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„Taufe: eine traumhafte Verbindung zwischen Gott und Mensch“

700 Gäste feiern 1. Rheingauer Tauffest

Foto: Christian WeiseEin Kind wird getauft42 Täuflinge und mit ihnen über 700 Gäste feierten das erste Rheingauer Tauffest

Die Sonne bricht durch die vereinzelten Wolken und spiegelt sich im Wasser um den Turm von Schloss Vollrads. Im Garten flattern Fahnen und Menschen in Festkleidung strömen aufgeregt zu den Sitzbänken unter den Bäumen im Garten des Schlosses. Gespannt schauen sie auf die Bühne. Acht Pfarrer ziehen zu diesem besonderen Gottesdienst unter freiem Himmel ein.

Foto: Christian WeisePfarrer Ralf Feilen und Pfarrerin Clarissa Graz stehen auf einer HaushaltsleiterPfarrer Ralf Feilen und Pfarrerin Clarissa Graz predigten über die Himmelsleiter, von der Jakob träumte.

Rheingau.  Heute feiern 42 Täuflinge und mit ihnen über 700 Gäste das erste Rheingauer Tauffest. „Die Taufe ist eine wunderbare Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Traumhaft". So bringen es Pfarrer Ralf Feilen und Pfarrerin Clarissa Graz bei ihrer Predigt auf den Punkt. Der Predigttext handelt von Jakob, der in einem Traum von einer Leiter träumt, die direkt zu Gott führt. Auf ihr gehen Engel auf und ab. Ob man Gott näher sei, wenn man auf eine Leiter steigt, will Ralf Feilen wissen. Jakob habe doch auch von einer Leiter geträumt. „Aber der kletterte ja nicht, hoch, sondern die Engel machten das für ihn." Wir Menschen brauchen also nichts zu tun, um zu Gott kommen zu können, Gott hat alles bereits gemacht, erklären die beiden Pfarrer. Dann ist der große Moment gekommen und die sechs Pfarrer aus den sieben Kirchengemeinden im Rheingau: aus Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich-Winkel, Eltville, Erbach, Kiedrich und Walluf laden die Familien ein, sich taufen zu lassen. Fröhlich, stolz und glücklich strömen die Täuflinge unter dem Gesang der „Voice kids“ aus Walluf zu eine der sechs Taufstationen, die im Garten aufgebaut sind. Dort stellen ihnen ihre Ortspfarrer die Tauffrage, ob sie getauft werden wollen, ob sie diese traumhafte Verbindung bewusst eingehen möchten. 

„Kleiner Kirchentag“ im Rheingau

Das „Ja“ zu Gott ist oftmals ganz laut zu hören. Die meisten Täuflinge sind im Grundschulalter. Aber es gibt auch kleine Geschwisterkinder oder Eltern, die die Gelegenheit genutzt haben, sich ebenfalls taufen zu lassen. Der jüngste Täufling ist 12 Wochen alt, der älteste über 40 Jahre. 

Sie und ihre Familien sind sichtlich bewegt und strahlen. Nach der Taufe gehen sie mit ihren Paten zur Osterkerze an der Bühne, wo Vikarin Jennifer Koch jede einzelne Taufkerze entzündet. „Das ist ja wie ein kleiner Kirchentag“, schwärmt eine Besucherin. 

Manche hatten Taufe schlicht „verpasst“

Das Tauffest bietet nicht nur eine schöne Atmosphäre, für viele war es die (einzige) Gelegenheit, in der eine Taufe für sie möglich war. Sei es, weil man einfach nicht wusste in welchem Rahmen man bei einer schwierigen Familienkonstellation hätte feiern sollen. Oder weil man die Gelegenheit einfach irgendwie "verpasst" hatte, wie es eine Mutter auf den Punkt bringt. Andere sind dankbar für das Tauffest, weil sie nicht überlegen mussten, in welchen Räumlichkeiten man feiern solle und ob das Geld dafür reicht. Beim ersten Tauffest in den Dekanaten Bad Schwalbach und Wiesbaden war das alles möglich. So ging auch endlich für einen Teenager der große Wunsch einer Taufe in Erfüllung: Seit drei Jahren hatte sie den Wunsch gehegt und nun war die Gelegenheit gekommen

Die sieben Kirchengemeinden hatten sich zusammengetan, um ein Fest des Glaubens zu feiern. Es war ein großes Familienfest in einem zauberhaften Ambiente und einem Buffet, das keine Wünsche offen ließ. Keine Hektik, keine langen Schlangen, trotz der vielen Gäste, alles geht ganz harmonisch seinen Lauf. Die Auswahl ist enorm, selbstgebackene Kuchen, Salate, kleine Blätterteigtaschen, gerollter Lachs, Würstchen und so vieles mehr. Musik erklingt zum Essen und Gemeindepädagoge Martin Biehl beschäftigt die Kinder beim eigens angebotenen Kinderprogramm. Besonders erfreulich: Die Kollekte des Gottesdienstes erbrachte 1600 Euro für die Flutopferhilfe des Diakonischen Werkes. 

Das Organisationsteam um Dekan Klaus Schmid waren zudem schier überwältigt, von der Unterstützung und Großzügigkeit, die ihnen bei der Organisation des Festes entgegenkam. Das Schloss Vollrads brachte sich mit vielen Ideen, Personal und Logistik ein. Firmen spendeten die Bühne und Technik, Zäune, Bierzeltgarnituren, Getränke und Würstchen. Kurz: Die traumhafte Verbindung zwischen Gott und Mensch wird an diesem Tag an vielen Ecken und Enden deutlich. So deutlich, dass einige Gäste gleich nachfragen, ob es das Tauffest im nächsten Jahr wieder geben werde. Andere haben sicherheitshalber ihr wenige Wochen altes Kind bereits zum nächsten Tauffest, egal wann es wieder stattfinden werde, angemeldet.

Christian Weise

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;
und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

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