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Diskussion um Kirchensteuer

Kirchensteuer: abschaffen, beibehalten oder ändern?

Carsten SommerDie Kirchensteuer wird über das Finanzamt eingezogen.Die Kirchensteuer wird über das Finanzamt eingezogen.

„Kirchensteuer abschaffen? Beibehalten? Ändern?“ fragten sich die Teilnehmenden einer Diskussionsrunde in der Evangelischen Akademie, die von der Evangelischen Sonntags-Zeitung und Indeon organisiert wurde. Kirchenkritiker Erik Flügge plädierte dafür, die Kirchensteuer beizubehalten. Aber: Jungen Menschen müsse die Relevanz der Kirche vermittelt werden.

„Eine Abschaffung der Kirchensteuer für alle würde keine finanzielle Entlastung bringen“, so die Einschätzung des Kirchenkritikers, Politikberaters und Buchautors Erik Flügge. Anlass seiner Aussage war die Diskussionsrunde »Zweifeln erlaubt« in der Evangelischen Akademie Frankfurt, zu der Flügge zugeschaltet wurde. Das Format ist eine Kooperation von Akademie, Evangelischer Sonntags-Zeitung und deren Online-Portal indeon.de.

Keine staatliche Stelle kümmert sich um Trauer, Tod und Krisen

In einem Artikel für die Website indeon.de führt der Journalist Nils Sandrisser die Haltung Flügges genauer aus: Kirche sei in Flügges Augen durchaus relevant. Denn keine staatliche Stelle kümmere sich so um Trauer, Tod oder Krisen. Ohne Kirchensteuer „müsste man dafür eine andere Infrastruktur aufbauen.«

Heranwachsenden religiöse Erfahrungen ermöglichen

Das Problem sei nur, dass viele Menschen das eben nicht so sehen. Erik Függe, selbst katholisches Kirchenmitglied, plädiert dafür, Kindern und Jugendlichen »religiöse Ersterfahrungen« zu ermöglichen, ähnlich wie bei der ökumenischen Bruderschaft von Taizé in Frankreich. Außerdem sollten die Kirchen jedes Mitglied, ehe es steuerpflichtig werde, kontaktieren. Dabei solle ihm mitgeteilt werden, an welchen Stellen der Gesellschaft die Kirche mit ihrem Geld segensreich wirkte.

Kirchenaustritte verhindern

Während der Veranstaltung hatte zudem Susanne Teichmanis Vorschläge präsentiert, mit denen Kirchenaustritte möglichst verhindert werden sollen. Die Juristin und Oberkirchenrätin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg nannte: Eine ermäßigte Kirchensteuer für junge Leute. Zu denken sei außerdem daran, dass Kirchenmitglieder selbst entscheiden könnten, was mit ihrer Kirchensteuer geschehen soll, also Teile einem bestimmtem Zweck zu widmen. Eine andere Überlegung sei eine Mitgliedskarte „church card“, mit der Vorteile verbunden sind wie preiswertere Eintrittpreise. Nicht zuletzt könnte man Junge Leute fragen, was sie in die Gemeinde einbringen wollen, um im Gegenzug ihre Steuer zu reduzieren.

Kirchengemeinde, die ohne Kirchensteuer auskommt

In Hanau verzichtet bereits die Wallonisch-Niederländischen Kirche auf einen Einzug der Kirchensteuer über das Finanzamt. Sie bitte die Steuerpflichtigen der rund 1100 Mitglieder um einen Beitrag in Höhe von acht Prozent der Lohn- oder Einkommenssteuer. Welche Erfahrungen der Pfarrer damit gesammelt hat und wie über die einzelnen Themen diskutiert wurde, lässt sich bei Indeon im Bericht von Nils Sandrisser nachlesen.

Zu den Jahresberichten der EKHN
Zum Kirchensteuer-Special - Fakten zur Kirchensteuer
Zum Jugendkirchentag

Ich bin gewiss,
dass weder Tod noch Leben,
weder Engel
noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes
noch irgendeine andere Kreatur
uns scheiden kann
von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist,
unserm Herrn.

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