Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Evangelische Frauen

Angelika Thonipara in den Ruhestand verabschiedet

EFHNPortraitAngelika Thonipara

Nach neun Jahren Amtszeit hat der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. seine geschäftsführende Pfarrerin, Angelika Thonipara, in den Ruhestand verabschiedet. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes am 29. November 2021 in der evangelischen Stadtkirche Darmstadt würdigten die Vorstandsfrauen und Mitarbeiterinnen des Verbands ihre Verdienste und bedankten sich für die langjährige Zusammenarbeit.

EFHNBlick in den AltarraumEntpflichtung von Pfarrerin Angelika Thonipara in der Evangelischen Stadtkirche Darmstadt durch Oberkirchenrätin Dr. Melanie Beiner, Dezernentin für Kirchliche Dienste in der EKHN.

Die Entpflichtung erfolgte durch Oberkirchenrätin Dr. Melanie Beiner, Dezernentin für Kirchliche Dienste in der hessen-nassauischen Kirche. Vor ihrer Tätigkeit im Verband war Angelika Thonipara Klinikseelsorgerin in Wiesbaden und Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Budenheim sowie der Mainzer Christuskirchengemeinde. „Angelika Thonipara hat den Verband in wirtschaftlich schwierigen Zeiten übernommen“, so Luise Böttcher, Vorsitzende des Vorstands. „Mutig und voller Tatkraft nahm sie die Herausforderung an und gab dem Verband Stabilität und Perspektive. Sie hat den Verband erfolgreich umstrukturiert und inhaltlich neu ausgerichtet. Damit hat sie die Grundlage gelegt für eine wirkungsvolle und zukunftssichere Verbandsarbeit. Dafür danken wir ihr sehr.“ Nachfolgerin im Verband wird Pfarrerin Anja Schwier-Weinrich, die zuvor als Pfarrerin für Nachwuchsgewinnung für die Ansprache interessierter Nachwuchskräfte in der EKHN zuständig war.

„Sie waren mutig, nicht artig“

Angelika Thonipara war immer überzeugt von der Kraft der Solidarität, die sich in der Verbandsarbeit ausdrückt. Zusammenhalt und Gemeinschaft verleihen auch jenen Stärke, die sonst leicht übersehen werden. „Klein, aber oho“ – so lautete dementsprechend der Titel des Gastvortrags von Professorin Dr. Angela Rinn vom Theologischen Seminar Herborn: Darin erzählte sie von ihrer Begegnung mit einer „kleinen, älteren Dame aus Gießen“, die ihr damals, in den Siebziger Jahren, von der Aktion „Kauft keine Früchte aus Südafrika“ berichtete. Die Evangelischen Frauen organisierten damals einen Boykott gegen das Apartheidsregime. „Sie waren mutig, nicht artig“, so Professorin Rinn. Und so siegten sie schließlich über Banken, Wirtschaft und Regierungen: Die Apartheid war beendet. Die Erfolgsgeschichte der evangelischen Frauen war es nicht: „Bis heute schafft der Verband Räume für die Selbstermächtigung von Frauen“, so Professorin Rinn. „Räume, die Frauen spüren lassen, dass sie mit ihrem Einsatz Großes bewirken können – unerschrocken, optimistisch, humorvoll und emphatisch.“

„Die Kraft der Kleinen, wo kommt sie her?“, fragte Angelika Thonipara anschließend in ihrer Replik. „Die Kraft der Unterschätzten, der Ungesehenen – was ist das für eine Kraft, die Frauen zum Beispiel beim Weltgebetstag über Grenzen hinweg verbindet und füreinander einstehen lässt?“ Und mit Blick auf die aktuelle Jahreszeit ergänzte sie: „Jetzt an Weihnachten feiern wir die Geburt des Kleinen: Gott kommt auf die Welt als Neugeborenes. Gott traut auch den Unscheinbaren Großes zu – und ermächtigt sie: Das ist die Zusage von Weihnachten.“

Die Kraft der Solidarität von Frauen

Ökumenischer Zusammenhalt, die Vernetzung von ehrenamtlicher und hauptamtlicher Frauenarbeit und Solidarität in der Gemeinschaft – das sind Schwerpunkte, die Angelika Thonipara in den neun Jahren ihrer Amtszeit gesetzt hat. Unter ihrer Leitung sind neue Formate wie die FrauenFachKonferenz entstanden und der Katharina-Zell-Preis, der jedes Jahr eine Frau ehrt, die gegen alle Widerstände für ihre Überzeugungen eingetreten ist. Ökumenische Projekte wie die Wanderfriedenskerze und die Einweihung der koreanischen Friedensstatue lagen ihr besonders am Herzen.
Gleichzeitig war ihr stets die Eigenständigkeit des Verbands sehr wichtig als Grundlage einer unabhängigen und freien Positionierung in gesellschaftlichen und kirchenpolitischen Debatten. Hierfür richtete sie explizit den Arbeitsbereich Frauen*politik ein, der u.a. Stellungnahmen des Verbands erarbeitet wie beispielsweise zum Paragraf 219a StGB oder zur geplanten Sorgerechtsreform. Hier scheute sie sich auch nicht, eine kontroverse Meinung zu vertreten und diese gegenüber Angriffen von außen standhaft zu verteidigen. Mit Erfolg: „Jetzt steht im Koalitionsvertrag, dass der Paragraf 219a StGB endlich abgeschafft werden soll – wie wir es seit Jahren fordern!“, freut sie sich. Freie Verbände tragen die Demokratie, tragen die Kirche – davon ist Angelika Thonipara überzeugt.

„Meine Erfahrungen im Landesverband in den vergangenen neun Jahren haben mir eines immer wieder ganz deutlich gezeigt: Freie Verbände haben eine große Kraft, Kirche und Gesellschaft zu prägen“, so Thonipara. „Sie fördern das Gemeinwohl, holen Menschen aus ihren Nischen und ermächtigen sie, für ihre Überzeugungen einzustehen. Denn freie Verbände besitzen eine ganz besondere Stärke: Sie verfügen über das unschätzbare Instrument der Solidarität.“

Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. (EFHN)
Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. ist ein Mitglieder- und Dachverband für Frauen- und Familienarbeit auf dem Gebiet der hessen-nassauischen Kirche. Der Verband ist die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Er fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen und ermutigt Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Mit frauenspezifischer Kompetenz und Sicht setzt der Verband theologische, spirituelle, sozialdiakonische und politische Impulse. Zum Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. gehören 190 Mitgliedsgruppen, 80 Kirchengemeinden, 14 Frauenverbände und 370 Einzelmitglieder.
www.evangelischefrauen.de

 

 

 

Diese Seite:Download PDFDrucken

Religion ist das,
was uns unbedingt angeht.

(Paul Johannes Tillich)

to top