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Hoffnung für Osteuropa

Hilfsaktion startet: „Solidarisch über Grenzen hinweg“

Hoffnung für Osteuropa / Andreas RotzingerErholung für Kinder aus Tschernobyl-betroffenen Familien in Weißrussland - Rechte: Andreas Rotzinger, für HfO Publikationen freigegeben.Erholung für Kinder aus Tschernobyl-betroffenen Familien in Weißrussland - Rechte: Andreas Rotzinger, für HfO Publikationen freigegeben.

Der Eiserne Vorhang ist längst Geschichte. Nicht so die Trennung in den Köpfen und Lebensverhältnissen. Dagegen kämpft die Hilfsaktion "Hoffnung für Osteuropa". Eröffnung der neuen Aktion ist am Sonntag in Bad Schwalbach.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) eröffnen die diesjährige Spendenaktion „Hoffnung für Osteuropa“ am 10. März 2019 gemeinsam mit einem Festgottesdienst um 14 Uhr in der Reformationskirche in Bad Schwalbach. Die Initiative steht in diesem Jahr unter dem Motto „Solidarisch über Grenzen hinweg“. Sie soll vor allem das Bewusstsein für die Situation der östlichen Nachbarländer über die Grenzen der EU hinaus schärfen. Drei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist dieser Teil Europas immer noch auf Solidarität und Unterstützung angewiesen. Im Anschluss an den Gottesdienst ist im Gemeindehaus eine Ausstellung mit konkreten Hilfsprojekten unter anderem aus Weißrussland zu sehen.

Ehrenamtliches Engagement in Weißrussland

Am 10. März werden unter anderen der Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt und die kurhessische Dezernentin für Ökumene und Diakonie, Claudia Brinkmann Weiß, die Initiative eröffnen. Im Mittelpunkt steht das 25-jährige Jubiläum der Projektgruppe „Kinder von Tschernobyl e.V.“ aus Bad Schwalbach. Zahlreiche Begegnungen haben in Bad Schwalbach und Slavgorod stattgefunden, die zu Verständigung und konkreter Hilfeleistung beigetragen haben. Ohne ehrenamtliches Engagement könnte diese lebensnotwendige Arbeit nicht stattfinden. Einen Einblick die aktuelle Situation von Belarus ermöglicht im Anschluss an den Gottesdienst Dr. Astrid Sahm vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk. Die Spendenaktion „Hoffnung für Osteuropa“ unterstützt Projekte, die benachteiligten Kindern und Erwachsenen zugutekommen.

Initiativen und Projekte

Im Anschluss an den Gottesdienst stellen Initiativgruppen, Kirchengemeinden und kirchliche Werke ihre Projekte und Arbeitsschwerpunkte in der Reformationskirche vor. Vertreten sind Hilfsinitiativen wie das „Gustav-Adolf-Werk“, die insbesondere evangelische Gemeinden in Osteuropa und Zentralasien unterstützen und das gegenseitige Kennenlernen und das Verstehen der eigenen Standpunkte und Kulturen fördern.

 

Hintergrund „Hoffnung für Osteuropa

Die Initiative „Hoffnung für Osteuropa“ ist die Antwort der Evangelischen Kirchen in Deutschland auf den Wandel in Mittel- und Osteuropa. Gegründet 1994, soll die Aktion soziale Strukturen, diakonische Dienste und den zivil-gesellschaftlichen Aufbau fördern. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs Ende der achtziger Jahre hat in Europa ein radikaler Umbruch begonnen, der das Leben der Menschen in den ehemaligen Ostblockstaaten tiefgreifend veränderte. Mit dem Kollaps der politischen Strukturen brachen meist auch wirtschaftliche Systeme und soziale Sicherungen zusammen. Millionen Menschen wurde buchstäblich die Existenzgrundlage entzogen. Viele können bis heute nicht an dem Wirtschaftsaufschwung teilhaben, der an vielen Orten allmählich einsetzt. „Hoffnung für Osteuropa" will durch Erfahrungsaustausch und Kooperation mit einheimischen kirchlichen oder zivilgesellschaftlichen Partnern Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Vorbildhafte Sozialprojekte sollen als Symbole der Hoffnung wahrgenommen werden und zur Nachahmung motivieren. Die Aktion will zudem in Ost und West Verständnis wecken für die verschiedenartigen Lebenssituationen und Traditionen. Internationale Begegnungen und Partnerschaften zwischen den Kirchen sollen zur Völkerverständigung beitragen und zudem die Ökumene stärken.

Beispiel-Projekte

Straßenkinderprojekt in Rumänien

Das „Offene Haus“ in Hermannstadt / Sibiu bietet seit über fünfzehn Jahren vernachlässigten Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen einen Zufluchts- und Betreuungsort. Mehr als zwanzig verhaltensauffällige junge Menschen, welche aufgrund ihrer Lebensumstände in Schule und Umfeld meist ausgegrenzt werden, werden hier versorgt und erhalten Schulmaterialien sowie sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Anleitung in gewaltfreiem Umgang und Körperpflege sind fester Bestandteil des Tagesablaufs. Mit professioneller Hilfe und unter Einbeziehung der Angehörigen werden die Kinder durch Aufarbeitung von Erlebnissen in der Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. In Zusammenarbeit mit dem Kreisrat Hermannstadt wurde in 2018 erstmals ein Sommerferienlager für Straßenkinder ermöglicht.

Kindererholung für Familien aus der Region um Tschernobyl, Weißrussland

Seit 1990 werden Kinder aus der Tschernobyl-Region von Kirchengemeinden, Vereinen und Initiativgruppen nach Hessen eingeladen. Noch immer leben in Weißrussland und der Ukraine mehr als dreieinhalb Millionen Menschen in radioaktiv verseuchten Gebieten, wobei gerade der Gesundheitszustand der Kinder sehr labil ist. Sie leiden nicht nur unter schweren Krankheiten wie Krebs, vielmehr ist das gesamte Immunsystem und oft auch der Knochenbau beeinträchtigt. Die Kinder, die in begleiteten Gruppen nach Hessen kommen, wohnen für zwei bis drei Wochen bei Gastfamilien oder in Erholungseinrichtungen und werden medizinisch betreut. Sie nehmen teil an altersgemäßen Programmen und Begegnungen mit deutschen Jugendlichen. Dabei sind bereits viele Freundschaften über Grenzen hinweg entstanden.

Spendenkonto
Gesamtkirchenkasse der EKHN
Evangelische Bank
IBAN: DE27 520 604 10 000 41 000 00
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Hoffnung für Osteuropa

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Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98, 1

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_jjaakk

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