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Jahreswechsel

Böller an Silvester – Pro und Contra

Esther StoschFeuerwerk auf SeeFeuerwerk auf See

Knallen, zündeln und schießen - Feuerwerk ist in Deutschland so beliebt wie nie. Im Jahr 2014 gaben die Deutschen rund 5 Millionen Euro mehr für Feuerwerkskörper aus als im Jahr zuvor. Doch auch die Kritik an lauten Böllern wird immer lauter. Der aktuelle Einwand: Der Böllerknall könnte mit echten Bomben, gezündet von Terroristen, verwechselt werden.

Seit über 30 Jahren diskutieren Böllerliebhaber und Hilfsorganisationen, wie „Brot für die Welt“, über den Sinn und Zweck von Böllern zum Jahreswechsel. Die einen berufen sich auf Tradition und Spaß. Die Gegner argumentieren, dass Rumknallen sei reine Geldverschwendung. Besser wäre es, das Geld armen Menschen oder Wohlfahrtsverbänden zu spenden. Vor dem Hintergrund von Terrorismus und Flüchtlingskrise merkte der Grünenpolitiker Hans-Christian Ströbele dieses Jahr an: „Die Leute wissen ja nicht, was da so schrecklich bumst.“ Es könne auch eine Bombe sein. Ein generelles Verbot von Böllern steht seitdem zur Diskussion.

Pro Böller-Verbot:

  • Es gäbe nur noch schöne Lichter- zum Beispiel Raketen. Daran erfreuen sich meist auch Böllergegner.
  • Eine Verwechslung von Böllern mit Bomben wäre ausgeschlossen.
  • Die Umwelt würde möglicherweise weniger durch Schwarz- und Nitropulver belastet.
  • Kriegsgeschädigte, Traumatisierte, ältere Menschen und Tiere würden durch das   Feuerwerk nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Contra Böller-Verbot:

  • Ein Verbot muss kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert werden. Dazu fehle den Ländern und Kommunen die Kapazitäten.
  • Böllerliebhaber könnten sich auf das Grundgesetz berufen: Genau auf Art. 2 Abs. 2 Allgemeine Handlungsfreiheit. Das Grundrecht wird zwar durch nahezu alle gesetzlichen Ge- und Verbote eingeschränkt, allerdings muss dies auch verhältnismäßig sein. Ein generelles Böllerverbot wäre das auf keinen Fall.
  • Es gibt bereits böllerfreie Zonen, zum Beispiel in der Nähe von Kirchen und Krankenhäusern.
  • Extrem laute Böller (sogenannte „Polenböller“) sind ohnehin verboten.

Beide Positionen zeigen: Ein generelles Böllerverbot wäre genauso unsinnig, wie das hemmungslose Knallen ohne Rücksicht auf das konkrete Umfeld.

Ein mögliches Lösungsangebot könnte in folgenden Überlegungen liegen:

Wo, wie und warum muss ich böllern?

Wer die gesetzlichen Vorschriften zum Knallen tatsächlich befolgt, wird damit kaum andere Menschen unverhältnismäßig stören: 

  • Verbotszonen respektieren
  • sichere Handhabe
  • erst ab 0 Uhr am 1. Januar
  • auf „Polenböller“ verzichten
  • keine unverbrauchten Böller aufheben 

Was sagt mir der gesunde Menschenverstand?

Das Zünden von Böllern in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften vermeiden. Hier könnten besonders Kriegstraumatisierte Schaden erleiden.

Brauche ich die Böllerei überhaupt? Verbreite ich mit dem Böllern angesichts von Terror und Krieg eher Freude oder Angst?

Zwar kann jeder für sich entscheiden, wie er mit seinem Geld umgeht. Dennoch könnte das Geld auch gespart oder gespendet werden.

Spenden für einen wohltätigen Zweck haben eine größere Nachhaltigkeit als ein Böllerschuss. Zudem stellen sie eine lebensbejahende Form der Freude über den Jahreswechsel dar.

Spendenkonto für Aktion Brot statt Böller
IBAN: DE10100610060500500500
BIC: GENODED1KDB
Konto-Nr.: 500 500 500
BLZ 1006 1006
Bank für Kirche und Diakonie
Stichwort: „Brot statt Böller“

Silvesteraktion von Brot für die Welt: Brot statt Böller

Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum
und ich glaube, er tut das auch durch die,
die mit uns leben.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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