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Der Martinstag

Michael Horn / pixelioUnvergesslich: Mit der selbstgebastelten Laterne am Martinsumzug mitlaufen

Foto: © Michael Horn / pixelio.de (www.pixelio.de)

Mit gebastelten Laternen guten Taten zum Leuchten bringen

Es ist gut, einem armen, frierenden Menschen zu helfen. Diese Botschaft kennen alle Kinder, die singend am Martinstag, dem 11. November,  mit ihrer Kindergarten-Gruppe, ihren Eltern oder ihren Schulkameraden durch die Straßen ziehen. Dabei begleitet sie oft ein Darsteller des Heiligen Martin auf einem Pferd.

Begeistert beteiligen sich auch die Kinder vieler evangelische Kindertagesstätten mit ihren selbst gebastelten Laternen an den St. Martins-Umzügen. Doch offiziell gehört dieser Tag gar nicht zum evangelischen Kirchenjahr, sondern er hat seine Wurzeln in der katholischen Tradition. Doch da die Botschaft dieses Tages so wesentlich ist, feiern evangelische Christen gerne mit. 

Martin hilft einem Bettler

Über den Ursprung des Festes schreibt Dietz-Rüdiger Moser in seinem Buch „Bräuche und Feste durch das ganze Jahr“. Darin zeigt er, dass der Mann, der hinter den Martins-Umzügen steckt, tatsächlich gelebt hat. Er war der Bischof Martin von Tours, der später von der katholischen Kirche heilig gesprochen wurde. Er wurde 316 oder 317 n. Chr. in der Gegend von Westungarn geboren und interessierte sich schon früh für das Christentum. Schließlich wurde er als Soldat in die römische Reiterei eingezogen.

Von seinem Biografen Sulpicius Sererus, der Martin gut kannte, ist die berühmte Geschichte überliefert, an die das Martinsfest erinnert. Danach war der junge, noch ungetaufte Soldat Martin an einem kalten Wintertag gerade dabei, durch das Stadttor der nordfranzösischen Stadt Amiens zu reiten. Dort entdeckte er einen halbnackten, frierenden Bettler, der ihn um Almosen bat. Münzen hatte Martin keine, nur die Kleider, die er selbst trug. Kurz entschlossen griff er zu seinem Schwert und schnitt einen Reitermantel in zwei Teile: Den einen Teil gab er dem Bettler, den anderen behielt er selbst. In der darauffolgenden Nacht soll ihm Jesus erschienen sein und ihm für seine gute Tat gedankt haben. Dieser Traum erinnert an Jesu Worte, die der Evangelist Matthäus festgehalten hat: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Dies Botschaft nahmen sich im Mittelalter am Martingstag nicht nur die Kinder zu Herzen: Erwachsene Wohlhabende und Adlige teilten dann Geschenke an Bedürftige aus.

Das weitere Leben des St. Martin

Später schloss sich Martin dem Bischof Hilarius von Poitiers an, der ihn im Jahr 351 taufte. Martin empfing schließlich die niederen Weihen. Als Geistlicher gründete er nun das erste Kloster Galliens. Zum Bischof von Tours wurde er im Jahr 371 in einem Volksentscheid gewählt und empfing am 4. Juli schließlich die Bischofsweihe. Am rechten Ufer der Loire gründete er das Kloster Marmoutier bei Tours und sammelte dort rund 80 Mönche um sich, gemeinsam engagierten sie sich für die Mission des Gebietes. Am 11. November 400 soll Martin von Tours schließlich gestorben sein. An seinem Todestag orientiert sich bis heute der Termin der Martins-Umzüge.

Laternen beleuchten die gute Tat

Doch die Lebensgeschichte Martins erklärt noch nicht, weshalb die Kleinen mit liebevoll gebastelten Laternen den November-Abend erleuchten. Eine Anregung zu diesem Brauch gab vermutlich ein Bibelabschnitt, der traditionell an diesem Tag in der Kirche gelesen wurde. Hier ging es vor allem um einen Vers aus dem Lukasevangelium (12,35): „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ In dem Abschnitt geht es darum, wie Menschen sich auf das künftige Kommen Christi vorbereiten sollen. In Zusammenhang mit der Geschichte des St. Martin motiviert diese Bibelstelle, gute Taten nicht zu verstecken, sondern auch nach außen leuchten lassen. Es ist überliefert, dass Martin Luther noch im Jahr 1519 am Martinstag über diese Bibelstelle predigte.

Martingsgans

Ein weiterer Brauch ist das Essen einer Martinsgans. Auch das Gans-Essen hat seinen Ursprung in einer Legende aus Martins Leben: Als man ihn zum Bischof von Tours ernennen wollte, versteckte er sich in einem Gänsestall. Die Verantwortung des Bischofsamtes wollte er nicht tragen. Aber die Gänse schnatterten so laut, dass sie Martin damit verrieten - und er wurde zum Bischof ernannt. Als „Strafe“ werden daher an seinem Gedenktag Gänse verspeist.

© Multimediaredaktion ekhn.de

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Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft / noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66, 20

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto, Vectoring

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