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Waldbestattung

Baum statt Grab: Ruhe finden im Ruheforst

Esther Stosch

Die grünen Blätter rauschen sanft, überall erklingt Vogelgezwitscher, hochgewachsene Bäume stehen ringsherum: Der „Ruheforst Buchwald“ im mittelhessischen Laubach ist ein echter Bilderbuch-Wald. Dass hier Menschen ihre letzte Ruhe finden, verraten nur dezente kleine Metallschilder, die an den kräftigen Stämmen befestigt sind.

Esther StoschAnne und Günter Hoffmann an ihrem BaumAnne und Günter Hoffmann an ihrem Baum

Anne und Günter Hoffmann aus Laubach stehen vor „ihrem“ Baum im Bestattungswald. Zwei Angehörige haben sie schon an der großen Buche bestattet. Sie wollen selbst eines Tages dort in Frieden ruhen. „Für mich war es immer eine Horrorvorstellung, mit einem Sarg unter die Erde gebracht zu werden“, sagt Anne Hofmann. Ihr gefällt ein Bestattungswald besser als ein Friedhof.

Mit einer Waldbestattung entfällt die mühsame Grabpflege

Waldbestattungen gehören in Deutschland mittlerweile zur Normalität. Vielerorts steigen die Friedhofsgebühren immer weiter, eine Bestattung im Wald ist in einigen Regionen günstiger und mit weniger Aufwand verbunden. „Die Grabpflege, die für weiter entfernt lebende Angehörige oft eine Belastung darstellt, entfällt“, sagt Michael Köppen von der Stadt Laubach. In Kooperation mit der RuheForst GmbH betreut Köppen zwei Bestattungswälder, die in kommunaler Trägerschaft von der Laubacher Stadtverwaltung betrieben werden. Die günstigste Art, im Wald bestattet zu werden, ist ein Platz an einem Gemeinschaftsbaum für 620 Euro. Der Familienbaum mit bis zu zwölf Plätzen, wie ihn die Hoffmanns haben, kostet etwa 3.200 Euro.

EKHN akzeptiert Bestattungswälder als Alternative zu Friedhöfen

Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sind Bestattungswälder eine „durchaus gangbare Alternative zu traditionellen Friedhöfen und auf allemal besser als anonyme Bestattungen“, sagt der EKHN-Pressesprecher Volker Rahn. Wichtig sei, dass durch die namentliche Nennung der verstorbenen Person die Würde des Toten geachtet werde: „An einer Begräbnisstätte sollte deutlich gemacht werden, dass jeder Mensch ein einzigartiges Geschöpf Gottes ist.“ Ein Nachteil vieler Wälder sei jedoch oft ihre Abgelegenheit: Dies mache es älteren Menschen oft schwer, das Grab eines Verstorbenen zu besuchen. Tatsächlich treffen wir bei unserem Besuch im Ruheforst eine ältere Dame Anfang 80. Sie besucht den Baum eines Angehörigen, das Gehen fällt ihr sichtlich schwer. Sie hat allerdings eine Ausnahmegenehmigung und darf mit dem Auto in das Waldgebiet hineinfahren. Normalerweise ist das nicht erlaubt, es ist ja ein Ruheforst. Hier die letzte Ruhe zu finden, inmitten der blühenden Natur: Für viele Menschen eine gar nicht so abwegige Vorstellung.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.

Sacharja 4, 6

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von frank mckenna/unsplash

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