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Gottesdienst "Wiege des Erinnerns"

Kurs-Nr.: , 26.01.2020, Darmstadt

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Infos

Termin 26. 01. 2020 10:00 – 11:00 Uhr

Ort Gemeindezentrum Ev. Andreasgemeinde DArmstadt, Paul-Wagner-Straße 70, 64285 Darmstadt

Kosten

Links

Gottesdienst Kunst & Kultur Darmstadt-Stadt

Wiege des Erinnerns
Skulpturenzyklus und Hör-Performance am 25., 26. und 27. Januar in der Andreasgemeinde

„Wiege des Erinnerns“ heißt eine Veranstaltung, zu der die Evangelische Andreasgemeinde  einlädt. Am Samstag, 25. Januar, und Sonntag, 26. Januar, jeweils um 17 Uhr sowie am Montag, 27. Januar, um 19 Uhr können Interessierte einen Skulpturenzyklus der Künstlerin  Eva-Gesine Wegner im Gottesdienstraum der Andreasgemeinde, Paul-Wagner-Straße 70, in Darmstadt betrachten und dazu eine Hör-Performance erleben. Der Eintritt ist frei. Auch beim Gottesdienst am Sonntag, 26. Januar, 10 Uhr, stehen die Kunstwerke im Mittelpunkt.

Die Bildhauerin widmet ihre „Wiege des Erinnerns“ dem Gedenken an die 1,5 Millionen im Holocaust ermordeten jüdischen Kinder. Es ist kein Zufall, dass der Zeitraum um den internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, der 27. Januar, gewählt wurde. „Hören, betrachten, meditieren und In-Interaktion-treten mit den Kunstwerken und Erlebnissen der Künstlerin“ soll hier den Gästen ermöglicht werden. Den Impuls zu dem Thema bekam Eva-Gesine Wegner bei einer Israel-Reise 2012. Ihr Besuch der Kindergedenkstätte, einem der Gedenkorte von Yad Vashem in Jerusalem, hat sie „tief beeindruckt“, wie sie sagt. Beim Gang durch die unterirdische Höhle hören Besucherinnen und Besucher die Namen ermordeter Kinder, ihr Alter und ihre Herkunftsländer.
 
Bereits seit 2010 beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Thema. In Rimbach, nahe ihrem früheren Wohnort im Odenwald, schuf sie in Zusammenarbeit mit zwei örtlichen Schulen einen „Platz der Achtung“ mit elf Stelen, der an die Kinder der Kinder-Transporte nach England erinnerte und am 6 Juni 2015 eingeweiht wurde. Den Impuls, für das Gedenken einen Ort zu schaffen, den ersten in Deutschland, gab Ruth David, die selbst bei den Kindertransporten dabei war. Die Familie von Ruth David lud Eva-Gesine Wegner schließlich nach Israel ein.

Beim Besuch der Kindergedenkstätte hörte sie ein Wiegenlied, von einem jüdischen Jungen 1943 geschrieben. „Das ist mein Jahrgang“, erzählt die Künstlerin, „ich hätte nur noch heulen können.“ „Ich darf leben, und diese Kinder nicht“, habe sie damals gedacht. Und doch sei dem Architekten der Kindergedenkstätte, Moshe Safdie, gelungen, das Thema „nicht in seiner Schrecklichkeit“ nahe zu bringen, „sondern mit Weite, Schönheit und Ästhetik.“

„Am Eingang empfängt die Besucherinnen und Besucher ein berührend schönes Relief eines umgekommenen Kindes“, beschreibt Eva-Gesine Wegner, „im Vorraum hängen sparsam einige schwarz-weiße Kinder-Fotos, dann überrascht ein Raum mit einer eindrucksvollen Sternenkuppel.“ Jedes Kind ein Stern am Himmel, sei ihre spontane Assoziation gewesen, ein großer Frieden habe sich in ihr ausgebreitet.
Zurück in der Heimat habe sie zunächst nicht vorgehabt, das Thema künstlerisch aufzugreifen. Doch dann habe sie ein inneres Bild von einem aufgepflügten Feld gehabt, in dem ein großer blauer Stein gelegen habe. Da sie bereits einen blauen Alabaster in ihrer Werkstatt hatte, wusste sie nun, dass dieser „auf seinen Moment gewartet“ hatte. „Es war einleuchtend, dass er mit den umgekommenen Kinder zu tun haben musste“, so die Künstlerin.  

Sie erkannte dessen Wiegenform und hatte den Eindruck: „Die Kinder wollen noch einmal gewiegt werden.“ Eine „tiefe Liebe und Verbundenheit“ empfand sie für die Kinder. Sie bearbeitete noch weitere blaue Alabaster-Steine, und der Zyklus „Wiege des Erinnerns“ mit neun unterschiedlich großen Skulpturen mit Kinder-Gesichtern war geboren. Dazu schuf sie eine Performance aus Hörszenen mit Erlebnissen aus Israel und von der Entstehung der Skulpturen sowie aus jiddischen Wiegenliedern, die der Musiker Michael Valentin aus Rimbach singt.

Andrea Bauer, die frühere Pfarrerin der Andreasgemeinde, ihr Mann Manfred Weschke sowie die heutige Pfarrerin der Gemeinde, Karin Böhmer, kennen Eva-Gesine Wegner schon lange. So wurde der Weg zur Andreasgemeinde als Ort für die „Wiege des Erinnerns“ geebnet. Gemeinsam entschieden die Künstlerin, Andrea Bauer und Karin Böhmer, die Veranstaltung rund um den Holocaust-Gedenktag zu legen und mit einem Gottesdienst zu verbinden.

„Bei der Hör-Performance im Angesicht der Skulpturen können sich die Besucherinnen und Besucher mit dem Herzen mit den Kindern verbinden und sie selbst wiegen“, beschreibt Eva-Gesine Wegner das mögliche Erleben der Gäste. Aus früheren Veranstaltungen hätten Besucherinnen und Besucher berichtet, dass sie anstatt von Ohnmachtsgefühlen erlebt hätten, „etwas tun zu können“.

Details

Veranst. Ev. Andreasgemeinde Eva-Gesine Wegner (Bildhauerin)

Telefon

Telefax Langtitel

E-Mail ev.andreasgemeinde.darmstadt@ekhn-net.de

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Die wirklichen Beziehungen zwischen Menschen
sind immer ein Angewiesensein,
ein Einander-Brauchen.

(Dorothee Sölle)

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