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Kleine Schritte und große Transformation

Die Welt verändern. Aber wohin?

Quelle: JUKTMorgenandacht beim digitalen JugendkirchentagWährend der Morgenandacht auf dem Jugendkirchentag wurde auch um Gottes Beistand gebetet - zuvor wurde die Umweltzerstörung auf diesem Planeten thematisiert

Die evangelischen Jugendlichen hatten für ihren diesjährigen Jugendkirchentag das Motto gewählt „WI(r) verändern die Welt. Bist du dabei?“ Damit erinnern sie an die Diskussion um eine gesamtgesellschaftliche, globale Transformation, die den Klimaschutz im Blick hat. Welche Schritte der Bundesregierung gab es dazu im Konjunkturpaket?

Umweltaktivisten fordern immer wieder, eine „ökologische Transformation“, die dem Klima und der Umwelt zugutekommen solle. Damit streben sie an, dass sich unser alltägliches Verhalten, aber auch größere Systeme wie Wirtschaft und Politik sich grundlegend und dauerhaft so verändern, damit die menschliche Zivilisation sich weniger problematisch auf viele Lebewesen und natürliche Prozesse auf diesem Planeten auswirkt. Zur Transformation kann aber auch die Anpassungen an die bereits eingetretenen Klimaveränderungen gehören, beispielsweise um die Auswirkungen für besonders betroffene Bevölkerungsgruppen wie Landwirte zu lindern.

Junge Generation mit Fokus auf Transformation

Auch das Motto des diesjährigen Jugendkirchentages steht für Transformation: „WI(r) verändern die Welt. Bist du dabei?“ In der Morgenandacht am Sonntag, 14. Juni 2020, hatte das Andachts-Team in eindrücklichen und heftigen Worten per Youtube den Zuschauerinnen und Zuschauern ans Herz gelegt: „Wir alle kriegen es mit: Unsere Welt verändert sich drastisch zum Negativen. Also steht auf – fangt an, etwas zu ändern. Wir sind Teil von etwas Großem. Denkt ihr nicht, dass wir die Sachen wieder gut machen sollten, die Gottes Ebenbilder versaut haben?“ Zuvor hatte ein weiteres Team-Mitglied dazu motiviert, das eigene Verhalten im Hinblick auf umweltfreundliches Verhalten zu ändern. Sie sagte: „Hauptsache man fängt an, etwas zu ändern und wenn es noch so klein ist. Wenn jeder Mensch auf die Idee kommt, etwas besser machen zu können, können wir unsere Welt noch retten – auch wenn die Chance nicht mehr sehr groß ist. Doch sie wird immer weiter schrumpfen, je mehr Zeit wir uns lassen.“

Auch die jungen Aktiven von Fridays for Future haben diese Chance im Blick und hatten Forderungen zum Klimaschutz an die Politik zum Konjunkturpaket der Bundesregierung geäußert. In einem Interview mit dem ZDF hatte die Studentin Carla Reemtsma von Fridays for Future dann das verabschiedete Konjunkturpaket eingeschätzt: „Die großen Richtungsentscheidungen hin zu einem Transformationsprozess fehlen.“

Einzelne Maßnahmen als Schritte für Veränderung

Eine „Vollkatastrophe“ sei das Paket allerdings auch nicht, da viele Einzelmaßnahmen aus ihrer Sicht gut seien. Dabei hatte sie sich auf die Punkte im Paket bezogen wie die Verdoppelung der Prämie für Elektroautos, die Förderung der Wasserstoffstrategie und die stärkere Koppelung der Kfz-Steuer an den CO2-Ausstoß.

Cassandra Silk ist Referentin im Bereich „Umwelt & Digitale Welt“ im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Auch die evangelische Geographin befürwortet einige Punkte im Konjunkturpaket: „Das Konjunkturpaket beinhaltet einige grundlegend ökologisch sinnvolle Wegmarken.“ Dabei zählt sie auf:

  • die Deckelung der EEG-Umlage, durch die ein weiterer Anstieg der Strompreise weitestgehend vermieden werde,
  • die Aufstockung des energetischen Gebäudesanierungsprogrammes,
  • die Bezuschussung des ÖPNV und Schienenverkehrs,
  • die Förderung der E-Mobilität,
  • Anreize zu Innovationen und Ausbau der Wasserstoff-Technologie,
  • die Abschaffung des Photovoltaik-Deckels und
  • die Stärkung des Ausbaus von Offshore-Windenergieanlagen. 

Willen zum Umdenken da, aber kritische Punkte

Laut Silk setzte der Entwurf des Konjunkturpakets deutliche Signale im Zeichen des Klimaschutzes. Sie betont: „Einige Maßnahmen wären vor einigen Jahren kaum zu erwarten gewesen, dennoch gibt es noch einen wichtigen und dringenden Weiterentwicklungsbedarf, um die Klimaziele einhalten zu können.“ Im Gegensatz zu Carla Reemtsma nimmt sie in dem Maßnahmen-Paket durchaus einen Willen zur klimafreundlichen Transformation wahr. Cassandra Silk erklärt: „Ein politisches Umdenken ist zu erkennen.“

Wie einige Vertreterinnen von Fridays for Future und Umweltbeauftrage der EKD, sieht Cassandra Silk auch kritische Aspekte. Sie erwähnt:

  • Es fehlen gezielte Anreize für Betriebe und Haushalte, sich ökologisch und auf nachhaltige Wirtschaftsmodelle auszurichten.
  •  Die Rettungspakete für Fluggesellschaften und Reiseunternehmen ohne konkrete Auflagen tragen nicht zum Klimaschutz bei. 
  • Die Ausgestaltung dieses Konjunkturpaketes bietet eine einmalige Chance den Weg zu einem zukunftsweisenden, sozial-ökologischen Wandel hin zur Nachhaltigkeit zu ebnen, der unabdingbar für die Bewältigung der Krise hinter der Krise ist, dem fortschreitenden Klimawandel.

Reflexion und Willensstärke als Basis für Veränderung

Cassandra Silk fasst zusammen: „Das Klimapaket hätte ambitionierter und mutiger ausfallen müssen.“ Dabei denkt sie auch an die Jugendlichen beim digitalen Jugendkirchentag, die als junge Generation maßgeblich zu gesellschaftlichem Wandel beitragen werden. Sie sagt: „Ich freue mich sehr darüber, dass die jungen Leute darüber reflektieren und gemeinsam Erfahrungen austauschen.“ Sich Zeit für Reflexion zu nehmen sei besonders wichtig, denn Zielrichtungen und Herangehensweisen – auch im Hinblick auf den sozial-ökologischen Wandel– müssten immer wieder hinterfragt und neu ausgerichtet werden.

Die evangelischen Umweltbeauftragten zum Konjunkturpaket

mehr über Nachhaltigkeit und Schöpfung

mehr über den Jugendkirchentag

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also eben nicht die unverbundene Selbststeigerung,
die alles andere benutzt zur eigenen Optimierung.

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