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Die Kirchensteuer

Fakten zur Kirchensteuer

Carsten SommerKirchensteuerDie Kirchensteuer wird vom Finanzamt eingezogen.

Wer keine Lohn- oder Einkommensteuer entrichtet, bezahlt auch keine Kirchensteuer. Dies trifft in der Regel auf Personen zu, die in der Ausbildung sind oder Rente beziehen oder die keinen oder nur einen geringen Verdienst haben.

Für alle anderen beträgt die Kirchensteuer in der EKHN neun Prozent der Lohn- oder Einkommensteuer. Die echte Belastung durch die Kirchensteuer ist aber meist um 20 bis 48 Prozent geringer, weil sie bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden kann. Das verringert die zu zahlende Einkommensteuer.

Kappungsantrag ist nur für Reiche sinnvoll

Ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von circa 260.000 Euro (Grundtabelle) oder circa 510.000 Euro (Splittingtabelle) kann ein Kappungsantrag wirtschaftlich zum Tragen kommen.

Dann kommt ein anderer Berechnungsmodus zum Zug: Auf formlosen Antrag des Kirchenmitglieds kann die Kirchensteuer auf 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens reduziert werden. Hierbei wird die konventionell festgesetzte Kirchensteuer (9 Prozent der Einkommensteuer) verglichen mit 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Ist die aufgrund des Steuerbescheides festgesetzte Kirchensteuer höher, wird die Differenz erstattet.

Für Gutverdiener kann das aber zu einem etwas günstigeren Ergebnis führen.  Unterhalb der oben genannten Beträge ist die festgesetzte Kirchensteuer mit 9 Prozent der Einkommensteuer immer geringer als 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Für Mitglieder, deren zu versteuerndes Einkommen unterhalb der genannten Beträge liegt, ist die konventionelle Berechnung also die günstigere Variante.

Was zahlen Ehepartner, die nicht der gleichen Konfession angehören?

Wenn ein Ehepartner evangelisch und der andere katholisch ist, wird die Kirchensteuer auf beide Kirchen gleich verteilt. Wenn ein Ehepartner keiner Kirche angehört und das zu versteuernde Einkommen alleine erarbeitet, der andere Ehepartner aber einer Kirche angehört, kann ein besonderes Kirchgeld anfallen. Es richtet sich nach der Höhe des Familieneinkommens, ist aber erheblich niedriger als die Kirchensteuer, die anfallen würde, wenn beide kirchenangehörig wären. Die Kirche folgt damit der staatlichen Steuergesetzgebung, die eine Familie auch in finanzieller Hinsicht als Gemeinschaft betrachtet und den Beitrag zur Kirchensteuer nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bemisst.

Warum ziehen die Finanzämter die Kirchensteuer ein?

Die Kirchen wollen den Verwaltungsaufwand möglichst gering halten. Deshalb ziehen sie die Kirchensteuer nicht selbst ein, sondern beauftragen die staatlichen Finanzämter damit. Dabei trügt der Eindruck, Staat und Kirche seien weiterhin verflochten, denn es handelt sich um eine Dienstleistung, für die die EKHN den Finanzämtern in Hessen drei und in Rheinland-Pfalz vier Prozent der Einnahmen bezahlt, das waren 13,8 Mio. Euro im Jahr 2012.

Ein Gewinn für beide Seiten: Der Staat verdient Geld und die EKHN kann auf ein eigenes, kostenträchtigeres Einzugssystem verzichten. So kommt mehr Geld wieder bei den Menschen an.

Welche Alternativen gibt es?

In vielen Ländern sind die Kirchen ausschließlich auf Spenden und Kollekten angewiesen. In Italien beispielsweise finanzieren sich die Kirchen über eine allgemeine Kultur- oder Sozialsteuer. Beides hat Nachteile. Eine Spendenfinanzierung führt zu starken Schwankungen und macht eine verlässliche Planung unmöglich. Kirchen, die sich über Spenden finanzieren, konzentrieren sich in der Regel auch auf das interne Leben ihrer Gemeinden.

Eine staatliche Finanzierung wie durch eine Kultursteuer würde die Kirche vom Staat abhängig machen und damit ihre Bedeutung als eine nicht staatliche Kraft in der Gesellschaft schwächen. Das in Deutschland bestehende System umgeht diese Nachteile.

Welche Nachteile hat die Kirchensteuer?

Das Aufkommen der Kirchensteuer ist abhängig von der Konjunktur. Die Kirche muss also für lange konjunkturell schwache Phasen Vorsorge treffen.

Der diskrete Einzug durch die Finanzämter macht es der Kirche unmöglich, sich gezielt und persönlich für die Zuwendungen zu bedanken.

Welche Vorteile hat die Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer trägt zum sozialen Ausgleich bei, denn sie berücksichtigt die finanzielle Leistungsfähigkeit der einzelnen Mitglieder. Alle haben dieselben Rechte und steuern das bei, was sie können.

Die Kirchensteuer bindet die Kirchen fest in die Gesellschaft ein. Ihre finanzielle Lage ist direkt an die finanzielle Situation der Wirtschaft und der Menschen gekoppelt.

Die Kirchensteuer macht die Kirchen unabhängig vom Staat und vom Zugriff Einzelner. Ihr Einzug durch die Finanzämter ist zuverlässig, transparent im Verfahren und diskret im Einzelnen. Niemand muss sich der Kirche gegenüber finanziell offenbaren. Niemand kann sich übermäßigen Einfluss verschaffen.

Die Kirchensteuer schafft die Grundlage dafür, dass die Kirchen ein verlässlicher Partner sein können und ermöglicht damit eine vielfältige geistliche und soziale Arbeit.

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    64285 Darmstadt
    Telefon: 06151/405296
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So spricht der HERR, der dich geschaffen hat:
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen;
du bist mein!

Jesaja 43, 1

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Licht Engel

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