Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Neue Kirchensynode ab 19. Mai

Synode: Präseswahl zwischen heißen Spekulationen und kühlen Ordnungen

EKHN/RahnDas Plenum der Kirchensynode im Dominikaerkloster FrankfurtDas Plenum der Kirchensynode im Dominikaerkloster Frankfurt

Die Dreizehnte Kirchensynode ist mit 120 Delegierten exakt so groß wie die Gründungssynode der EKHN vor 75 Jahren: Kommenden Donnerstag tritt das Gremium zur konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei muss nicht nur die Spitze neu gewählt werden. Auch manche speziell Frankfurter Herausforderung wartet auf die Gäste im Dominikanerkloster.

EKHN/RahnUlrich Oelschläger (2022)Der scheidende Präses Ulrich Oelschläger 2022.

Ein Treffen ganz im Zeichen von wichtigen Wahlen und dem unruhigen Weltgeschehen steht ab dem kommenden Donnerstag (19. Mai) in Frankfurt am Main an. Erstmals wird dort die Dreizehnte Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Nach einer langen coronabedingten Auszeit will sich das mit einem Parlament vergleichbare Gremium in Präsenz am angestammten Tagungsort treffen - dem Dominikanerkloster in Frankfurt. Dort wird es aber deutlich luftiger als zuletzt zugehen. Die neue Synode hat nur noch 120 Sitze – übrigens exakt so viele wie die hessen-nassauische Gründungssynode vor 75 Jahren. Im Vorgängergremium nahmen noch 140 Delegierte Platz. Die Dekanatsneuordnung hat Folgen, bei der mit der sinkenden Zahl der Kirchenkreise von einstmals über 60 auf aktuell 24 auch die Zahl der Delegierten sank.

Jünger, weiblicher und ein bisschen weltlicher

Aufschlussreich sind auch einige statistische Zahlen des neuen Gremiums. Es wird jünger, weiblicher und einen Hauch weltlicher als die Zwölfte Synode. Das Durchschnittsalter der Synodalen sinkt auf 53 Jahre und liegt damit etwa 1,5 Jahre niedriger als 2016. Jüngstes Mitglied ist der Mainzer Student Steffen Ralf Batz (23). Der frühere Bad Homburger Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (75) ist das älteste Mitglied der Synode. Gleichzeitig steigt der Frauenanteil auf 44,5 Prozent gegenüber der Vorgängersynode mit 37 Prozent. Auch interessant: Durch weniger Berufungen von Pfarrerinnen und Pfarrern sinkt auch der Anteil der Ordinierten ganz leicht auf nunmehr 30 Prozent. Ein Drittel soll es nach dem Willen der Kirchenordnung auch sein.

Was wird mit den Jugenddeligierten? 

Insgesamt setzt sich die Dreizehnte Kirchensynode aus 109 gewählten Delegierten, neun wegen ihrer besonderen Kenntnisse berufenen Synodalen und jeweils einem berufenen Mitglied der Evangelisch-reformierten Stadtsynode und des Reformierten Konvents zusammen. Gibt summa sumarum 120. Hinzu kommen fünf Jugenddelegierte, die bisher zwar Rederecht, aber noch kein Stimmrecht haben. Das zu ändern, wird wohl auch eine der Aufgaben der neuen Synode sein.

Ulrich Oelschläger kandidiert nicht mehr 

Nach zwei Amtszeiten hat der bisherige Präses der Synode, Ulrich Oelschläger (Worms), angekündigt, nicht mehr für das Amt zur Verfügung zu stehen. „Der Mann mit der Glocke“, wie ihn Kirchenpräsident Volker Jung unlängst nannte, lenkte die Geschicke des maßgeblichen Entscheidungsgremiums der EKHN zwölf Jahre lang, nachdem er seit 1992 der Synode angehörte. Nun will der 75 Jahre alte ehemalige Studiendirektor Jüngeren Platz machen. Zum Abschluss gab er der Synode zuletzt noch via epd-Interview den Ratschlag mit, die Zahl der Ausschüsse zu verringern und zu überlegen, ob auch andere Berufsgruppen wie etwa Gemeindepädagoginnen und Pädagogen über Pfarrerinnen und Pfarrer hinaus den Zugang zum Entscheidungsgremium erhalten sollten. Bisher dürfen kirchliche Beschäftigte - bis auf Pfarrerinnen und Pfarrer - nicht für die Synode kandidieren. Offiziell verabschiedet wird Oelschläger dann mit dem scheidenden Kirchensynodalvorstand am 21. Mai. 

Nachfolge für Präses gesucht

Es ist ein Rätsel, das derzeit viele in Hessen-Nassau umtreibt: Wer tritt die Nachfolge von Ulrich Oelschläger an. Der wohl heißesten Frage der konstituierenden Sitzung, wer künftig für sechs Jahre ehrenamtlich an der Spitze der neuen Synode stehen wird, begegnet die Geschäftsordnung dagegen ausgesprochen kühl: „Unter Leitung der oder des Alterspräses hat die Kirchensynode zu Beginn ihrer ersten Tagung nach Bildung des Benennungsausschusses aus ihrer Mitte die oder den Präses schriftlich zu wählen“, heißt es da ebenso  protestantisch wie juristisch nüchtern. Genau das ist für den 19. Mai vorgesehen. Wenn die Synode entscheidungsfähig ist, wird voraussichtlich am Mittag ein Wahlausschuss gebildet, der Kandidierende benennt. Ab 15 Uhr geht dann das eigentlich Wahlprocedere mit Vorstellungsreden los. Wer dann die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigt, gewinnt. Auch meherere Wahlgänge sind möglich, bis das passiert. Bis dahin darf fröhlich spekuliert werden. Namen werden auch deshalb im Vorfeld nicht publik gemacht, um niemanden im Kampf um das Ehrenamt öffentlich zu beschädigen. Sicher ist bei dem ganzen Procedere nur: Einer Indiskretion wäre der heilige Zorn der Kirchensynode sicher.  

Eintracht sorgt für Wirbel bei der Synode

Bevor kommenden Donnerstag Alterspräses Wolfgang Prawitz (Rüsselsheim) dann die neue Synode eröffnet, hat die Euphorie um den Fussballclub Eintracht Frankfurt dem Gremium eine weitere Herausforderung beschert. Wegen des Einzugs der Mannschaft in das Europacup-Finale wird zeitgleich zum Start der Synode ein wahres Tohuwabohu rund um den Tagungsort der Synode in Frankfurts Innenstadt erwartet. Der ursprünglich für den 19. Mai ab 9.30 Uhr in der Frankfurter Paulskirche geplante Eröffnungsgottesdienst muss deshalb in die Heiliggeistkirche verlegt werden. Mit einem Verkehrschaos zum Auftakt der Synode ist in der City ohnhin zu rechnen. Für einen turbulenten Start der neuen Synode dürfte also schon von den äußerlichen Bedingungen her gesorgt sein. 

Ukraine wird auch Thema der konstituierenden Sitzung

Neben den Wahlen stehen aber auch viele weitere Tagesordnungspunkte an. So wird Kirchenpräsident Volker Jung in seinem traditionellen Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft am 20. Mai auch auf das Weltgeschehen eingehen. Er hat angekündigt, unter anderem zur Situation in der Ukraine Stellung zu nehmen. Erfahrungsgemäß nimmt die Synode ebenfalls aktuelle Themen gerne zum Anlass für eine Debatte. So könnte die Ukraine noch zu einem Tagesordnungspunkt werden. Aus Synodenkreisen ist bereits zu vernehmen, dass möglicherweise an einer Resolution gearbeitet werden soll. 

Synode wird wieder gestreamt 

Weiter geht auch die Arbeit an dem Reformprozess "ekhn2030". Im Fokus steht die Einbringung eines neuen Gesetzes zum Verkündigungsdienst. Es sieht unter anderem vor, dass Pfarrpersonen, Musikerinnen und soiwe Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen vor Ort viel enger zusammenarbeiten als bisher. Außerdem am 20. Mai über Mittag geplant: Eine Feierstunde zum Geburtstag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Sie wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Vorträge und ein Film werden dann auch zeigen, dass zwischen 1947 und 2022 nicht alles gleich geblieben ist, wie etwa die Anzahl der Synodensitze. Auf alle Fälle das gab es damals noch nicht: Wie schon zuletzt wird auch die konstituierende Synode wieder live ins Internet gestreamt auf www.ekhn.de

Wieder Livestream der Synode auf www.ekhn.de

 

 

 

Diese Seite:Download PDFDrucken

In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden.

to top