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Klimawandel

Für das Klima – Autofasten bis Ostern

@istockphoto, sara_winterRobbenDurch den Klimawandel verändern sich die Lebensräume von Robben, Eisbären und Walen, das Eis an den Polen schmilzt schneller als erwartet - aber auch Menschen werden betroffen sein

Noch nie gab es so wenig Meereis wie im Januar 2017 seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem war auch 2016 die Luft in deutschen Städten stark mit Stickstoffdioxid belastet. Jetzt rufen auch das Umweltbundesamt und die Grünen zur kirchlichen Aktion „Autofasten“ auf. Neue theologische Impulse geben die Grundlage für einen Wandel.

istockphoto, stanley45Küssen in der U-BahnBeim Autofasten können sich ganz neue Möglichkeiten auftun - Zeit für Zuneigung, Zeitung und Zitate der Bibel

Das Umweltbundesamt sowie die Grünen schlagen vor, sich von Aschermittwoch bis Ostern freiwillig an der kirchlichen Aktion „Autofasten“ zu beteiligen, darüber hat die FAZ berichtet. Bereits im Januar hatte das Umweltbundesamt darauf hingewiesen, dass auch 2016 die Luft in deutschen Städten zu stark mit Stickstoffdioxid belastet gewesen sei. Als Ursache wurden vor allem alte Diesel-Autos in den Städten genannt. Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterstützt das "Autofasten". Aus ihrer Sicht gehe es nicht darum, das Autofahren gänzlich zu verbieten, aber „wir könnten unsere Perspektiven ändern, wenn wir ganz bewusst zumindest in der Fastenzeit auf andere Verkehrsmittel umsteigen.“ Das könne und solle zu neuen Einsichten, Möglichkeiten und Erfahrungen führen. 

Über alltagstauglichen Mobilitäts-Mix nachdenken

„Aktionen wie Autofasten motivieren Menschen immer wieder, neu über ihre Art zu leben und mobil zu sein, nachzudenken. Es geht beispielsweise um einen alltagstauglichen Mix: Wo brauche ich das Auto tatsächlich und wann kann ich auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen oder vielleicht sogar zu Fuß gehen?“ Damit benennt Dr. Huber Meisinger,  Referent für Umweltfragen im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN, eines der zentralen Ziele der ökumenischen Aktion „Autofasten“. In diesem Jahr wird ihr 20-jähriges Jubiläum gefeiert und am Aschermittwoch zu Beginn der Passionszeit startet sie wieder. Um während der christlichen Fastenzeit den Umstieg auf Bus und Bahn zu erleichtern, stiften Verkehrsverbbünde wie HEAG mobilo, die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisatin sowie der RMV Wochen - bzw. Monatstickets. Interessierte Teilnehmende können sich ab sofort bis zum 1. April anmelden. 

Zuversicht für Elektromobilität

Doch offensichtlich ist es nicht immer einfach, die Fahrt zur Arbeit, zu Kunden oder zu Ausflugszielen umweltfreundlich zu gestalten. In den letzten 20 Jahren hat die Anzahl der in Deutschland gemeldeten Autos um rund vier Millionen laut Statista zugenommen. Zudem wird die von der Bundesregierung beschlossene Kaufprämie für Elektroautos nur sehr verhalten angenommen. Doch dafür hat Umweltpfarrer Meisinger Verständnis: „Die Unsicherheit ist noch groß, denn im Bereich der Elektromobilität ist viel in Bewegung. Allerdings werden jetzt die Angebote praxistauglicher, jetzt kommen erschwingliche Modelle auf den Markt mit einer realistischen Reichweite von 350 Kilometern. Das sollte der E-Mobilität einen Schub verleihen.“

Tagung „Zukunftsfähig mobil“ zum 20-jährigen Jubiläum

Um neue Impulse für eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung zu geben, lädt die Aktion Autofasten anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums zur Tagung „Zukunftsfähig mobil“ am Dienstag, 14. März 2017, nach Mainz ein. Dann wird es beispielsweise um „Konkrete Schritte zu einer umweltgerechten und nachhaltigen Mobilität“  oder dem „Leben ohne Auto“ gehen. Hochkarätige Referenten wie der Verkehrsexperte Prof. Heiner Monheim oder Renate Labonté, die Leiterin der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen, und der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, Dr. Thomas Griese, werden erwartet. An der Veranstaltung beteiligen sich neben dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN auch die katholischen Bistümer Mainz und Trier. Besonders erwähnenswert: Der RMV stellt Kongresstickets zur Verfügung, mit denen Teilnehmende kostenlos zur Veranstaltung kommen können.

Eisschwund an den Polen, neuer Minusrekord im Januar 2017

Wie notwendig Initiativen für den Klimaschutz sind, zeigen Forschungsergebnisse der Weltwetterbehörde, des „World Climate Research Programme“. Mitte Februar 2017 teilte die Behörde mit, dass noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast vier Jahrzehnten in einem Januar so wenig Meereis gemessen wurde wie im Januar 2017, das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Laut FAZ-Bericht sei zudem im Januar dieses Jahres ein neuer Maximalwert des Kohlendioxidgehaltes gemessen worden. Dabei scheint der Verkehr eine entscheidende Rolle zu spielen: 4000 Kilometer Fahrtstecke mit dem Auto erzeugten laut Pressebericht eine Tonne Kohlendioxid – und für jede Tonne Kohlendioxid, die durch Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt werde, verschwänden im Sommer drei Quadratmeter Meereis.
Prognosen des Umweltbundesamtes veranschaulichen, was unsere Kinder und Enkel erwarten würde, die heute geboren werden und im Jahr 2100 ihren Lebensabend verbringen. Voraussetzung dieser Prognosen ist, dass Treibhausgase wie bisher in die Atmosphäre gelangen. In 83 Jahren wären die Menschen mit den Auswirkungen des Meeresspiegel-Anstiegs konfrontiert, der zwischen 90 cm und 1,60 Metern geschätzt wird. In Hessen und Nassau würden die Niederschläge im Winter zunehmen, die Sommer würden noch trockener. In den Golfstaaten hingegen wäre es so heiß, dass Menschen dort nicht mehr leben könnten, das haben Forscher im Fachjournal „Nature Climate Change“ veröffentlicht. Diese Menschen wurden zu Klima-Flüchtlingen werden. Da das Meerwasser Kohlendioxyd bindet, würden die Meere weiterhin versauern, was schon jetzt Auswirkungen auf das Leben in den Ozeanen hat. 

Energiewende mit mehr Elan weiterführen

Viele Gründe für Dr. Hubert Meisinger, die Energiewende in Deutschland weiter voran zu treiben: „Ich bin sehr froh, dass Deutschland die Energiewende weiterführt, gerne mit etwas mehr Elan!“ Hingegen äußerte er Bedenken bezüglich populistischer Strömungen weltweit, aber auch in Deutschland, die den Klimawandel für eine Glaubensfrage halten. „Jetzt ist es umso wichtiger, dass wir als Industrieland zeigen, dass der Wandel gelingen kann, und wir als Kirchen z.B. mit einer ambitionierten Umsetzung unserer Klimaschutzkonzepte unseren Beitrag dazu leisten.“ Denn: Laut Umweltbundesamt braucht es einige Anstrengungen, die globale Temperaturerhöhung langfristig auf maximal zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Dazu sei es notwendig, dass die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 mindern. Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris hatten 195 Länder beschlossen, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Doch wie dieses Ziel konkret umgesetzt werden soll, ist noch offen. „Eine gelingende Umsetzung der Sustainable Development Goals wird hier einen entscheidenden Beitrag leisten – auch damit beschäftigen sich die Kirchen“, so Meisinger.

Neue Impulse aus der Schöpfungstheologie

Um notwendige Klimaschutzmaßnahmen anzustoßen, könnten laut Hubert Meisinger der christliche Glaube und die christliche Theologie Kraftquellen sein. Dabei sei für ihn der dänische Theologe Niels Henrik Gregersen eine Quelle der Inspiration. Gregersen gehe davon aus, dass sich Gott im Kreuz tief in die Schöpfung hinein begeben habe. Den Hinweis dazu gebe die Bibel am Anfang des Johannesevangeliums mit den Worten „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott. … Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Mit „Fleisch“ sei nicht nur Jesus gemeint, sondern dieser stehe auch stellvertretend für alle Geschöpfe, jeden Vogel, jeden Fisch, jeden Grashalm. „Ein letztlich lutherisch geprägter Glaubensimpuls, der zum Respekt vor der Schöpfung motiviert und Ideen zum Handeln freisetzt“, so Hubert Meisinger.

Klimaschutz in der EKHN

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Tagung „Zukunftsfähig mobil“ am Dienstag, 14. März 2017

Verlosung der Wochen - bzw. Monatstickets

Eröffnung der Aktion „Autofasten 2017“ am 1. März – Infos für die Presse

„Autofasten 2017“ ist eine gemeinsame Aktion der Bistümer Trier, Mainz und Fulda, der Erzbistümer Luxemburg und Köln, des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Aachen, sowie der Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Hessen-Nassau (EKHN). Auch in der EKHN startet die Aktion am 1. März - offiziell mit einer Pressekonferenz.
Ihre Teilnahme haben zugesagt:
- Diözesanadministrator Prälat Giebelmann, Bistum Mainz,
- Propst Dr. Klaus-Volker Schütz (EKHN),
-  Roland Horne von der Landeszentrale für Umweltaufklärung in RlP,
- Vertreter der beteiligten Verkehrsverbünde aus Hessen und Rheinland-Pfalz, u.a. der RMV,
- Vertreter einiger Naturschutzorganisationen.

Programm: 
14.00 h Treffpunkt Mainz-Hauptbahnhof Straßenbahn-Haltestelle A (direkt vor Bahnhofsgebäude, u.a. Abfahrt der Linie 51 Ri. Lerchenberg)
14.10 h Fahrt mit Straßenbahnlinie 51 Richtung Lerchenberg 
14.15 h Ankunft Universität, Haltestelle B
14.20 h Fototermin direkt an der Haltestelle A oder B (direkt vor dem Uni-Haupteingang)
Gang zur Kath. Hochschulgemeinde (Saarstr. 20)
14.30 h Pressekonferenz
15.15 h Ende der Pressekonferenz 14.15 h Ankunft Universität, Haltestelle B
14.20 h Fototermin direkt an der Haltestelle A oder B (direkt vor dem Uni-Haupteingang)
Gang zur Kath. Hochschulgemeinde (Saarstr. 20)
14.30 h Pressekonferenz
15.15 h Ende der Pressekonferenz

Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60,2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von unsplash_tyssul-patel

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