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70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

Frauen und Mädchen sind während der Flucht besonders gefährdet

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Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. fordert, Frauen und Kinder endlich aus den Auffanglagern an den europäischen Außengrenzen heraus in eine sichere Umgebung zu holen.

Für Frauen auf der Flucht sind Bedrohung und Angst allgegenwärtig. Sie sind ständig bedroht von Gewalt, sexuellen Übergriffen, Hunger, Krankheit und der Sorge um das Wohlergehen und den Verlust der Familie. Oft verlassen Frauen ihre Heimat mit Kindern und älteren Familienmitgliedern, weil ihre männlichen Angehörigen gefangengenommen, zum Kampf eingezogen oder getötet wurden. Die Frauen haben also einerseits die Verantwortung für das Wohlergehen und den Schutz der übrigen Familie, sind aber gleichzeitig selbst oft ohne Schutz.
Der Global Trends Report des UNHCR zeigt, dass sich im vergangenen Jahr 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht befunden haben – in etwa so viele, wie in Deutschland leben. Fast die Hälfte dieser Menschen sind Frauen und Mädchen (ca. 47%). Sie sind durch die unsicheren Lebensumstände auf der Flucht besonders gefährdet.

Das bringt beim Leben in Notunterkünften und Flüchtlingslagern große Probleme für die Frauen mit sich. Es kann sein, dass ihre Familie ohne ein männliches Familienoberhaupt nicht als Haushalt anerkannt wird. Sie haben es schwerer, Lebensmittel, Wasser und andere Hilfsgüter zu erhalten, da sie auf ihre Kinder aufpassen müssen und nicht so ohne weiteres zu den Verteilstellen kommen können. Und auch insgesamt bieten die Lager bei weitem nicht den Schutz, den Frauen normalerweise in ihren eigenen Gemeinden und Dörfern haben. Hilfsorganisationen sind zwar oft bemüht bei der Errichtung ihrer Flüchtlingslager auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen einzugehen. Sie bemühen sich um gute Beleuchtung, versuchen die Wege zu Ausgabestellen kurz zu halten, Rückzugsorte für Frauen zu schaffen und die sanitären Einrichtungen nach Geschlechtern zu trennen. Aber in der Realität sind die Zustände vielfach überaus prekär und unsicher für vulnerable Menschen.

Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. fordert, dass Frauen und Kinder endlich aus den Auffanglagern an den europäischen Außengrenzen herausgeholt werden. In Deutschland stehen derzeit viele Flüchtlingsunterkünfte leer. Es wäre möglich, auch kurzfristig wieder Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Viele Kommunen haben im Laufe der letzten Jahre immer wieder signalisiert, dass sie geflüchtete Menschen aufnehmen würden. Dies scheitert zu oft an der deutschen Bürokratie und Zuständigkeiten in Bezug auf Asylrecht und die Vergabe von Aufenthaltstiteln. Frauen und Kinder sollten schnell und unkompliziert aus den Flüchtlingslagern heraus in eine sichere Umgebung geholt werden und die Unterstützung erhalten, die sie für ein menschenwürdiges, sicheres und glückliches Leben brauchen.

 

Ökumenische Aktion Wanderfriedenskerze 2021

Viele der Frauen auf der Flucht und in den Lagern sind Mütter und etwa 42 Prozent der Menschen, die 2020 auf der Flucht waren, waren unter 18 Jahre alt. Diese Kinder stehen im Fokus der diesjährigen Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze, die unter der Überschrift „Gestohlene Kindheit – Sackgasse Flüchtlingslager“ steht. Die Aktion Wanderfriedenskerze wird von pax christi Rhein-Main und einem breiten Bündnis an Organisationen durchgeführt, zu denen auch der Verband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. gehört. Der Verband stellt für alle Interessierten eine Andacht im Internet zur Verfügung, die die Situation von Kindern und Müttern in Flüchtlingslagern aufnimmt. Die Aktion startet mit einem Eröffnungsgottesdienst am 1. September im Frankfurter Dom und läuft dann bis zum Buß- und Bettag am 17. November.

Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. (EFHN)
Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. ist ein Mitglieder- und Dachverband für Frauen- und Familienarbeit auf dem Gebiet der hessen-nassauischen Kirche. Der Verband ist die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Er fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen und ermutigt Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Mit frauenspezifischer Kompetenz und Sicht setzt der Verband theologische, spirituelle, sozialdiakonische und politische Impulse.

Zum Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. gehören 192 Mitgliedsgruppen, 79 Kirchengemeinden, 14 Frauenverbände und 373 Einzelmitglieder.

www.evangelischefrauen.de

70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention 

Die UN-Flüchtlingskonvention wurde am 28. Juli 1951 verabschiedet und trat 1954 in Kraft. Ein Zusatzprotokoll von 1967 hob die zeitlichen und auch geografischen Beschränkungen der Konvention auf. Das Abkommen listet die Rechte von Flüchtlingen auf, wie Zugang zu Gerichten des Gastlandes. Es nennt aber auch ihre Pflichten, wie der Achtung der Gesetze im Gastland.

Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR mit Infos zur Genfer Flüchtlingskonvention 

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Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

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