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Werte

Kirche und Sport üben Schulterschluss

Peter BerneckerDiskussionsrundeVon links: Moderatorin Jessica Sturmberg, Silke Kassner (Kanutin), Andreas Rettig (FC St.Pauli), Volker Jung (Kirchenpräsident EKHN) und Veronika Rücker (Deutscher Olympischer Sportbund)

Vertreterinnen und Vertreter des Sports diskutierten auf dem Kirchentag in Dortmund mit Kirchenpräsident Volker Jung über gemeinsame Werte und die Krise des Vertrauens, in der beide stecken.

Kirche und Sport gelten nach wie vor als wichtige gesellschaftliche Player, die insbesondere durch ihre Jugendarbeit ein hohes Maß an Werten vermitteln, die sowohl für die Gesellschaft als auch für die einzelne Person zentrale Bedeutung haben. Menschenwürde, Toleranz und Fairness sind beispielsweise solche Werte, die sich Kirche und Sport auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Im Sport ergänzt der Wertekanon die Erfordernisse einer sportlichen Fitness und austrainierten technischen Fähigkeiten, ohne die ein Athlet es schwerlich zum Erfolg schafft. Kirche kennt im Prinzip die selben Werte, die sich schlichtweg aus dem Glauben ergeben. Die Podiumsteilnehmer waren sich schnell einig, dass insbesondere Ehrenamtliche in der Jugendarbeit von Sportvereinen und Kirchengemeinden hier viel Gutes leisten. Andreas Rettig, kaufmännischer Geschäftsführer vom FCSt. Pauli lobte Projekte wie "Kirche in der Arena" in Frankfurt am Main, bei denen Kirche und Sport aufeinander zugehen.

Verbände in der Krise

Sportliche Großverbände wie auch kirchliche Großorganisationen erfahren in der Gesellschaft derzeit eine Vertrauenskrise. Dopingskandale und Unredlichkeiten im Spitzenmanagement von Sportverbänden lassen das Vertrauen der Fans in die "schönste Nebensache der Welt" schwinden. Die Kirche hingegen steht in der Kritik wegen bekannt gewordenen Fällen sexuellen Missbrauchs. Kirchliche wie sportliche Spitzenverbände stehen zunehmend und Rechtfertigungsdruck. Kirchenpräsident Jung verwies in diesem Zusammenhang auch auf Gespräche zwischen Kirche und Landessportverbänden, in denen es unter anderem auch darum gehe, Präventionsmassnahmen bei sexualisierter Gewalt, von dem auch der Sport betroffen ist, zu entwickeln.

Kirche übt auch Kritik am Leistungsport

Kirchenpräsident Jung würdigte die Vorbildfunktion des Leistungssportes. Allerdings müssen menschenunwürdige Entwicklungen des kommerziellen Sports kritisch beleuchtet werden. Da sei zum Beispiel das Doping oder die astronomischen Ablösesummen für Spitzenspieler, die das Prinzip Leistungssport ad absurdum führen. Jung hatte sich bereits vor knapp zwei Jahren in seiner Funktion als Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche Deutschland kritisch zum Fall des brasilianischen Fußballers Neymar geäußert. Sein Wechsel vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain war mit einer Ablösesumme von 222 Millionen Euro verknüpft.

Digitalisierung beschäftigt Sport und Kirche gleichermassen

Ist sogenannter E-Sport eigentlich als richtiger Sport zu bewerten? Der FC St. Pauli bietet Jugendlichen die Möglichkeit zum E-Sport an, allerdings unter der Voraussetzung, dass sich die Kids auch noch körperlich betätigen. Und das werde gut angenommen, berichtete Andreas Rettich vom FC St. Pauli.
Kirchenpräsident Jung kennt die Diskussionen um digitale Verkündigung auch. Es gehe kein Weg an der Digitalisierung vorbei, dies gelte auch für die Kirche. Aber der persönliche Kontakt werde weiterhin in Seelsorge und Verkündigung eine maßgebliche Rolle spielen. Die Menschen wüssten nur zu gut um die Bedeutung von Gemeinschaft auch in der analogen Welt. 

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Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Matthäus 25, 40

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/ekely

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