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ZDF-Journalist Wolf-Rüdiger Schmidt

Trauer um Grenzgänger zwischen Naturwissenschaft und Theologie

EKHN/privatWolf-Rüdiger SchmidtWolf-Rüdiger Schmidt

Er galt als einer der renommiertesten Wissenschaftsjournalisten seiner Zeit in Fragen der Theologie. Nun ist der langjährige Leiter der ZDF-Redaktion "Kirche und Leben", Wolf-Rüdiger Schmidt, gestorben.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)  trauert um Wolf-Rüdiger Schmidt. Der evangelische Theologe und frühere Leiter der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben“ starb im Oktober 2020 im Alter von 80 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Zu den von ihm verantworteten Sendungen gehörten unter anderem Beiträge zu der renommierten Sendereihe „37 Grad“ und die regelmäßigen Gottesdienstübertragungen. Der Wissenschaftsjournalist galt darüber hinaus als Experte für den Grenzbereich zwischen Naturwissenschaft und Theologie. Auch in der Fragen des christlich-jüdischen Verhältnisses erlangte er weit über die Fachwelt hinaus Renommee.

Der Kirche verbunden

Wolf-Rüdiger  Schmidt war der EKHN zeitlebens eng verbunden. So war er von 1974 bis 1986 Mitglied der hessen-nassauischen Kirchensynode. In ihr engagierte er sich vor allem im Öffentlichkeitsausschuss, dessen stellvertretender Vorsitzender er zeitweise war sowie im Theologischen Ausschuss. Daneben setzt er sich stark für die Evangelische Akademie ein. Dort war er von 1995 bis 2011 Mitglied im Leitungsgremium „Großer Konvent“  sowie viele Jahre Mitglied im Arbeitskreis Naturwissenschaft und Technik. Als Vorstandsmitglied war er zudem in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wiesbaden tätig.

Journalistische Kompetenz

Ulrich Oelschläger, der Präses der EKHN-Synode, würdigte das kirchliche Engagement des Verstorbenen: „Wolf-Rüdiger Schmidt brachte seine journalistische Kompetenz und Erfahrung viele Jahre in die synodale Arbeit ein. Für die Öffentlichkeitsarbeit setzte er in der evangelischen Kirche wichtige Impulse.“ Der Direktor der Evangelischen Akademie, Thorsten Latzel, würdigte den Journalisten ebenfalls als „Grenzgänger zwischen den Welten“. Latzel: „Mit Dr. Wolf-Rüdiger Schmidt verliert nicht nur die Evangelische Akademie Frankfurt, sondern unsere Gesellschaft einen Menschen, der sich in herausragender Weise für den Dialog von Naturwissenschaft und Glaube verdient gemacht hat.“

Zur Person Wolf-Rüdiger Schmidt

Seit 1964 Wolf-Rüdiger Schmidt als Journalist, ab 1968 als Fernsehredakteur beim ZDF und war dort von 1989 bis 2002 Redaktionsleiter für das Ressort „Kirche und Leben (evangelisch)“ im Bereich Kultur und Wissenschaft. Zu den mehr als 100 von ihm verantworteten Sendungen im Jahr gehörten das sonntägliche Magazin „Zur Zeit – In Kirche und Gesellschaft“, zahlreiche Dokumentationen, Beiträge zu der renommierten Sendereihe „37 Grad“ und die regelmäßigen Gottesdienstübertragungen.

Darüber hinaus hat sich Wolf-Rüdiger Schmidt besonders mit der Geschichte des Judentums im 19. Jahrhundert befasst. Er war Autor zahlreicher Fernsehsendungen und Publikationen zur Geschichte des Judentums (etwa „Der Mann aus Galiläa. Suche nach einem Unbekannten“, 1990; „Der brennende Dornbusch. Glanz und Elend der Juden in Europa“).

ZDF-Programmdirektor Markus Schächter würdigte Wolf-Rüdiger Schmidt bei seiner Verabschiedung 2001: „Wolf-Rüdiger Schmidt hat sich als ebenso nachdenklicher wie zupackend journalistischer Redaktionsleiter um die Ökumene und den Dialog der Religionen verdient gemacht. Und er hat beispielhaft Hervorragendes geleistet, um den Themenkreis Ethik und Gesellschaft fernsehgemäß umzusetzen. Durch wegweisende Sendungen insbesondere an der Nahtstelle von Kultur und Natur, Religion und Wissenschaft hat er den redaktionellen Spielplan markant erweitert und das Programm des ZDF dauerhaft mitgeprägt."

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In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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