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Urlaub

Bordseelsorgerin reagiert auf Kritik an Kreuzfahrten

Hapag Lloyd KreuzfahrtenKreuzfahrt auf hoher SeeKreuzfahrt auf hoher See

Einfach mal loslassen. Auf Kreuzfahrten können Gäste den Aufenthalt auf dem Schiff mit delikaten Leckereien und den unterschiedlichsten Aktivitäten genießen. Dabei steuern sie die schönten Traumziele dieser Welt an. Doch es gibt auch Kritik an dieser Art des Reisens.

Pfarrer Martin Vorländer weiß von einer Seelsorgerin, die sich entschlossen hat, auf einem Kreuzfahrtschiff Andachten und Gottesdienste zu halten. In ihre Entscheidung hat Pfarrerin Katharina Plehn-Martins allerdings auch Punkte einfließen lassen, die sich auf die Kritik an Kreuzfahrten beziehen. In seiner Radio-Andacht, dem hr1-Zuspruch, hat Martin Vorländer in diesem Sommer ihre Überlegungen veranschaulicht:

Katharina geht an Bord

Katharina steigt die Gangway eines Kreuzfahrtschiffes nach oben. Auf diesem Schiff wird sie die nächsten Wochen verbringen. Nicht als Passagierin. Katharina ist Bordseelsorgerin. Viele Jahre war sie Gemeindepfarrerin. Jetzt ist sie im Ruhestand. Freunde haben sie auf die Idee gebracht: Warum wirst du nicht Pfarrerin auf einem Schiff? Du hast jede Menge  Erfahrung darin, für andere Menschen da zu sein, Andachten und Gottesdienste zu halten. Und du reist gern.

Nachdenken über ökologische Folgen

Es ging schneller, als sie dachte. Katharina hat sich als Bordseelsorgerin beworben. Schon kurz darauf sticht sie in See. Vorher hat sie für sich selbst eine Frage geklärt: Muss es denn ein Kreuzfahrtschiff sein? Diese Dreckschleudern, die die Umwelt verpesten? Diese schwimmenden Städte, die immer nur kurz an einem Hafen anlegen und für wenige Stunden den jeweiligen Ort mit ihren Massen an Passagieren fluten?

Katharina kennt die ökologische Kritik an Kreuzfahrtschiffen. Sie findet sie berechtigt besonders von Menschen, die auch sonst konsequent leben, kein Auto fahren, nicht fliegen. Von denen kennt Katharina aber nur wenige, dafür viel mehr von den anderen. 

Der Kompromiss

Darum schließt sie einen Kompromiss mit sich selbst: Kreuzfahrtschiff ja, aber keines von den ganz großen. Sie heuert als Bordseelsorgerin an auf einem Schiff mit 400 bis 800 Passagieren. Katharina sagt: „Ein Rest an Zweifel bleibt.“ Aber das ist eine Entscheidung, die sie vertreten und mit der sie die Reise genießen kann.

Was will ich wirklich?

Macht sich die Frau einen zu großen Kopf? Kann sie nicht einfach auf dem Kreuzfahrtschiff mitfahren – oder es eben sein lassen? Ich finde gut, dass sie sich diese Gedanken macht. Und ich nehme mir mal ein Beispiel daran: Statt einfach in den Urlaub zu fahren, ohne mir solche Fragen zu stellen, überlege ich mir: Welche Art von Urlaub will ich wirklich machen? Was lasse ich vielleicht ganz und gar sein? Welche Kompromisse schließe ich dabei und  kann ich die mit meinem Gewissen und mit meiner Reiselust gut vereinen? Steht in keinem Reisekatalog, regt aber das Hirn an.

Buchtipp: Katharina Plehn-Martins: „Segen auf See. Mit einer Seelsorgerin auf Kreuzfahrt“,

Patmos Verlag 2017.

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / hudiemm

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