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EKHN führt evangelische Lehrkräfte ein

Das Fach Religion hilft „Pluralität zu leben“

EKHN/Rebecca KellerBevollmächtigungsgottesdienst in Darmstadt 2022 mit Ulrike ScherfBevollmächtigungsgottesdienst in Darmstadt 2022 mit Ulrike Scherf

Es ist jedesmal ein berührendes Ereignis: Jetzt sind in Darmstadt von der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf 50 Lehrkräfte für evangelische Religion eingeführt worden. Sie erhalten mit ihrer "Bevollmächtigung" eine ganz besondere Aufgabe.

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Bevollmächtigungsgottesdienst in Darmstadt 2022 mit Ulrike Scherf Ulrike Scherf im Bevollmächtigungsgottesdienst in Darmstadt 2022

Genau 50 evangelische Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind am Mittwoch (4. Mai) in der Darmstädter Friedenskirche in ihren Dienst eingeführt worden. Bei einem feierlichen Gottesdienst überreichte ihnen die Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf die Bevollmächtigungsurkunde. Die Lehrerinnen und Lehrer, von denen die meisten aus den Regionen um Darmstadt, Gießen und Offenbach kommen, dürfen nun mit allen Rechten und Pflichten das Fach evangelische Religion gestalten. In Deutschland erhalten evangelische und katholische Lehrkräfte dafür neben der staatlichen Befähigung auch eine kirchliche Vollmacht.

Stellvertretende Kirchenpräsidentin Scherf: „Mit den Grundfragen des Lebens auseinandersetzen“

In ihrer Predigt bezeichnete Scherf Religion als das Fach, um sich mit den „Grundfragen des Lebens auseinandersetzen und religiöse Orientierung zu gewinnen“. Aktuell sei auch der Ukrainekrieg und die damit verbundenen „vielen schrecklichen Bilder, die uns tagtäglich erreichen“, in den Religionsstunden Thema. Scherf: „Vielleicht war Zeit für ein Gebet oder Sie haben darum gerungen, was jetzt helfen kann, damit wieder Frieden einkehrt. An vielen Schulen gab es Hilfsaktionen. Vielleicht sind mittlerweile auch Kinder aus der Ukraine in Ihren Schulen aufgenommen worden und es stellen sich ganz praktisch Fragen nach dem, was uns mit den orthodoxen Christinnen und Christen verbindet und worin wir uns unterscheiden.“ Der Religionsunterricht biete den Raum, „den Glauben kennen zu lernen und auch zu verstehen, dass er verschieden gelebt werden kann“. Gemeinsamkeit und Differenz seien wichtig. „Beides zusammenzuhalten ist angesichts der religiösen und weltanschaulichen Pluralität, die unsere Gesellschaft prägt, eine ganz besondere Herausforderung“.

Fakten: Knapp 6000 Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Kirchengebiet

In der EKHN werden pro Jahr rund 150 Lehrerinnen und Lehrer in zwei großen Gottesdiensten bevollmächtigt. Insgesamt unterrichten derzeit knapp 6000 Lehrkräfte evangelische Religion im Kirchengebiet der EKHN. Zudem gestalten rund 950 Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer jeweils 2 bis 4 Stunden pro Woche. Weitere 150 Pfarrerinnen und Pfarrer sind dort hauptamtlich tätig. Von ihnen haben gut 100 einen Zusatzauftrag für Schulseelsorge. Für die Förderung und Begleitung der religionspädagogischen Arbeit hat die EKHN fünf Kirchliche Schulämter und betreibt gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das Religionspädagogische Institut in Marburg mit seinen regionalen Arbeitsstellen. Die EKHN hat rund 1,5 Millionen Mitglieder. Ihr Gebiet erstreckt sich von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden und von Schlitz im Osten bis Bingen im Westen. Etwa ein Viertel davon liegt in Rheinland-Pfalz.

Hintergrund: Religionsunterricht in Deutschland

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Hessische Verfassung garantieren das Recht auf konfessionellen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Damit übernimmt der Staat die Verpflichtung zur Einrichtung, organisatorischen Einbettung und personellen Absicherung des Religionsunterrichtes. Die inhaltliche Verantwortung gibt der Staat an die betreffenden Kirchen ab. Sie sind für die Themen der Lehrpläne, für die vermittelten Inhalte, für die verwendeten Unterrichtswerke und die fachliche Integrität und Qualität der Lehrkräfte verantwortlich. Das gilt auch für den neuen islamischen Religionsunterricht, der aus Sicht der EKHN einen wichtigen Beitrag zur Integration der muslimischen Gläubigen in die Gesellschaft leistet.

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In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden.

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