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Inklusion

Blind die Schule rocken

Jörn von LutzauBlind Foundation kommen bei den Grundschülern gut an

Die vier Musiker der Band Blind Foundation setzen sich für Musik ein – und für Inklusion. Sie geben nicht nur Konzerte und nehmen CDs auf, sondern besuchen Schulen und unterrichten Musik. Nebenbei zeigen sie den Kindern, dass man auch ohne Augenlicht dazu gehört.

Jörn von LutzauMohamed Metwalli ist ausgebildeter Musiker

Manfred ist blind. Mohamed auch. Florian und Markus hingegen können sehen. Zusammen bilden sie die Band Blind Foundation, mit Manfred Scharpenberg am Schlagzeug, Mohamed Metwalli am Keyboard, Florian Hollingshaus an der Gitarre und Markus Hofmann am Bass. „Wenn ich mit beiden Händen Schlagzeug spiele, kann ich nicht gleichzeitig die Noten in Braille-Schrift lesen“, erklärt Frontmann Manfred. „Also muss ich alle Stücke auswendig kennen.“ Darin besteht auch der größte Unterschied zwischen Blinden und Sehenden im Bühnenalltag der Band: „Die beiden Blinden können einfach alle Stücke sofort aus dem Kopf abrufen“, gibt Bassist Markus zu. „Wir müssen die Noten ablesen.“ 

Praktischer Musikunterricht kommt gut an

Auch in der Frankfurter August-Gräser-Schule spielen die beiden Blinden frei, während die Sehenden sich mit einem i-Pad auf dem Notenständer helfen. Vor ihnen in der Gymnastikhalle sitzen die Kinder der ersten und zweiten Klassen auf Turnmatten, in den hinteren Reihen knien sie und recken den Hals, um auch wirklich alles zu sehen. Sobald Manfred drei Takte auf dem Schlagzeug anschlägt, bewegen die Ersten ihre Arme und Oberkörper im Takt zur Musik. Die Band kommt gut an bei den Grundschülern.

In erster Linie wollen Blind Foundation in den Schulen Musik unterrichten. Sie stellen ihre Instrumente vor, erklären den Aufbau eines Songs und spielen das Kinderlied „Hänschen Klein“ in verschiedenen Variationen: mal mit vierstimmigen Gesang, dann jazzig, volkstümlich, rockig und als Hip-Hop-Version. Die Kinder wippen, schnipsen und klatschen mit.

Die gesamte Breite des AGG in einem Video

In zweiter Linie setzen sich Blind Foundation für Inklusion ein. 2013 haben sie in Kooperation mit dem Netzwerk Inklusion einen gleichnamigen Song mit Musikvideo produziert. In dem Video wollten sie alle im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) genannten Gruppen abdecken, zeigen also Menschen verschiedener ethnischer Herkünfte, Geschlechter, Religionen, Altersklassen, sexueller Identitäten sowie Behinderte. Im Video ist zudem stets ein Gebärdensprachler im Bild, der den Text für Taube sichtbar macht. „Ich wünsche mir, dass ich nicht nur durch die Behinderung definiert werde, sondern als Mensch“, erklärt Mohamed. „Ich will nicht als etwas Besonderes angesehen werden, sondern als normaler Mensch an der Gesellschaft teilhaben.“ Am Ende der Stunde spielen Blind Foundation das Lied „Inklusion“. Was Mohamed nicht sehen kann: Die Kinder stehen auf und tanzen den Refrain in Gebärdensprache.

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Ich merke, der weite Raum
entsteht nicht in mir und durch mich.
Er entsteht, weil andere da sind,
die mir Räume eröffnen,
gnädig umgehen mit meinen Schwächen,
sich einsetzen für einen menschenwürdigen Umgang
mit allen Menschen.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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