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Wort zum Jahreswechsel von Kirchenpräsident Jung

„Das Leben gelingt nicht nur dort, wo Glück, Erfolg und Gesundheit sind, sondern wo Menschen von Gottes Liebe getragen werden“

Darmstadt 31. Dezember 2011/1. Januar 2012. In einem „Wort zum Jahreswechsel“ hat Kirchenpräsident Dr. Volker Jung dazu aufgerufen, die großen Herausforderungen des neuen Jahres „mit Beharrlichkeit anzugehen“.

Aus kleinen Anfängen könne Gottes Kraft Großes werden lassen. Dazu ermutige die biblische Jahreslosung 2012. Sie setze „ein starkes und irritierendes Signal inmitten einer weithin aufgewühlten Welt.“ Das christliche Geleitwort für das Jahr 2012 zitiert einen Satz des auferstandenen Jesus Christus und lautet „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Damit enthalte das Zitat, so schreibt Jung, zentrale Begriffe der aktuellen politischen Debatten. Sie steckten in Schlagworten wie dem „schwachen Euro“ oder den „mächtigen Rating-Agenturen“. Von Gipfeltreffen für Klima oder Finanzen würden machtvolle Signale erwartet, aber oft nur schwache Ergebnisse erzielt. In der Bibel würden Macht und Schwäche allerdings anders in Beziehung gesetzt als in der Politik.

Dieser Satz macht Mut, widerspricht, beflügelt und beschämt

Der Satz `Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.´ könne allen Hoffnung machen, die aus eigener Kraft nicht mehr weiter wissen. Er widerspreche allen, die nur bestimmtes Leben für gültiges und lebenswertes Leben hielten. „Jedes Leben ist vollgültig und von Gott durchdrungen, das Leben der Kleinen und der Großen, der Jungen und der Alten, das Leben der Gesunden und der Kranken, das der Leistungsfähigen und der Schwachen, das Leben der sogenannten Normalen und der Andersartigen“, schreibt Jung und ist zuversichtlich, dass die Jahreslosung „alle beflügelt, die sich für das Recht und das Wohl der Schwachen einsetzen“. Die anderen werde sie beschämen. In den drängenden politischen Debatten könne dieser Satz Mut machen, auch scheinbar unlösbare Probleme mit Beharrlichkeit anzugehen. „Aus kleinen Anfängen kann Gottes Kraft Großes werden lassen.
Als „große Herausforderungen“ für das neue Jahr bezeichnete Jung den weiteren Verlauf der Finanzkrise und der Volksbewegungen in Nordafrika, dem Nahen Osten und Russland sowie den weiteren Verlauf der Klimaveränderung. Davon seien viele Millionen Menschen betroffen. Weite Teile der weltpolitischen Ordnung könnten sich verändern. Die Klimaveränderung. könne Naturkatastrophen, Wasserknappheit und die Verteuerung der Nahrungsmittel auslösen. All das mache Druck – „nicht nur auf Politiker, sondern auf alle, die an irgendeiner Stelle Verantwortung übernommen haben, mit gestalten oder mit betroffen sind“, schreibt Jung. Entsprechend wachse die Sehnsucht nach „schnellen und klaren Maßnahmen“, bei manchen auch „nach einer starken Hand“. Die Jahreslosung 2012 setze einen anderen Akzent: `Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.´ - dieser Satz führe „direkt in die Tiefe des christlichen Glaubens“. Dort stehe nicht die Befindlichkeit des Menschen im Zentrum, wie dies heute weithin gesehen werde, sondern Gottes Handeln. Dessen Kraft könne gerade in Schwachheit erfahren werden. Deshalb gelinge das Leben nicht nur dort, „wo Glück, Erfolg und Gesundheit sind, sondern überall dort, wo Menschen sich im Tiefsten von Gottes Liebe getragen wissen. Das kann in Krankheit oder in Gesundheit sein, in Armut oder Reichtum, in Glück oder sogar im Unglück.“, schreibt Jung wörtlich.

Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher

Das „Wort zum Jahreswechsel“ im Wortlaut:

Die biblische Jahreslosung 2012 setzt ein starkes und irritierendes Signal inmitten einer weithin aufgewühlten Welt. Das christliche Geleitwort für das Jahr 2012 zitiert einen Satz des auferstandenen Jesus Christus und lautet „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
Schwäche und Macht sind zentrale Begriffe in den aktuellen politischen Debatten. Sie stecken in Schlagworten wie dem „schwachen Euro“ oder den „mächtigen Rating-Agenturen“. Von Gipfeltreffen für Klima oder Finanzen werden machtvolle Signale erwartet, aber oft nur schwache Ergebnisse erzielt. In der Jahreslosung werden Macht und Schwäche allerdings anders in Beziehung gesetzt als in der Politik.
Das neue Jahr 2012 hält große Herausforderungen bereit. Das gilt vom persönlichen bis hin zum weltweiten Bereich. Unabsehbar ist der weitere Verlauf der Finanzkrise und wie sie sich auf den Euro-Raum auswirken wird. Betroffen sind Millionen Berufstätige und diejenigen, die auf staatliche Zuwendungen angewiesen sind. Unabsehbar ist der weitere Verlauf der Volksbewegungen in Nordafrika, dem Nahen Osten und Russland, die weite Teile der weltpolitischen Ordnung verändern können. Unvorhersehbar ist auch der weitere Verlauf der Klimaveränderung. Er könnte Naturkatastrophen, Wasserknappheit und die Verteuerung der Nahrungsmittel auslösen. All das macht Druck. Er lastet nicht nur auf Politikern, sondern auf allen, die an irgendeiner Stelle Verantwortung übernommen haben, mit gestalten oder mit betroffen sind.
Angesichts dieser Unsicherheiten wünschen sich viele schnelle und klare Maßnahmen. Viele erwarten große Lösungen, sei es durch weitreichende Reformen oder gar völlige Umwälzungen. Auch der Wunsch nach einer starken Hand kann dazu gehören.
Die Jahreslosung 2012 setzt einen anderen Akzent: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Der Satz stammt aus einem Brief, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth im heutigen Griechenland geschrieben hat (2.Korinther 12,9).

Die entscheidende Währung für ein gelingendes Leben

Der kranke Apostel Paulus hatte den auferstandenen Jesus Christus um Gesundheit gebeten. Doch der versagt ihm diese Bitte mit den Worten: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Diese Antwort wird den Paulus zunächst einmal enttäuscht haben. Doch sie führt ihn direkt in die Tiefe des christlichen Glaubens hinein. Dort steht nicht die Befindlichkeit des Menschen im Zentrum, wie dies heute weithin gesehen wird. Glück, Erfolg und Gesundheit sind dort nicht die entscheidenden Währungen für ein lebenswertes und gelingendes Leben. Dort steht Gottes Handeln in der Mitte. Dessen Kraft erfährt er gerade in seiner Schwachheit. Am eigenen Leib erschließt sich dem kranken Paulus so das Mysterium des Kreuzes. Jesus Christus leidet ohnmächtig und stirbt am Kreuz. Darin wird er allen Schwachen zum Bruder. Doch in seiner Auferstehung verspricht Gott neues Leben. Paulus lernt: Das Leben gelingt nicht nur dort, wo Glück, Erfolg und Gesundheit sind, sondern überall dort, wo Menschen sich im Tiefsten von Gottes Liebe getragen wissen. Das kann in Krankheit oder in Gesundheit sein, in Armut oder Reichtum, in Glück oder sogar im Unglück.

Dieser Satz macht Mut, widerspricht, beflügelt und beschämt

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Dieser Satz kann allen Menschen Hoffnung machen, die aus eigener Kraft nicht mehr weiter wissen. Ihnen wird gesagt, dass Gottes Kraft insbesondere die ermutigen kann, die es am nötigsten haben. Und wer auf der Suche nach dem Glauben ist, der wird Gottes Spuren vermutlich am leichtesten bei den Schwachen finden.
Die Jahreslosung widerspricht allen, die nur bestimmtes Leben für gültiges und lebenswertes Leben halten. Nein, jedes Leben ist vollgültig und von Gott durchdrungen, das Leben der Kleinen und der Großen, der Jungen und der Alten, das Leben der Gesunden und der Kranken, das der Leistungsfähigen und der Schwachen, das Leben der sogenannten Normalen und der Andersartigen.
„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Dieser Satz wird alle beflügeln, die sich für das Recht und das Wohl der Schwachen einsetzen. Und er wird die beschämen, die das nicht tun.
In den drängenden politischen Debatten kann dieser Satz Mut machen, auch scheinbar unlösbare Probleme mit Beharrlichkeit anzugehen. Aus kleinen Anfängen kann Gottes Kraft Großes werden lassen. Das alles ist – mit Gottes Hilfe – im Jahr 2012 möglich.

Pfarrer Dr. Volker Jung Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)

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Jetzt in diesen Zeiten.
Wo Ungewissheit uns umtreibt.
Vor dem Virus, das sich ausbreitet.
Oh Gott,
wir wollen daran denken,
dass du von Urzeiten her –
deine Hand über uns hältst.

(nach Doris Joachim)

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