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Holocaust-Gedenktag

Dreyer: Frieden und Freiheit müssen erkämpft werden

alessandro0770/istockphoto.comIsraelfahne in den Ruinen von Auschwitz

Landesweit wird an den 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert - auch im rheinland-pfälzischen Landtag. Dreyer kritisierte dabei die islamkritische Pegida-Bewegung.

Elisa Biscotti/Bildergalerie rlp

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat den Gedenktag für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft dazu genutzt, ihre Solidarität mit Flüchtlingen und Zuwanderern zu betonen. „Wer hierher kommt und sich zu den Werten von Freiheit und Demokratie bekennt, ist hier willkommen“, sagte sie am Dienstag bei einer Sondersitzung des Mainzer Landtags. Sie wolle, dass auch Zuwanderer Rheinland-Pfalz als Heimat empfinden könnten. Scharfe Kritik äußerte Dreyer erneut an der islamkritischen Pegida-Bewegung. Demonstranten, die bei deren Kundgebungen schwarz-rot-goldene Flaggen schwenkten missbrauchten damit die Farben der deutschen Demokratiebewegung.

Zum Auftakt der Sondersitzung hatten Abgeordnete, Regierungsmitglieder und Gäste mit einer Schweigeminute nicht nur an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, sondern auch an die bei den jüngsten Pariser Terroranschlägen ermordeten Menschen erinnert. In ihrer Ansprache warnte die Ministerpräsidentin davor, die nach dem Zweiten Weltkrieg errungene Freiheit für selbstverständlich zu halten. „Frieden und Freiheit sind keine Geschenke des Himmels, sondern Früchte harter Arbeit“, sagte sie. Wie berechtigt die Sorgen seien, zeigten auch die Kämpfe in der Ukraine. An alle an dem Konflikt Beteiligten appellierte sie, „die Chancen des friedlichen Dialogs zu nutzen.“

Die zentrale Gedenkrede im Landtag hatte zuvor die polnisch-jüdische Holocaust-Überlebende Ruta Wermuth-Burak gehalten. Sie schilderte in eindringlichen Worten, wie ihr auf der Fahrt in ein Vernichtungslager die Flucht aus einem mit 200 Menschen gnadenlos überfüllten Viehwaggon gelang. Im Anschluss hatte Wermuth-Burak sich als polnische Zwangsarbeiterin ausgegeben und das Kriegsende im pfälzischen Rülzheim erlebt. „Ich wurde wie ein Hündchen am Genick gepackt und in den Mahlstrom des Krieges geworfen“, sagte sie zum abrupten Ende ihrer Kindheit.

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Es sollen wohl Berge weichen
und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade
soll nicht von dir weichen.

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