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Schöpfungstheologie

Diskussion um „Blühwiesenromantik“ in der Schöpfungstheologie

Singkham/istockphoto.comEinen Baum pflanzenEinen Baum pflanzen

Das Credo von der „Bewahrung der Schöpfung“ ist eine der christlichen Antworten auf Klimawandel und Umweltzerstörung. Anlässlich der Erfahrungen mit dem Corona-Virus schreibt der Systematische Theologe Günter Thomas: „Natur ist nicht nur gut.“ Der emeritierte Theologie-Professor Peter Scherle hat die Diskussion aufgegriffen und benennt die „Bewohnbarkeit des Erdmantels als Aufgabe.“ Am 22. März debattieren beide per Zoom.

Der Bochumer Systematische Theologe Prof. Dr. Dr. Gün­ter Thomas hat eine Debatte über die „Blühwiesenromantik“ deutscher Öko-Theologie in einem Zeitzeichen-Artikel angestoßen. Die Diskussion in einem Beitrag aufgegriffen hat auch Prof. em. Dr. Peter Scherle, ehemali­ger Direktor des Theologischen Seminars der EKHN in Herborn. Zwei Zentren der EKHN haben sich jetzt zur Aufgabe gemacht, die Thesen, die biblischen Begründungen und die Folgerungen von Günter Thomas und Peter Scherle im Ge­spräch näher zu verstehen, aufeinander zu beziehen und auch kri­tisch nachzuhaken. In einer Zoom-Veranstaltung am 22. März 2022 kann ab 19 Uhr gemeinsam mit den Teilnehmenden geschaut werden: Was kann die Aufgabe von Theologie und Kirche in der öko­logischen Krise sein? Vom 15. März bis zum 21. Juni 2022 sind zudem weitere digitale Veranstaltungen zum Thema "Schöpfung im Klimawandel" geplant.

Kritik an „Öko-Theologie“

Mit Blick auf den Klimawandel fordern viele Christinnen und Christen die „Bewahrung der Schöpfung“. Der Theologe Prof. Gün­ter Thomas kritisiert diese von ihm  so genannte „Blühwiesenromantik“  in einem Zeitzeichen-Artikel, da auch der Mensch durch die Natur gefährdet sei. Das zeige beispielsweise das Corona-Virus, das sich die Schwächsten als Opfer aussuche wie Alte, Arme und schon vorher Kranke.

„Natur ist nicht nur gut“

Günter Thomas geht davon aus: „Natur ist nicht nur gut.“ Der Mensch sei ein „gefährdeter Gefährder“. Der Theologe Thomas befürchtet, dass die Kirchen die elementare Erfahrung der Bedrohung schöpfungstheologisch und spirituell nicht aufnähmen und verarbeiteten. Allerdings sind für Thomas der Klimawandel und Umweltzerstörung durch den Menschen gleichzeitig offensichtlich und er fragt: „Die Liste ist lang. Nicht nur Ozeane voller Plastikmüll sind ein beredtes Zeugnis. Sind diese Gestalten menschlicher Chaosbewältigung und Gefahrenabwehr selbst zu riskant, ja gefährlich, Chaos erzeugend?“
weitere Thesen bei "Zeitzeichen": Günter Thomas - Jenseits von Eden und Blühwiesenromantik

„Bewohnbarkeit des Erdmantels als Aufgabe“

Peter Scherle, ehemali­ger Direktor des Theologischen Seminars der EKHN in Herborn, hat auf die Thesen reagiert. Auch er geht davon aus: "Immer war und ist dabei menschliches Leben gefährdet, sei es durch Säbelzahntiger oder Viren, durch Vulkanausbrüche oder Klimaschwankungen.“ Allerdings plädiert er für die „Bewohnbarkeit des Erdmantels als Aufgabe“. Um diese Bewohnbarkeit zu erhalten, müssten Menschen beispielsweise gegen Krankheitserreger kämpfen. Andererseits müssten sie dafür Sorge tragen, dass menschliches Leben nicht das Leben anderer Kreaturen so schädige, dass die Erde unbewohnbar werde.

Wertschätzung der Schöpfung

Scherle assoziiert durchaus auch Positives mit der Natur: „Diese dünne Schicht Leben, die der Mensch bewohnt und mitgestaltet, kann durchaus als Wunder in dem uns bekannten Kosmos betrachtet werden.“ Allerdings geht auch Scherle davon aus, dass das Ringen um die Bewohnbarkeit eine Rückkehr zur unberührten Natur ausschließe. So fordere die Abkehr der Nutzung fossiler Energien neue Eingriffe in die Ökosphäre. In seinem Artikel plädiert Scherle für „den verantwortlichen Umgang mit den Möglichkeiten, über die Menschen im Unterschied zu anderen Kreaturen verfügen.“
weitere Thesen bei "Zeitzeichen": Peter Scherle - Schöpfung als Versprechen

Online-Gesprächsabend zur Zeitzeichen-Debatte:
Provokation und Reaktion - oder: Ist christliche Schöpfungstheologie nicht doch mehr als Blühwiesenromantik?

Rund um das Thema "Schöpfung"

Veranstaltung am 22. März 2022: Ein Online-Gesprächsabend zur Zeitzeichen-Debatte

Veranstaltungsreihe "Schöpfung im Klimawandel" vom 15. März bis 21. Juni 2022 (PDF)

mehr zum Thema "Schöpfung und Nachhaltigkeit"

mehr über den Schöpfungsglauben

Klimaschutz in der EKHN

Ich merke, der weite Raum
entsteht nicht in mir und durch mich.
Er entsteht, weil andere da sind,
die mir Räume eröffnen,
gnädig umgehen mit meinen Schwächen,
sich einsetzen für einen menschenwürdigen Umgang
mit allen Menschen.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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