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Kritischer Wiederanpfiff

Bundesligastart: „Vor lauter Begeisterung Gefahr nicht verharmlosen“

Esther StoschKirchenpräsident Volker Jung, der auch Sportbeauftrater der EKD istKirchenpräsident Volker Jung, der auch Sportbeauftrater der EKD ist

Es ist ein Spiel auf des Messers Schneide: Wenn der Ball in der Bundesliga ab Mitte Mai wieder rollt, kommen sich Viren und Begeisterung mächtig ins Gehege. Kirchenpräsident Volker Jung, der auch EKD-Sportbeauftragter ist, sieht nun Profis ganz besonders in der Pflicht.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung, der auch Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, hat anlässlich des geplanten Wiederanpfiffs der Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen auf die hohe Verantwortung der Clubs in der Coronakrise hingewiesen. Jung befürwortete zugleich, dass auch die Einschränkungen im Breitensport wieder gelockert werden sollen. Am Mittwoch hatten Bund und Länder den Profi-Spielbetrieb ab der zweiten Mai-Hälfte genehmigt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferenz erklärte. Zugleich wies sie darauf hin, dass auch der Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel unter den Hygiene-Regeln wie dem Abstandsgebot wieder erlaubt sei.

Risiko bleibt weiter bestehen

„Auch wenn in der öffentlichen Debatte um die Corona-Pandemie manchmal ein anderer Eindruck erweckt wird: Jede Lockerung ist zurzeit immer noch mit einem Risiko verbunden. Das ist bei den Gottesdiensten so. Das ist auch bei der Fußball-Bundesliga so“, kommentierte Jung am Mittwochnachmittag in Darmstadt die Entscheidung. Alles stehe und falle damit, ob die Schutzmaßnahmen auch wirklich eingehalten werden. Immer noch gehe es darum, die Corona-Infektionen zu begrenzen. Die Kanzlerin habe in der Pressekonferenz zu den neuen Lockerungen deshalb zu Recht betont: „Wir sind noch immer am Anfang der Pandemie.“

Vorbildfunktion der Bundesliga

Das gilt nach Ansicht Jungs auch für die Diskussion um die Öffnung der Bundesliga. Vertretbar ist der Wiederanpfiff mitten in der Coronakrise seines Erachtens nur, „wenn notwendige Kontrollen der Teams nicht Ressourcen binden, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, etwa bei Untersuchungen von medizinischem Personal.“ Außerdem müssten die Erfahrungen genutzt werden, um daraus weitere Lockerungen für andere Sportarten und vor allem den Breitensport zu konzipieren. Der „Bonus der ersten Startgruppe“, wie Fußball-Nationalspieler Manuel Neuer es gesagt habe, unterstreiche „noch einmal mehr, dass insbesondere dem Profifußball eine Vorbildfunktion im Sport und in der Gesellschaft zukommt“, sagte er. Jung: „Ich halte es für wichtig, dass diese Rolle jetzt sehr bewusst angenommen und gelebt wird.“

Öffnung des Breitensports positiv

Jung findet es in seiner Rolle als EKD-Sportbeauftragter auch „sehr positiv, dass bei dem Bund-Länder-Gespräch die Öffnung für den Breitensport eine wichtige Rolle gespielt hat.“ Aus christlicher Sicht seien „Bewegung und Sport ein sehr wichtiger und schöner Teil des menschlichen Lebens“. Deshalb sei es natürlich eine große Einschränkung, darauf verzichten zu müssen. Das erlebten zurzeit besonders Kinder, die ihren Bewegungsdrang auch im Wettkampfsport nicht ausleben könnten.

Gefahren nicht verharmlosen

Die Debatten um noch weitere Lockerungen beim Sport sind nach Worten Jungs nun nötig, „aber sie müssen auch weiter verantwortungsvoll und in Abwägung der Risiken geführt werden“. Ihm bleibe wichtig: „Die weiterhin bestehenden gesundheitlichen Gefahren dürfen in jeder Begeisterung für den Sport nicht verharmlost werden.“

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Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.

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