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Erinnerungen werden wach

Die Konfirmation ist für viele Menschen ein Ereignis für das ganze Leben. 50 Jahre später sehen sich manche zur Goldenen Konfirmation wieder. Wie bei einem Klassentreffen werden alte Erinnerungen wach, wenn sie in die Kirche einziehen und die alten Lieder singen. Aber der Kreis ist kleiner geworden. Einige leben nicht mehr und viele sind umgezogen. Manche sind aus der Kirche ausgetreten und viele konnten nicht erreicht werden. 

Kräftig klingt die Orgel von der Empore der kleinen Kirche: Befiehl du deine Wege. „Das kenne ich noch. Das haben wir bei der Konfirmation auch gesungen.“ Die 64-Jährige erinnert sich gern an ihre Konfirmation in Norddeutschland. Längst lebt sie in Gießen und ist dann einfach hier zur Goldenen Konfirmation gegangen. „Ich freue mich schon, in ein paar Wochen in die alte Heimat zu fahren und dort noch einmal meine Goldene Konfirmation zu feiern.“ Gespannt sei sie auf ihre Mitkonfirmanden. „Ich habe sie ein halbes Leben lang nicht gesehen,“ aber den Kontakt zu ihrem damaligen Pfarrer habe sie immer gehalten. 

Klein ist die Runde der Jubelkonfirmanden. In der kleinen Kirche sind noch Plätze frei. Pfarrer Klaus Friedemann Pötz erinnert in seiner Predigt an die Höhepunkte und Erfolge des Lebens, aber auch an die Misserfolge und das Scheitern. „Damals war die Konfirmation noch der große Schritt von der Kindheit ins Erwachsenenalter.“ Kirchenvorsteher Nils Ahlborn liest das Evangelium und teilt das Abendmahl mit aus. Ein einzelner Konfirmand ist in der Kirche zu sehen. Dieser sammelt mit dem Kirchenvorsteher die Kollekte ein.

Erinnerungen an alte Zeiten

Einer der Jubilare erinnert sich noch an die Prüfung. Dreimal sei er vor der ganzen Gemeinde drangekommen. Er musste ein Gebot nennen und eine Erklärung zu einem Gebot auswendig aufsagen. „Und ich wusste auch, dass die Ringe das äußere Zeichen der Trauung sind,“  sagt der 64-jährige. Von dem umfangreichen Lernstoff kenne er nur noch die Gebote „das, was man dann im Leben anwenden muss.“ Als Sohn des Küsters sei es sein Aufgabe gewesen, die Glocken zu läuten. „Da oben war ich nicht unter Beobachtung“. Jungen und Mädchen seien damals vor 50 Jahren getrennt unterrichtet worden.

Sein Vater ist heute auch gekommen. Der knapp 94-Jährige feiert heute seine Eichen-Konfirmation. So nennt man die Konfirmation nach 80 Jahren. „Konfirmiert wurde ich allerdings im Sälchen.“ 1937 sei die Gemeinde gespalten gewesen. „Die Deutschen Christen waren in der Kirche und die Bekennende Gemeinde war im Sälchen untergekommen.“ Beim CVJM habe er auch mitgemacht. Ihm ist die Verbindung zu seiner Gemeinde wichtig. „Ich bin hier groß geworden.“

Konfirmation hatte Martin Luther nicht vorgesehen

Die evangelische Konfirmation geht auf den in Straßburg wirkenden Reformator Martin Bucer zurück. Erstmals wurde sie 1539 in der hessischen Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung festgelegt. In einem Alter, in dem junge Leute ins Leben entlassen werden, sollten sie an ihre Taufe erinnert werden. Sie sollten über die „fürnemsten Stücke der christlichen Lehre“ geprüft werden und sich dazu bekennen. Dazu kamen Handauflegung, Fürbitte und Zulassung zum Abendmahl. Erinnerungsfeiern an die eigene Konfirmation entwickelten sich erst viel später.

Martin Luther selbst hatte die Firmung abgelehnt, da er über den Taufbefahl hinaus keinen Schriftbezug sah und er sie nicht zu den Sakramenten rechnete. Nach Luther bedurfte die Taufe keiner weiteren Ergänzung. Für ihn reichte es aus, die jungen Leute in den Katechismus einzuführen. Luther würde staunen, würde er sehen, wie in den meisten Gemeinden nicht nur konfirmiert wird, sondern auch das Gedächtnis einer feierlichen Handlung begangen wird, die gar kein Sakrament ist. „Aber das Bedürfnis nach Vergewisserung und Bestätigung ist stark und wichtig im Leben“, sagt Pfarrer Pötz.

(Hans Genthe)

Checkliste

  • Wo ist meine Konfirmationsurkunde?
  • Kenne ich noch meinen Konfirmationsspruch?
  • Wann und in welcher Gemeinde wurde ich konfirmiert?
  • Habe ich eine Informationssperre bei der Meldestelle im Rathaus beantragt? (Dann findet mich die Gemeinde nicht)
  • Möchte ich die Goldene Konfirmation am Ort meiner Konfirmation feiern? Oder einfach in dem Ort, an dem ich lebe?
  • Bin ich noch Mitglied der evangelischen Kirche? (Wenn nicht, lohnt es sich den Pfarrer anzusprechen, denn die Taufe gilt auch nach dem Kirchenaustritt)
  • Möchte ich bereits nach 25 Jahren an der silbernen Konfirmation teilnehmen?
  • Wen kenne ich noch aus meiner Konfirmandengruppe? (und wir nehmen gemeinsam teil)
  • Habe ich Wünsche für den Gottesdienst (z.B. Lieder oder gemeinsames Abendmahl)
  • Wünsche ich ein gemeinsames Beisammensein nach dem Gottesdienst ?

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Dies Gebot haben wir von ihm,
daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4, 21

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Gorfer

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