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Kirchentagspräsident Leyendecker

"Konservativ und rechtsextrem haben nichts miteinander zu tun"

EKHNKirchentagseröffnung 2019Kirchentagseröffnung 2019

Mehr Beteiligung der Besucher und Diskussionen um gesellschaftlich strittige Fragen will der Kirchentag bieten. Glaubensfest und politischer Kirchentag müssen laut Kirchentagspräsident Leyendecker gleichwertig sein. Er verteidigte die Entscheidung, AfD-Politikern kein Forum zu geben.

Die westfälische Präses Annette Kurschus betonte, der Kirchentag sei auch für die westfälische gastgebende Landeskirche „ein Segen“. Bis Sonntag feiern nach Veranstalterangaben 118.000 Teilnehmer den Kirchentag in Dortmund mit knapp 2.400 Veranstaltungen.

Glaube in einer digitalisierten Welt leben

Die christlichen Kirchen steckten in einer Krise, sagte Generalsekretärin Helmke. Aber viele Menschen, die sich mit der Institution schwertäten, würden sich zu christlichen Werten bekennen.
In vielen Veranstaltungen werde der Blick auf Europa, auf soziale Ungerechtigkeit und die Gefährdung des Friedens gelenkt, unterstrich Helmke. Es gehe diesmal aber auch verstärkt um Zukunftsfragen, etwa bei den Veranstaltungen unter dem Motto „Roter Faden Migration, Integration und Anerkennung“. Auch werde es um die Frage gehen, wie in einer immer stärker digitalisierten Welt Glaube gelebt werden könne.

"Konservativ und rechtsextremistisch haben nichts miteinander zu tun"

Kirchentagspräsident Leyendecker unterstrich, dass beim Protestantentreffen Glaubensfest und politischer Kirchentag gleichwertig sein sollten. Wenn in Deutschland Leute Unterstützung bekämen, die für die Abschaffung der Demokratie seien, müsse deutlich dagegen gehalten werden. Leyendecker verteidigte die Entscheidung, AfD-Politikern kein Podium zu bieten: „Ich freue mich, dass wir früh ein Zeichen gesetzt haben.“ Es müsse deutlich werden, dass rechts im Sinne von konservativ und rechtsextremistisch in der Regel nichts miteinander zu tun hätten. Deshalb debattiere bei einem „Konservativen-Panel“ beispielsweise der baden-württembergische Ministerpräsident, Winfried Kretschmann (Grüne), mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Es müssen rote Linien gezogen werden

Auch die westfälische Präses Kurschus unterstrich: Hassparolen gegen bestimmte Menschengruppen dürfe es aus christlicher Sicht nicht geben. Kirchen hätten Grundbotschaften des christlichen Glaubens, die sie in die Gesellschaft hineingeben würden. Dabei müsse auch mal eine rote Linie gezogen werden. Auch das sei Rolle der Kirche. Das Motto des Kirchentages „Was für ein Vertrauen“ greife auf, dass viele Selbstverständlichkeiten wie Europa, Demokratie, Parteien und Kirchen
zunehmend infrage gestellt würden. Die westfälische Landeskirche werde mit dem Themenzentrum Wandel und einem Zentrum Sport besondere Akzente setzen.

Eröffnungsgottesdienst am Abend

Auch wenn die Zahl der Teilnehmer etwas unter denen der letzten Kirchentage liege, sei das eine passable Teilnehmerzahl, sagte Kirchentagspräsident Leyendecker. Der Kirchentag finde diesmal später statt, einige Bundesländer hätten in dieser Zeit Pfingst- oder Sommerferien. Beim Kirchentag zum Reformationsjubiläum im Jahr von 2017 in Wittenberg und Berlin waren 106.000 Dauerteilnehmer gezählt worden, beim Kirchentag 2015 in Stuttgart 97.000.

Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag sollte am Mittwochabend mit zentralen Eröffnungsgottesdiensten und einem „Abend der Begegnung“ eröffnet werden. Das bis Sonntag gehende Treffen steht unter der Losung «Was für ein Vertrauen“.

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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