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Finn Mayer: einer der jüngsten Küster

Verstaubte evangelische Kirche? Von wegen!

Bildquelle: EKHN

Westhofen. Was ein Küster ist und welche vielseitigen Aufgaben er hat – viele junge Leute werden das wohl nicht so genau wissen. Auch in seinem Freundeskreis wunderten sich manche über seinen neuen „Job“, erinnert sich der 18-jährige Finn Mayer. Seit einem Monat ist er der neue Küster in der evangelischen Kirche im rheinhessischen Westhofen, seinem Heimatort.

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Die Stelle mit acht Wochenstunden war ausgeschrieben als seine Vorgängerin in den Ruhestand ging. Für den jungen Kirchenwart passt sie ideal zur aktuellen Lebenssituation: Nach dem Fachabitur studiert er im ersten Semester Soziale Arbeit an der katholischen Hochschule in Mainz, derzeit online. Das Studium möchte er selbst mitfinanzieren und auch die vielfältigen Aufgaben findet er spannend: Derzeit geht es unter anderem darum, die Kirche aufzuschließen und den Andachtsraum im Kirchturmzimmer zu betreuen.

Wer möchte, kann hier in der Stille etwas verweilen und beten. Was Finn Mayer freut: „Wenn ich sehe, dass Leute hier waren, die Kerzen angezündet haben und vielleicht wieder Kraft schöpfen konnten.“ Auch eine „Klagemauer“ gibt es, für Gedanken und Gebete. Sonntags liegen neue Andachten zum Mitnehmen bereit.

Gespannt ist der 18-Jährige auf reguläre Gottesdienste. Künftig ist er bei den Vor- und Nachbereitungen dabei, deckt den Altar, schlägt die passende Bibelstelle auf, steckt die Liedtafeln, läutet die Glocken und vieles mehr. Auch das Abendmahl kann er dann vorbereiten. Auch auf besondere Anlässe freut er sich, vor allem Hochzeiten und Taufen. Reizvoll findet er die Technik, schaut, ob Heizung, Lichter und Ton gut funktionieren. Wenn kurzfristig etwas anliegt, ist er schnell zur Stelle. Dass der junge Küster so zuverlässig und aktiv ist, mitdenkt und auch mal „Quatsch mitmacht“, schätzt Pfarrer Nils Bührmann: „Es hat sich sehr gut gefügt und macht einfach Spaß mit ihm“, sagt er. Das kann der 18-Jährige bestätigen: Die Zusammenarbeit mit Pfarrer und Gemeindesekretärin lässt sich sehr gut an.

Was in Zukunft gern noch an Bedeutung gewinnen kann, sind ökumenische Angebote – Finn Mayer ist Katholik. Er sieht darin keinen Widerspruch und sich selbst in erster Linie als Christ. Auch die beiden Kirchen liegen auf dem zentralen Platz in Westhofen direkt nebeneinander. In seiner Gemeinde ist er von klein auf aktiv, hat Gruppen geleitet und ist im Pfarrgemeinderat. Geschätzt wird seine Verlässlichkeit und freundliche Art auch im Jugendbüro der Ortsgemeinde, wo neben dem offenen Treff und Ausflügen im Sommer Ferienspiele organisiert werden.

Er ist aktiver Fastnachter im Westhofener Carneval Verein, unterstützt dort zu normalen Zeiten auch bei der Technik. Musik hören, Freunde sehen, neue Medien nutzen, Spaß haben – darin unterscheidet sich der junge Küster in der Freizeit nicht von anderen Gleichaltrigen. „Das eine schließt das andere ja nicht aus“, sagt er, und wünscht sich, dass noch mehr Jugendliche entdecken, dass Kirche nichts mit verstaubten Klischees zu tun hat, sondern sehr lebendig ist.

Jetzt in diesen Zeiten.
Wo Ungewissheit uns umtreibt.
Vor dem Virus, das sich ausbreitet.
Oh Gott,
wir wollen daran denken,
dass du von Urzeiten her –
deine Hand über uns hältst.

(nach Doris Joachim)

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