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Gedenkgottesdienst

Evangelische Kirche nimmt Abschied von Peter Steinacker

Rolf Oeser/EKHNDie EKHN würdigte den ehemaligen Kirchenpräsidenten mit einem Gedenkgottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche. Die EKHN würdigte den ehemaligen Kirchenpräsidenten mit einem Gedenkgottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche. Der amtierende Kirchenpräsident Volker Jung bezeichnete Steinacker als einen Menschen, der ihn mit der Weite seines Denkens faszinierte.

Während des Gedenkgottesdienstes für den verstorbenen Kirchenpräsidenten brachten zahlreiche Gäste ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Er sei immer seiner Überzeugung treu geblieben und habe sich „der Welt und den Menschen zugewandt“.

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Die EKHN würdigte den ehemaligen Kirchenpräsidenten mit einem Gedenkgottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche. St. Katharinenkirche an der Hauptwache von links: Kirchenpräsident Volker Jung, Gita Leber, Pfarrerin der St. Katharinenkirche, Präses der EKHN-Synode Ulrich Oelschläger, Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Ulrike Scherf und Heidrun Dörken, Evangelische Senderbeauftragte für den Hessischen Rundfunk. Kirchenpräsident Volker Jung begrüßt Trauernde. Volker Jung bezeichnet seinen Vorgänger als „leidenschaftlichen Theologen“, der „von Herzen gerne gelehrt und gepredigt“ habe. „Wir danken Gott für den Segen, den er in Peter Steinackers Leben gelegt hat“, sagte der Präses der EKHN-Synode Ulrich Oelschläger. Musikalische Untermalung durch Concerto vocale Frankfurt Zu den Gästen gehörte beim Gedenkgottesdienst auch der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Gäste beim Gedenkgottesdienst für Peter Steinacker in der Katharinenkirche Auch der Erzpriester Panagiotis Koniaris von der griechisch-othodoxen Metropolie von Deutschland (rechts im Bild) zeigte seine Anteilnahme... ... und unterzeichnete im Kondolenzbuch. Leitende Geistliche aus den Nachbarkirchen, darunter der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein (rechts im Bild) gaben dem Verstorbenen die Ehre. Der Gedenkgottesdienst für Peter Steinacker live gestreamt. Der ehemalige Kirchenpräsident wird den Trauernden fehlen.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Dienstag (28. April) Abschied von Peter Steinacker genommen. Sie würdigte den ehemaligen Kirchenpräsidenten der EKHN mit einem Gedenkgottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche. Steinacker war am 14. April nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren in Frankfurt gestorben. Er stand von 1993 bis 2008 an der Spitze der hessen-nassauischen Kirche. Steinacker galt unter anderem als evangelischer Wegbereiter eines intensiven Gesprächs mit anderen Religionen. Für sein Engagement erhielt er gemeinsam mit dem Mainzer Kardinal Karl Lehmann, dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, sowie dem Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani 2009 den Hessischen Kulturpreis.

Jung: Menschen mit Weite seines Denkens fasziniert

In dem Gedenkgottesdienst bezeichnete der amtierende Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, seinen Vorgänger als „leidenschaftlichen Theologen“, der „von Herzen gerne gelehrt und gepredigt“ habe. Er sei dabei immer seiner Überzeugung treu geblieben und habe sich „der Welt und den Menschen zugewandt“. Mit „wachem Geist“ habe er gesellschaftliche und politische Fragen aufgegriffen. Als Beispiel nannte Jung das Gespräch mit anderen Religionen. Hier habe Steinacker einen „großen Nachholbedarf für Kirche und Theologie“ ausgemacht. Für ihn sei klar gewesen, dass „man heutzutage keine evangelische Theologie treiben kann, ohne in ein intensives Gespräch mit den Religionen einzutreten“, so Jung. Dabei habe Dialog für Steinacker auf der einen Seite „Begegnung mit großem Respekt und menschlicher Zugewandtheit“, aber auch das Aushalten von Differenzen und das Herausstellen des Wahrheitsanspruchs des eigenen Glaubens bedeutet. Steinacker hat nach Jung zudem viele Menschen „mit der Weite seines theologischen Horizontes angesprochen und fasziniert“. So habe er sich neben der Musik Richard Wagners auch mit Fragen der Bio- und Medizin-Ethik, der Kultur und der Medien beschäftigt bis hin zu dem „von ihm so geliebten Fußball und dessen ethischen Herausforderungen“. Jung wies schließlich auch auf die zuletzt starke Beschäftigung Steinackers mit dem „dunklen und rätselhaften Welthandeln Gottes“ hin. Es stehe in Spannung zu dessen „erbarmenden Heilshandeln“ und könne letztlich nur im Vertrauen auf die Gottesoffenbarung in Jesus Christus ausgehalten und hoffnungsvoll gelebt werden. 

Oelschläger: Glauben am Puls der Zeit vermittelt

Der Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrich Oelschläger, würdigte Steinacker in der Feier als Kirchenpräsident, dem es gelungen sei, „seine theologischen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Kompetenzen“ immer miteinander zu verbinden. Nach Worten des höchsten ehrenamtlichen Vertreters der hessen-nassauischen Kirche war Steinacker ein Theologe, der „Glauben am Puls der Zeit“ immer wieder neu zu vermitteln versuchte. Dabei habe er ein klares Profil bewiesen. Als Beispiel nannte Oelschläger die Einführung der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der EKHN oder Steinackers Eintreten für die „Bibel in gerechter Sprache“, einer zeitgemäßen Übersetzung der Heiligen Schrift. Der frühere Kirchenpräsident habe zudem „das Charisma“ besessen, die Kirche mit gesellschaftlichen Bereichen ins Gespräch zu bringen, die oft nicht genug im kirchlichen Blickfeld gewesen seien. So habe er Kontakte zur Kultur, zur Politik, zu Unternehmern und Gewerkschaften und zum Sport verstärkt, aber auch angesichts zunehmender Auslandseinsätze das Gespräch mit der Bundeswehr vorangetrieben. Daneben habe er die Beziehungen zu den Partnerkirchen der EKHN in aller Welt intensiviert. „Wir danken Gott für den Segen, den er in Peter Steinackers Leben gelegt hat“, so Oelschläger.

Kardinal Lehmann gestaltet Gottesdienst mit 

Gestaltet wurde der Gedenkgottesdienst unter anderem von dem amtierenden Kirchenpräsidenten Volker Jung, seiner Stellvertreterin Ulrike Scherf und dem hessen-nassauischen Präses Ulrich Oelschläger. Unter den rund 600 Gästen bei der Feier waren zahlreiche Vertreter aus Kirche und Politik wie der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der auch am Gottesdienst beteiligt war, sowie der hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann und Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Die rheinland-pfälzische Landesregierung war mit Justiz-Staatssekretär Hannes Kopf vertreten.Darüber hinaus erwiesen Leitende Geistliche aus den Nachbarkirchen, darunter der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, der rheinische Präses Manfred Rekowski und der evangelische Kirchenpräsident Christian Schad aus der Pfalz sowie der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Sigurd Rink, dem Verstorbenen die Ehre.

Gäste von Bischof Kamphaus bis Eintracht-Chef Bruchhagen

Daneben waren die früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Manfred Kock und Klaus Engelhardt sowie der ehemalige katholische Bischof des Bistums Limburg, Franz Kamphaus und der vormalige Badener evangelische Bischof Ulrich Fischer nach Frankfurt gekommen. Der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos ließ sich durch Erzpriester Panagiotis Koniaris vertreten. Anwesend waren auch islamische Vertreter wie der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH), Ramazan Kuruyüz. Gast bei der Feier waren darüber hinaus der hessische SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel sowie sein FDP-Kollege Florian Rentsch und für den amtierenden Frankfurter Bürgermeister Religionsdezernent Uwe Becker. An der Trauerfeier nahmen Hessens Ex-Kultusministerin Karin Wolff ebenso teil wie der frühere Frankfurter Oberbürgermeister Andreas von Schoeler und die Familie des Bankiers und Mäzens Friedrich von Metzler. Platz in den Bänken der Katharinenkirche nahmen aber auch der frühere HR-Fernsehmoderator Frank Lehmann und der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, Heribert Bruchhagen. Der Gedenkgottesdienst wurde zudem per Video in die benachbarte Frankfurter Heiliggeistkirche übertragen und war im Internet auf der offiziellen Seite der hessen-nassauischen Kirche www.ekhn.de zu sehen.

 

Zur Person Peter Steinacker

Vom Theologen zum Kirchenpräsidenten
Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Steinacker wurde am 12. Dezember 1943 in Frankfurt geboren. Der evangelische Theologe promovierte in Marburg über „Das Verhältnis der Philosophie Ernst Blochs zur Mystik“. 1972 absolvierte er mit dem Vikariat in Marbach bei Marburg die praktische Ausbildungsphase zum Pfarrer und war Assistent von Carl Heinz Ratschow an der Marburger Universität. Ab 1975 wechselte Steinacker als wissenschaftlicher Assistent an die damalige Gesamthochschule in Wuppertal und lehrte dort Altes Testament und Systematische Theologie. 1980 habilitierte er sich in Marburg mit einer Arbeit über „Die Kennzeichen der Kirche“. Der Marburger Universität blieb Steinacker viele Jahre lang, auch während seiner Kirchenpräsidenten-Zeit, als Honorarprofessor für Systematische Theologie verbunden. 1985 übernahm Steinacker ein Pfarramt in Wuppertal-Unterbarmen. Im Dezember 1992 wählte die Kirchensynode der EKHN Steinacker zum fünften Kirchenpräsidenten. Er trat dieses Amt am 1. März 1993 an. Im Jahr 2000 bestätigte ihn die Synode für weitere acht Jahre im Amt.
Bundesweites Engagement und Auszeichnungen
Steinacker war zudem vielfach bundesweit engagiert, etwa als Vorsitzender des Kontaktausschusses des Rates der EKD mit dem Evangelisch-theologischen Fakultätentag, als Mitglied des Beirates der Seelsorge an Soldaten der Bundeswehr, im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags und im Bereich der Entwicklungspolitik.
In zahlreichen Vorträgen widmete er sich bis zuletzt theologischen und ethischen Grundsatzfragen zu wirtschaftlichen und sozialen Problemen, sowie zu Fragen der gesellschaftlichen und politischen Kultur. Er galt zudem als profilierter Kenner der Werke des Komponisten Richard Wagner und hielt dazu zahlreiche Vorträge.
Im Juni 2000 verlieh die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main Steinacker die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die wissenschaftliche Theologie im Raum von Universität und Kirche. Für sein Engagement im interreligiösen Dialog erhielt er gemeinsam mit Kardinal Karl Lehmann, Salomon Korn und Navid Kermani 2009 den Hessischen Kulturpreis.
Steinacker lebte bis zuletzt in Frankfurt am Main. Er hinterlässt seine Ehefrau Inge Steinacker, seine verheiratete Tochter und drei Enkelkinder.

Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

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