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Langjährige Wegbegleiterin

Landesverband EFHN trauert um Renate Reis-zur Nieden

privatPortraitRenate Reis-zur Nieden

Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. trauert um seine langjährige Mitarbeiterin, Delegierte, Freundin und Weggefährtin Renate Reis-zur Nieden. Nach schwerer Krankheit starb sie im Alter von 79 Jahren am 20. Juni 2021 in Frankfurt.

Von 1975 bis 2004 war Renate Reis-zur Nieden in der Evangelischen Frauenhilfe in Hessen und Nassau e.V. tätig, unter anderem als Abteilungsleiterin des Arbeitsbereichs Familienbildung (1976 bis 2004). Zeitweise hatte sie auch die Funktion der stellvertretenden Geschäftsführung inne (1976 bis 1984). „Renate Reis-zur Nieden ist mit wachen Augen durch das Leben gegangen“, so Angelika Thonipara, geschäftsführende Pfarrerin im Verband. „Wenn sie Ungerechtigkeiten wahrgenommen hat, hat sie eingegriffen, sich zu Wort gemeldet und ganz praktisch die Lebenssituation von Menschen verbessert. Ein wichtiges Anliegen war ihr, Frauen im Schwangerschaftskonflikt alle erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen und für die Abschaffung des § 218 StGB zu kämpfen. Stets stand sie fest an der Seite der Frauen, Familien und Kinder. Sie wusste, dass man nur Veränderungen bewirken kann, wenn man sich politisch einbringt. Das zeigt auch ihre Tätigkeit als Mitglied im kirchenpolitischen Ausschuss der SPD Hessen (seit 2012).“

Orientierung und Stärke für Familien

Renate Reis-zur Nieden hat sich über 50 Jahre in unterschiedlichen gesellschaftlichen und kirchlichen Bereichen sowie in sozialer und politischer Arbeit engagiert. „Vielen Kindern und Jugendlichen und ihren Familien hat sie warmherzig und kompetent Orientierung und Stärke mitgegeben“, so Thonipara. Seit 2004 arbeitete sie als Tagesmutter, seit 2012 zusätzlich als ehrenamtliche Sozialpflegerin und Ehrenbeamtin der Stadt Frankfurt und seit 2014 engagierte sie sich in der Arbeit mit Geflüchteten. „Ihre Arbeit hat sie immer wieder an die Schnittstelle zwischen persönlichem Erleben von Familien und gesellschaftlichen Missständen geführt. Auch hier hat sie es nie gescheut, beherzt das Wort zu ergreifen, Ungerechtigkeiten konsequent zu benennen und engagiert zu bekämpfen.“

Wegweisend in der verbandlichen Frauenarbeit

Von 2008 bis 2018 prägte Renate Reis-zur Nieden die Frauenarbeit im Vorstand des Stadtverbandes Evangelische Frauen in Frankfurt am Main e.V., seit 2010 war sie ehrenamtliche Schatzmeisterin. Immer wieder griff sie gesellschaftspolitische Themen wie z.B. Rechtspopulismus auf und bereitete sie für die Basisarbeit auf. Als Delegierte in der Jahreshauptversammlung des Landesverbands Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e. V. hat sie alle Themen, die Frauenleben besser machen, tatkräftig unterstützt. „Renate Reis-zur Nieden konnte man immer zu Vorgängen in der Geschichte des Verbandes fragen“, erinnert sich Thonipara. „Sie konnte bis ins Detail davon berichten und war so eine unerschöpfliche Quelle für nachfolgende Leitungsfrauen.“

Im Vorgängerverband Evangelische Frauenhilfe in Hessen und Nassau e. V. war sie von 1975 bis 2004 hauptamtliche Mitarbeiterin. Dort übernahm sie neben ihrer Tätigkeit als Abteilungsleiterin Familienbildung und Mitglied der Geschäftsführung mehrere kommissarische Leitungsfunktionen, darunter die Leitung der Familienbildungsstätten Offenbach (1999 bis 2000) und Wetterau (2002 bis 2003). Sie entwickelte ein sozialpädagogisches Konzept für Mutter-Kind-Kuren in der Müttergenesung, das auch die Begleitung der Mitarbeiterinnen berücksichtigte. Auch das Projekt „Kontakt- / Begleitpersonen im Problemfeld §218 StGB“ (1974 bis 2004) wurde von ihr entwickelt und begleitet. Sie trug die finanzielle Verantwortung für die Familienbildungsstätten des Verbands sowie die Personalverantwortung für die 50 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und 450 Honorarkräfte.

Engagement für Frauen und Gesellschaft

Renate Reis-zur Nieden war staatlich geprüfte Heimerzieherin (Abschluss 1964) und studierte Sozialarbeit an der staatlichen Fachhochschule in Frankfurt am Main (1968 bis 1971) sowie Pädagogik mit Schwerpunkt Jugend und Erwachsenenbildung an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main (1972 bis 1975). Neben ihrer Arbeit als Tagesmutter und im Frauenverband war sie zusätzlich Vorstandsmitglied der Evangelischen Frauenhilfe in Deutschland e.V., Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Evangelischen Familienbildungsstätten in Deutschland, Mitglied der lokalen Beiräte der Familienbildungsstätten und des Gesamtbeirats, Vorstandsmitglied der Evangelischen Erwachsenenbildung in der EKHN und Mitglied der Ethik-Kommission der EKHN. Von 1972 bis 2017 unterstützte sie die Stadt Frankfurt am Main als ehrenamtliche Wahlhelferin. Für all dieses Engagement erhielt sie 2019 die Silberne Ehrennadel der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau durch Dekan Dr. Achim Knecht überreicht.

„Renate Reis-zur Nieden hat Altem nicht nachgetrauert, sondern Veränderungen als Chance und Aufgabe gesehen. So blieb sie stets eine freundliche Gesprächspartnerin auf Augenhöhe“, so Angelika Thonipara. „Mit Kraft und Mut trat sie für ihre Überzeugungen ein. Wir verlieren mit ihr eine engagierte Kämpferin für Frauen und Familien.“

 

 

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Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch:
Gottes Gabe ist es.

Epheser 2, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / issalina

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