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Hildegard von Bingen

„Äußere Schönheit kommt von innen“

AlexRaths/IstockphotoKräuter zum Würzen und auch als HeilpflanzenKräuter zum Würzen und auch als Heilpflanzen

Hildegard von Bingen vertrat eine ganzheitliche Lehre, die Körper, Geist und Sinne als voneinander abhängig betrachtet. Für die Äbtissin und Universalgelehrte war das irdische Wohl allerdings nicht ohne den himmlischen Segen zu haben. Bereits im 12. Jahrhundert propagierte sie die Formel „äußere Schönheit kommt von innen“. Zu ihrer Gesundheitslehre gehörten Lebenswandel, Lebensmittel und verschiedene Kräuter.

Eisenacher~commonswikiHildegard von Bingen empfängt eine göttliche Inspiration und gibt sie an ihren Schreiber weiter. Miniatur aus dem Rupertsberger Codex des Liber Scivias.Hildegard von Bingen. Miniatur aus dem Rupertsberger Codex des Liber Scivias

Lebensmittel verstand die Gelehrte Benediktinerin als „Heilmittel zum Leben“. Viele ihrer Ratschläge sind heute weit verbreitet. Manches findet sich in Reformhäusern, Bioläden und Wellness-Oasen wieder. Ihr Rat nach geregeltem Wechsel von Ruhe und Aktivität erscheint heute selbstverständlich. Auch seelische Reinigung durch Liebe und Hoffnung, Musik, Gebet und Meditation wirken für viele Menschen modern. Die Nonne aus Bingen riet auch zu Schwitzbädern und Fasten. Manches andere wirkt mittelalterlich wie Aderlass und Schröpfen. Auch die Anwendung von Mineralen und Edelsteinen sowie die Berücksichtigung der Mondphasen sind moderner Medizin fremd.

Dinkel als universelles Lebens- und Heilmittel

„Die Seele kann sich nur über den Körper ausdrücken und gibt uns über ihn ihr Wohl-, aber auch ihr Missbefinden kund,“ schrieb Hildegard. Ihr universelles Lebens- und Heilmittel in der Ernährungstherapie ist der Dinkel. „Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem der ihn isst, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen.“  Zur maßvollen und ausgewogenen Ernährung rechnet sie außerdem Sellerie, Edelkastanie und Fenchel.

Hildegards Kräuterkunde

Quendel, eine wilde Form des Thymians, verwendete Hildegard besonders bei Durchblutungsstörungen, Kopfschmerzen, Husten und Hautkrankheiten. Die Heilpflanze Bertram empfahl sie als Gewürz, das die Verdauung fördert, das bei Magenproblemen hilft, sowie bei Herzerkrankungen und Verstopfung nützt.  Galant, ein Verwandter des Ingwers, schätzte die Nonne bei schwachem Kreislauf und Herzproblemen, bei Verstopfung und Lungenproblemen sowie bei Fieber und Husten. Und Meisterwurz empfahl Hildegard speziell bei Fieber. Dazu sollte man die zerstoßene Wurzel zusammen mit Wein ansetzen und trinken.

Ganzheitliche Hildegard-Medizin

Das Himmlische mit dem Irdischen zu verbinden, das war die Lebensmaxime der Hildegard von Bingen. Die Wirkung von Kräutern und Anwendungen verband die heilkundige Nonne mit den Fragen nach dem Sinn der Krankheit, also mit der Frage nach dem Woher und Wohin des Lebens und des Sterbens. „Solche umfassenden, ganzheitlichen  Ansätze sind bis heute für viele Menschen bedeutsam“, erklärt Pfarrer Kurt W. Schmidt vom evangelischen Markus-Krankenhaus in Frankfurt. „Es gibt ein starkes Bedürfnis nach Erklärung von Krankheit und Leiden.“  

Im 19. Jahrhundert habe die aufkommende Schulmedizin einen radikalen Schnitt gemacht mit Erklärungsmodellen, die sie naturwissenschaftlich nicht beweisen konnte. „Das war eine wichtige Entlastung von abergläubischen Vorstellungen.“ Der Erfolg habe der naturwissenschaftlichen Medizin Recht gegeben. Heute erlebe er viele Patienten, die wirkungsvolle moderne Medikamente verlangten und gleichzeitig alternative Heilmittel, Sinn und Lebensvergewisserung suchten. Beides verbinde sich nicht automatisch, sei aber für viele Patienten notwendig.

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.

Epheser 2, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Calfy Pattie

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