Liturgie in Theologischen Seminaren und Lehrstühle für Feministische Theologie;  Inklusive und geschlechtergerechte Sprache, gemäß des Priestertums aller Gläubigen leiten Frauen aller Denominationen Gottesdienste, Andachten und Kasualien.

Politische Macht durch mehr Frauen in Leitungsfunktion. Teilbarkeit aller Leitungsämter in Kirche und Politik, Kampf gegen Sexismus und Rassismus. Verfassungsklage gegen die Katholische Kirche wegen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz. Keine ungeschützten Arbeitsverhältnisse von Migrantinnen. Veränderung §19 Ausländergesetz, Asylrecht.

Sexuelle Macht  durch Wertschätzung unterschiedlicher Lebensformen. Widerstand gegen Sexismus und sexuellen Missbrauch, gegen Prostitutionstourismus und internationalen Menschenhandel. Antidiskriminierungsparagraph zum Schutz lesbisch-schwuler Christinnen und Christen im Kirchenrecht.

Ökonomische Macht. Neubewertung einer feministischen Arbeitspolitik.  Ökonomietrainings für Frauen. Wirtschaftlich verantwortetes Handeln in der EU. Sichtbarkeit und Anerkennung der kostenlosen ehrenamtlichen Arbeit der Frauen. Arbeit und Beschäftigung von Frauen in Ost und West, Kampf gegen Frauenarmut.  Forum auf dem Kirchentag 1995 in Hamburg.

Forderungskataolag verabschiedet

Am Ende der dreitätigen Frauensynode in Gelnhausen wird ein Forderungskatalog  im Plenum abgestimmt und verabschiedet. Es gibt eine Selbstverpflichtung der anwesenden Frauen, die Forderungen in ihre jeweiligen Leitungsgremien einzubringen ( Briefe an Kirchenleitungen, Ordensgemeinschaften, Bischöfe, Kirchenpräsidenten, Bistümer, Deutscher Frauenrat, Kirchenkreisräte, Pfarrkonvente, Gemeinden, Frauenbeauftragte u.a.)

Publizistische Verbreitung und große Resonanz

Eine weitere Verbreitung der Informationen geschieht durch die feministisch theologische Zeitschriften wie „Schlangenbrut“, Fama,  Publik Forum u.a. Die Frauensynode erhält auch darüber hinaus publizistische Resonanz in der Öffentlichkeit.

Die Synodenpräsidentin der Nordelbischen Kirche antwortet persönlich, ebenso der Domkapitular der AG christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen, Kirchenleitungen und Ordensleitungen und Kirchenkreisräte antworten direkt den Adressatinnen in ihren Landeskirchen. Kommunale und kirchliche Gleichstellungsbeauftragten reagieren auf die Forderungen.

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Dokumentation der Ersten Deutschen Frauensynode in Gelnhausen 1994

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Frauenmacht verändert das 21. Jahrhundert

Europäische Frauensynoden in Österreich und Spanien

Ein internationales Vorbereitungskommitee aus 15 europäischen Ländern organisierte die Erste Europäische Frauensynode 1996 in Gmunden. 1000 Frauen aus Europa und weiteren Ländern kommen dazu nach Österreich. Das Thema der Synode „Frauenmacht verändert das 21. Jahrhundert“.  Das ökonomische Denkkonzept der „Weiberwirtschaft“ von Dr. Ina Praetorius war ein zentrales Thema zu feministisch wirtschaftsethischen Überlegungen.  Abschließende Resolutionen richteten sich an Verantwortliche in Staat und Kirchen und enthalten eine Selbstverpflichtung der Teilnehmenden.

Zusammen Vielfalt leben

Die Zweite Europäische Frauensynode unter dem Motto „Zusammen Vielfalt leben“ findet 2003 mit 700 Teilnehmerinnen in Barcelona in Spanien statt. Die Frage zunehmender Multikulturalität und Multireligiösität Europas sind zentrale Themen, zudem die Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung von Lesben und die Entwicklung eines gerechten Europas aus feministisch theologischer Perspektive.

Schlusserklärung der Zweiten Europäischen Frauensynode

Mehr zur 2. Europäischen Frauensynode in Barcelona 2003

Die EKHN 2018

54% der Kirchenmitglieder der EKHN sind Frauen. 2018 beträgt der Frauenanteil in der EKHN-Synode nur 33%, in Leitungsgremien der Kirchenverwaltung sind es ebenfalls 33%. Bei Dekan*innen sind nur noch 17% Frauen. Dabei sind überproportional viele Frauen in der EKHN beschäftigt, in 2018 sind es 79 % Frauen; in der Diakonie Hessen sind es 81%. Ehrenamtlich Engagierte sind zu 64% Frauen.

Aktuelle Informationen erteilt die Stabsstelle Chancengleichheit der EKHN.

Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.

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