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Trennungskinder

Heute bei Mama - morgen bei Papa?

ADragan/gettyimages.deWenn eine Familie zerbricht, bleiben die Kinder meist bei der Mutter

Die Diakonie fordert, dass sich das Betreuungsmodell von Scheidungskindern am Kindeswohl orientiert und im Einzelfall entschieden wird.

Wochentags bei der Mutter, jedes zweite Wochenende beim Vater - so sieht der Lebensalltag von 73 Prozent aller Scheidungskinder aus. Das so genannte Wechselmodell sieht eine andere gesetzliche Regelung vor. Dabei leben die Kinder abwechselnd zu gleichen Teilen bei der Mutter und dem Vater. Der Bundestag wird sich mit diesem Betreuungsmodell beschäftigen. „So vielfältig wie Familien sind, so individuell müssen die Lösungen sein, wenn sich Eltern nach Trennung oder Scheidung gemeinsam um ihre Kinder kümmern wollen“, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich der heutigen Anhörung des Rechtsausschusses im Bundestag.

Beziehung der getrennten Eltern wichtiges Kriterium

Welches Modell der räumlichen und zeitlichen Aufteilung für die jeweiligen Kinder gut geeignet und gegebenenfalls das Beste ist, hängt von den jeweiligen Umständen der Familie ab. Maßgeblich sind neben den Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten der Eltern deren Offenheit, gegebenenfalls Beratung in Anspruch zu nehmen sowie deren Bereitschaft zu Veränderungen.

Weitere Aspekte, die laut Diakoniepositionstext für die Auswahl des Betreuungsmodells relevant sind, sind die finanziellen Verhältnisse der Eltern, die Lebensbedingungen des Kindes und sein Alltag. Hierzu zählen auch Alter, Persönlichkeit und weitere Familien- und die Freundesbezüge, sowie Einrichtungen, die das Kind besucht, also Kita, Schule, Musikschule oder Sportverein. Letztlich ergebe sich das für das Kind „passende“ Betreuungsmodell nach der Trennung der Eltern als Ergebnis einer Einzelfallbetrachtung. Das Wechselmodell sei dabei genau wie die anderen möglichen Modelle daraufhin zu prüfen, welche Chancen und Risiken es für die Kindesbetreuung durch beide Eltern mit sich bringt.

Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Betreuungsmodell müsse sich vor allem am Wohl der Kinder orientieren

„Entscheidend ist, dass sich getrennt lebende Eltern,  die sich die elterlichen Aufgaben weitgehend paritätisch teilen wollen, einvernehmlich verständigen. Ob die Kinder mal bei dem einen oder anderen Elternteil wohnen, muss dabei in der Eigenverantwortung der Eltern bleiben und darf nicht gesetzlich vorgeschrieben werde“, betont Loheide. Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Betreuungsmodell müsse sich vor allem am Wohl der Kinder orientieren. „Das Wechselmodell stellt für Eltern und Kinder eine große Herausforderung dar. Außerdem sind viele familien- und steuerrechtliche sowie sozialrechtliche Fragen noch nicht geklärt. Das führt bei dem einen oder anderen Elternteil zu Ungerechtigkeiten“, sagt Loheide. 

Die Diakonie hält nichts von einer gesetzlichen Verankerung eines einheitlichen Betreuungsmodells. „Notwendig ist eine gute Begleitung und  ein leicht erreichbares und flächendeckendes Beratungsangebot für  Familien in der Trennungsphase, um die beste Lösungen für die Kinder und die Eltern zu finden.“, betont Loheide. 

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