Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Horst Krockert gestorben

Trauer um „Vermittler zwischen Glauben und Gesellschaft“

EKHN/Roger TöpelmannHorst KrockertHorst Krockert

Er war der erste Leiter des Amtes für Industrie- und Sozialarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der EKHN und Bundestagsabgeordneter: Am Dienstag ist Horst Krockert gestorben.

Darmstadt/Wiesbaden, 27. Mai 2015. Der erste Leiter des Amtes für Industrie- und Sozialarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und vormalige Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der EKHN, Oberkirchenrat i.R. Horst Krockert, ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren gestorben, wie das Evangelische Dekanat Wiesbaden mitteilte. Der bis zuletzt in Wiesbaden lebende evangelische Theologe war in den 1970er und 1980er Jahren auch elf Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestags für die SPD.

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung würdigte Krockert als einen „Pionier der Vermittlung zwischen Glauben und Gesellschaft“. Seinem Engagement als erster Leiter des Amtes für Industrie- und Sozialarbeit und seiner Tätigkeit als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der EKHN habe die Kirche viel zu verdanken. Jung sagte: „Durch sein vielfältiges Engagement und seinen weiten Horizont war Horst Krockert für die Kirchenleitung über viele Jahre hinweg ein zentraler Ratgeber. Weil er gesellschaftliche Entwicklungen genau mitverfolgte und für die Kirche theologisch durchdachte, war er immer wieder ein wichtiger Impulsgeber. Gleichzeitig hat er sich dafür eingesetzt, auch die kirchlichen Argumente in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen und dort vernehmbar zu machen.“

Auch der Wiesbadener evangelische Dekan Dr. Martin Mencke zeigte sich betroffen: „Ich habe Horst Krockert als zugewandten und äußerst aufgeschlossenen Menschen kennenlernen dürfen, der durch seine Art leicht Zugang zu Menschen aus allen gesellschaftlichen Millieus hatte. Für ihn hatte der Glaube notwendigerweise deutliche Konsequenzen im Leben des Einzelnen wie der Kirche zu haben. So war Krockert ein kritischer Mahner, gesellschaftlich und politisch engagiert und ein verlässlicher Ansprechpartner für öffentliche Entscheidungsträger. Er hat als Theologe, Öffentlichkeitsarbeiter und langjähriger Bundestagsabgeordneter auch immer wieder (kirchen-)politische Debatten bereichert."

Zur Person

Horst Krockert wurde am 17. Februar 1924 in Briezen an der Oder geboren. Als Berufsoffizier geriet er während des Zweiten Weltkriegs in Kriegsgefangenschaft, wo die Lektüre der Bibel seinem leben eine neue Richtung gab. Nach der Rückkehr arbeitete er zunächst als Hotelsekretär. Anfang der 1950er Jahre studierte er dann in Mainz und Göttingen evangelische Theologie. Nach dem Vikariat in Mainz-Amöneburg bildete er im Predigerseminar der EKHN in Friedberg selber Vikare aus. 1959 wurde er für acht Jahre in Mainz Referent in der Gossner Mission, die mit Industriepraktika für den theologischen Nachwuchs und andere Veranstaltungen den Kontakt zwischen Kirche und Arbeitswelt vertiefte. Dieses Verhältnis lag ihm sehr am Herzen.

Deshalb übernahm Krockert 1967 die Leitung des neu geschaffenen Amtes für Industrie- und Sozialarbeit der EKHN, das heute im Mainzer „Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung“ aufgegangen ist. 1969 erhielt er von seinem Wiesbadener Wahlkreis ein Direktmandat für den Bundestag, dem er für die SPD drei Legislaturperioden lang angehörte.1981 übernahm er eine Pfarrstelle in der Wiesbadener Oranier-Gemeinde, folgte dann aber bereits ein Jahr später der Bitte der Kirchenleitung, die Leitung der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der EKHN und damit auch das Amt des Pressesprechers der Kirchenleitung zu übernehmen. Im März 1989 ging er in den Ruhestand. Krockert war verheiratet und Vater dreier Söhne.

 

 

Diese Seite:Download PDFDrucken

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

to top